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Adalbert
Bischof der Pommern (seit 1140),
† 3. 4. zwischen 1160 und 1164.
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Adalbert war Mönch im Kloster Michelsberg in Bamberg, seit 1124 vertrauter Begleiter Bischof Ottos von Bamberg auf seinen Reisen zu den Pommern, deren Sprache er beherrschte (er war früher Kaplan Herzog Boleslaws III. von Polen gewesen). Noch Otto schlug ihn als Bischof für das zu errichtende pommersche Bistum vor und Papst Innozenz II. weihte ihn am 19.10.1140 in Rom zum Bischof des exempten Bistums in Wollin. Mit Hilfe Herzog Ratibors I., seiner Söhne und besonders auch der Prämonstratenser setzte er Ottos Werk fort, gründete 1153 die Benediktinerabtei Stolpe und konnte 1147 das Kreuzheer Bischof Heinrichs von Mähren gegen Pommern zum kampflosen Rückzuge bewegen und damit die Unabhängigkeit und den Frieden dem Lande sichern.
Literatur ↑
ADB I
(unter Adelbert);
W. Wiesener, Die
Gesch. d.
christl. Kirche in Pommern zur Wendenzeit, 1889;
Hauck IV, S. 604-11;
A. Hofmeister, Die Prüfeninger Vita d. Bischofs Otto
v. Bamberg, in: Denkmäler d. Pommerschen
Gesch. I, 1924, S. XXXIV ff., 68 u. 89.
Autor ↑
Karl H. LampeEmpfohlene Zitierweise ↑
Lampe, Karl H., „Adalbert“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
45
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13564691X.html
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Adelbert, Adalbert >>
Adelbert, Adalbert
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Adelbert: Adalbert,
erster Bischof von
Pommern, von polnischer
Abkunft und bisher Pfarrer an der Vorstadtkirche zu Wollin, wurde,
als nach dem Tode des Bischofs Otto von Bamberg, des
Pommernapostels, und noch durch ihn angebahnt, in diesem Lande ein
eigenes Bisthum begründet ward, noch auf Otto's Empfehlung und
nach Vorschlag des Herzogs Ratibor I., da
ein Domcapitel noch nicht existirte, durch die versammelten Großen
des Landes im J. 1139 zum Bischof gewählt. Dem neuen, von jedem
Suffraganverhältniß eximirten und allein dem Papst unterstellten
Bisthum, dessen Sitz die Adalbertskirche zu Wollin wurde und
dessen Sprengel mit den politischen Grenzen des damaligen Pommerns
zusammenfallen sollte, trat alsbald das Stift Bamberg seine Rechte
und Einkünfte in den Gegenden links von der Oder ab und Herzog
Ratibor I. fügte Begabungen auf dem
rechten Ufer hinzu. Nach seiner Wahl hat sich
A.
nach Rom begeben, wo am 14. Oct. 1140 seine Weihe und
Confirmation durch Papst Innocenz II.
stattfand. Nach der Rückkehr in seinen, noch keineswegs dem
|Christenthum innerlich völlig zugewendeten Sprengel ließ
A.
es sich angelegen sein, für die Befestigung des neuen
Glaubens durch oberhirtliche Thätigkeit, wie Gründung von Kirchen
und Heranziehen von Geistlichen zu sorgen, wobei er durch Herzog
Ratibor I. unterstützt wurde. An den
politischen Schicksalen Pommerns war er genöthigt Antheil zu
nehmen, als im J. 1147 der Bischof Heinrich von Mähren mit seinem
zur Bekehrung oder Unterjochung der vermeintlich noch heidnischen
Ostseeländer gesammelten Kreuzheere bis vor Stettin gekommen war
und die Stadt umlagerte. Es gelang Bischof
A.
im Verein mit den einflußreichsten Männern der Stadt,
die Gefahr abzuwenden, indem sie darauf hinwiesen, daß zur
Befestigung des christlichen Glaubens in diesen Ländern wol
Predigt, nicht aber Waffengewalt vonnöthen sei. Durch weitere
Unterhandlungen brachte es
A.
dahin, daß die Kreuzfahrer gänzlich abzogen. In der
für sein Bisthum nun folgenden Zeit der Ruhe wandte sich
A.
von neuem der seelsorgerischen Thätigkeit zu und
gründete am 3. Mai 1153 im Verein mit Herzog Ratibor I. das erste Kloster in Pommern zu Stolp an
der Peene an der Stelle, wo 1136 des Herzogs Bruder, Wartislav I., erschlagen und zu seinem Gedächtniß eine
Kirche erbaut war. Die neue Stiftung wurde mit Mönchen aus dem
Kloster Bergen bei Magdeburg besetzt und ihm alle künftig noch zu
erbauenden Kirchen dieser Landschaft untergeben. Gleiche
Unterstützung erfuhr
A.
nach Herzog Ratibors I. Tode
durch die beiden Neffen desselben, die Herzoge Bogislav I. und Kasimir I. (s.
diese). Seine letzte Handlung war die Bestätigung des noch von
Ratibor I. gestifteten und reich begabten
Klosters Grobe bei Usedom am 8. Juni 1159. Adalberts Todesjahr ist
nicht genau festzustellen, er starb am 3. April 1160—1162.
Literatur ↑
Barthold, Geschichte von Rügen und Pommern. Bd. I. Klempin, Die Exemtion des Bisthums Camin.
Autor ↑
v. Bülow.
Empfohlene Zitierweise ↑
Bülow, von, „Adelbert, Adalbert“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
66-67 unter Adelbert
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13564691X.html?anchor=adb
Adalbert
Name: Adalbert
Namensvariante: Adelbert
Lebensdaten: erwähnt 1124, gestorben 1160 oder 1164
Beruf/Lebensstellung: Bischof der Pommern
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Lampe, Karl H.Autor ADB:
Bülow, vonPND: 13564691X