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August Ferdinand
Leben
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Leben ↑
August Ferdinand,
Prinz von Braunschweig, dritter Sohn des Herzogs Ferdinand
Albrecht I. von Braunschweig-Bevern, ist
auf dem Schlosse Bevern 29. Dec. 1677
geb., † 1704. Nach dem Tode seines Vaters
kam er zu seinen Oheimen, den Herzögen Rudolf August und Anton
Ulrich, nach Wolfenbüttel, wo er theils durch besondere Lehrer,
theils auf der dortigen, von Anton Ulrich im J. 1687 gestifteten
Ritterakademie seine Bildung erhielt. Im J. 1692 unternahm Prinz
A.
F. eine Reise nach Schweden und Dänemark und machte
dann im J. 1694 den Feldzug unter dem Könige Wilhelm III. von England in den spanischen
Niederlanden mit, kehrte darauf nach Wolfenbüttel zurück, wo er
zum Obersten des Leibregiments Herzogs Anton Ulrich ernannt wurde,
als welcher er im J. 1695 der Belagerung von Namur beiwohnte. Im
folgenden Jahre wurde dem Prinzen
A.
F. das Commando über das wolfenbüttelsche, zur
Reichsarmee gestellte Contingent übertragen und er erwarb sich
durch Eroberung des festen Schlosses Ebernburg großen Ruhm. Die
beiden folgenden Jahre brachte er in Gemeinschaft mit seinem
jüngeren Bruder Ferdinand Albrecht in Italien zu, wo er in
Florenz, Rom und Neapel mit Auszeichnung aufgenommen wurde. Nach
dem Ryswiker Frieden begab er sich im J. 1698 nach Ungarn, machte
dort unter Eugen von Savoyen einen Feldzug gegen die Türken als
Volontär mit und war bei der Belagerung der Festung Temeswar
gegenwärtig. 1702 war er bei der Belagerung von Landau thätig. In
dem spanischen Erbfolgekriege befehligte Prinz
A.
F. als Generalmajor das Contingent des
niedersächsischen Kreises unter dem Markgrafen Ludwig von Baden
und eroberte Schloß und Stadt Friedberg. In dem Feldzuge des J.
1704 erhielt er am 2. Juli den Auftrag, den Schellenberg bei
Donauwörth mit Sturm zu nehmen. Er hielt eine feurige Rede an
seine Truppen und eilte, die Fahne in der Hand, der Schanze
entgegen. Da traf ihn eine Flintenkugel in die Schläfe und machte
seinem Leben im 27. Jahre in wenig Augenblicken ein Ende. Seine
Leiche wurde nach Wolfenbüttel gebracht und darauf im
Erbbegräbnisse im Dome zu Braunschweig beigesetzt. Sein früher Tod
wurde durch zahlreiche lateinische und deutsche Leichenpredigten
und
Traueroden verherrlicht, auch sind ihm zu Ehren verschiedene
Begräbnißmünzen geprägt.
Rehtmeier, Braunschweig-Lüneburgische Chronik. III. 1604 f.
Autor ↑
Spehr.
Empfohlene Zitierweise ↑
Spehr, „August Ferdinand“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
663-664
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd102308845.html?anchor=adb
August Ferdinand
Name: August Ferdinand
Lebensdaten: 1677 bis 1704
Beruf/Lebensstellung: Prinz von Braunschweig; Generalmajor des niedersächsischen Kreises
Konfession: evangelisch
Autor ADB:
SpehrPND: 102308845