<< Aurifaber, Johann
Aurpach, Johannes >>
Aurogallus (Goldhahn), Matthäus
Hebraist,
* um 1490 Komotau (Böhmen),
† 10.11.1543 Wittenberg. (lutherisch.)
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| Literatur
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Leben ↑
Aurogallus war zunächst Lehrer in seiner Heimat, wurde im Kreise um Boguslav von Lobkowicz und Hassenstein für den Humanismus gewonnen. 1512 wurde er in Leipzig immatrikuliert, 1515 Baccalaureus Artium daselbst; seit 1519 stand er in Wittenberg in enger Verbindung mit Melanchthon und wurde dort 1521 Matthäus Adrians Nachfolger auf dem Lehrstuhl für Hebräisch. Von großer Allgemeinbildung und Lehrbefähigung, erwarb er sich auch durch Heranbildung tüchtiger Schüler große Verdienste um den Ausbau der Hebraistik als Universitätsdisziplin und dehnte seine Forschungen auch auf das Chaldäische aus. Aurogallus suchte die hebräische Sprachwissenschaft in den Dienst der Theologie zu stellen, hat Luther bei der Übersetzung des Alten Testaments wichtige Dienste geleistet und ihm und Melanchthon wertvolle alte Handschriften zugänglich gemacht. Er war Verfasser einer hebräischen und chaldäischen Grammatik (1523–25, 1531), einer Chronik der Herzöge und Könige von Böhmen und eines hebräischen historisch-geographischen Reallexikons (1526–39). 1542 wurde er Rektor der Universität Wittenberg.
Werke ↑
Weitere W s.
Jöcher-Adelung I, 1784,
Sp. 1281.
Literatur ↑
ADB I;
G. Bauch, Die Einführung d. Hebräischen in Wittenberg, in:
Mschr. f.
Gesch. u.
Wiss. d. Judentums,
Bd. 47.
NF 12, 1904, S. 468;
G. Loesche, Luther, Melanchthon u. Calvin in
Österr.-Ungarn, 1909, S. 159
Anm. 3;
W. Friedensburg,
Gesch. d.
Univ. Wittenberg, 1917;
K. Bauer, Die Wittenberger
Univ.-
Theol. u. d. Anfänge d.
Ref., 1928, S. 107 f.;
H. Hermelink, in: G.
Krüger,
Hdb. d.
Kirchengesch. III,
21931, S. 153
(L);
PRE;
RGG;
Enc. Catt. II, 1949;
s. a. Schottenloher I.
Autor ↑
Hermann WendorfEmpfohlene Zitierweise ↑
Wendorf, Hermann, „Aurogallus, Matthäus“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
457
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117765066.html
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Aurogallus, Matthäus
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Aurogallus (Goldhahn),
Matthäus
A.
, geb. um das Jahr 1490 zu
Commotau in Böhmen, † 10. Nov. 1543,
Zögling der von Bohuslav Lobkowic von Hassenstein († 1510), zunächst für seine Neffen Wenzel, Niklas,
Sigismund und Wilhelm begründeten und durch
den Dichter Johann Sturnus aus Schmalkalden geleiteten Schule,
ward
A.
später auch Lehrer dieser Anstalt; mit der Familie
Hassenstein war er nicht verwandt. Anfang 1519 kam er nach
Wittenberg und wurde hier an Stelle des weggehenden Matthäus
Adrian durch Luther's und Melanchthon's Empfehlung im J. 1521
Lehrer des Hebräischen. Den 26. Mai hatte er Hochzeit; seine Ehe
war eine unglückliche durch die Frau.
|Für die
Uebersetzung des
A.
T. war er Luthern ein treuer Gehülfe, namentlich im J.
1540 bei Durchsicht und Verbesserung derselben. Rector der
Universität ward er am 1. Mai 1542. Von Wittenberg aus besuchte er
immer wieder Böhmen; 1529 war er in Saatz, 1530 in Hassenstein;
durch seine Vermittelung kamen manche alte Handschriften zur
Kenntnißnahme in Luther's und Melanchthon's Hände und einzelne
Bücher der Hassenstein'schen Bibliothek, die jetzt in Raudnitz
ist, weisen Bemerkungen von seiner Hand auf. Seine "Hebräische
Grammatik" erschien 1525 und wieder 1539. Seine übrigen Schriften
sind verzeichnet bei Panzer, Annalen, bei H. W. Rotermund,
Erneuertes Andenken etc. I. 52 ff.
|Literatur ↑
Vgl. über ihn de
Wette-Seidemann, Luther's Briefe, Sendschr. etc. VI. 709 ff.
Autor ↑
Seidemann.
Korrektur: Die
erste Ausgabe von Aurogallus' hebräischer Grammatik erschien 1523 als "Compendium Hebreae Grammatices per Mattheum Aurigallum" (sic!) zu Wittenberg bei dem Drucker von Melanchthon's "Hieremiae prophetae Threni" (Johann Gronenberg, Grüneberg, Viridimontanus?). Vgl. Krause in Petzholdt's N. Anz. f. Bibl. 1879, Heft 5, S. 166 ff. Das anscheinend einzige Exemplar der Ausg. ist in meinem Besitz.
Krause.
Empfohlene Zitierweise ↑
Seidemann, „Aurogallus, Matthäus“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
691-692
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117765066.html?anchor=adb