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NDB-Artikel

<< Bachmann, Albert Johann     Bachmann, Joseph Siegmund Eugen >>

Bachmann, Gustav

Admiral, * 13.7.1860 Cammin bei Laage (Mecklenburg), 30.8.1943 Kiel. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Julius Bachmann (1828–90), Landwirt; M Anna (1830–1914), T des Pastors Franz Raspe (1791–1874), aus Cammin; Gvv Ludwig Bachmann (1792–1881), Universitätsprofessor in Rostock; Gmv Nina Louise, T des Professors Carl Gottlieb Horstig; 14.7.1888 Ella Holzapfel; 1 S, 1 T.

Leben  
Bachmann trat unter dem Eindruck des Kriegsausgangs 1871 und angeregt durch die Seestadt 1877 als Kadett in die Kaiserliche Marine ein. Nach einer Weltumsegelung und weiteren Auslandsreisen (Afrika, Australien) tat er in verschiedenen Front- und Stabsstellen der Heimat Dienst. 1901-03 war Bachmann Chef des Stabes des Kreuzergeschwaders in Ostasien. 1907-10 wurde er als Chef der Zentralabteilung im Reichsmarineamt enger Mitarbeiter des Admirals A. von Tirpitz und in dieser Stellung zum Konteradmiral befördert. 1910 bis 1913 erarbeitete Bachmann als Befehlshaber der Aufklärungsschiffe die Seekriegsanleitung für den Kreuzerdienst, wobei er sich hervorragend seemännisch begabt und zur Führung größerer Flottenverbände befähigt zeigte. Die Haupttätigkeit während der Kriegszeit übte Bachmann (seit März 1915 Admiral) vom 2.2. bis 3.9.1915 als Chef des Admiralstabs der Marine im Großen Hauptquartier aus. Er setzte sich erfolgreich für größere Operationsfreiheit der Flotte in Nord- und Ostsee ein. Die von seinem Vorgänger eingeleitete uneingeschränkte Uboot-Kriegführung hat Bachmann nur ungern übernommen, hielt jedoch daran als einzig erfolgversprechendem Druckmittel gegen England fest. Als durch den Tod nord-amerikanischer Staatsbürger auf englischen Passagierschiffen („Lusitania“, „Arabic“) eine scharfe Spannung zu den Vereinigten Staaten eintrat, geriet Bachmanns willensstarke Persönlichkeit in Gegensatz zu der Reichsregierung. Bachmann stellte sich hinter die Forderungen der Front, um die bisher schon durch entgegenkommendes Verhalten eingetretenen Verluste (u. a. „Baralong“-Fall) nicht zu vermehren. Die|schroffe Kontroverse mit dem Reichskanzler führte schließlich zu Bachmanns Ausscheiden als Admiralstabschef; er wurde wieder wie 1914 Chef der Marinestation der Ostsee.

Literatur  
ADB XLVI (f. Gvv Ludwig B.); A. v. Tirpitz, Erinnerungen, 1919; ders., Dokumente I, II, 1924–1926; R. Scheer, Dtld.s Hochseeflotte im Weltkrieg, 1919; Der Krieg z. See 1914–18, hrsg. v. Marine-Archiv, 1920 ff.: Nordsee I, II, IV, VI, Ostsee I, II, Ubootskrieg I, II; R. Fuß, Der Ubootkrieg d. J. 1915, 1936.

Autor  
Walther Hubatsch
Empfohlene Zitierweise  

Hubatsch, Walther, „Bachmann, Gustav“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 498 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135838932.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 498 f.

PND: 135838932
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Index

Bachmann, Gustav

Name: Bachmann, Gustav
Lebensdaten: 1860 bis 1943
Geburtsort: Cammin bei Laage (Mecklenburg)
Sterbeort: Kiel
Beruf/Lebensstellung: Admiral
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Hubatsch, Walther
PND: 135838932

Weitere Informationen

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Bachmann, Gustav

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135838932

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