<< Aspruck, Franz
Assing, verehelichte Grimelli, Rosa Ludmilla >>
Assig (von Siegersdorf), Hans von
evangelischer Liederdichter,
* 8.3.1650 Breslau,
† 5.8.1694 Schwiebus.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Andreas Assig (1618–76, seit 1670 von Siegersdorf), kaiserlicher Rat, Oberstadtsyndikus in Breslau;
M Anna,
T des Diakons Jordan, Breslau;
Gvv Andreas Assig, Goldschmied.
Leben ↑
Assig studierte die Rechte in Leipzig, trat 1674 in schwedische Dienste und kämpfte als Seeoffizier auf dem Admiralsschiff im schwedisch-dänischen Krieg. Nach dem Tode seines Vaters kehrte er in die Heimat zurück, trat aber, da er hier keine öffentliche Stellung fand, in kurbrandenburgischen Dienste und wurde 1692 zum Schloßhauptmann, Burglehns- und Kammeramtsdirektor des Kreises Schwiebus ernannt. In dem erst 1719 erschienenen Band seiner Gesammelten Schriften finden sich außer seinem Lebenslauf
u. a. das Märtyrerlied über den sterbenden Stephanus „So versiegelt der Gerechte sein Bekenntnis durch den Tod“ und das Schwiebuser Kirchweihlied „Dreifaltig-Heilig-Großer Gott“, die noch heute in manchem Gesangbuch ihren Platz behauptet haben. Sie sind im Unterschied von den weltlichen Gedichten, die auf den galanten Ton Christian Hofmanns von Hofmannswaldau gestimmt sind, in der Sprache der Kirche gehalten.
|Werke ↑
Herrn H.
v. A. Ges. Schrr., bestehend theils aus Geistl. u. Vermischten
(Gelegenheits-) Gedichten, theils aus gehaltenen Parentationen
(Trauerroden), Breslau 1719;
Ausw. in: J. Kürschner,
Dt. Nat.-Lit.,
Bd. 36, Die 2.
schles. Schule I,
hrsg. v. F. Bobertag, 1885, S. 353-56;
A. Fischer-W. Tümpel, Das Kirchenlied d. 17. Jh.s V, 1911, S. 446 f.
Literatur ↑
ADB I;
Goedeke III, 1887, S. 190, 271;
H. Heckel,
Gesch. d.
dt. Lit. in Schlesien I, 1929, S. 320;
RGG;
E. E.
Koch,
Hdb. d. Kirchenliedes …,
31866 bis 1876,
Bd. 4.
Autor ↑
Paul GabrielEmpfohlene Zitierweise ↑
Gabriel, Paul, „Assig, Hans von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
418 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137053096.html
<< Assenede, Diederik van
Assing, David >>
Assig, Hans von
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Assig: Hans v.
A.
, Dichter, geb. 8. März
1650 zu Breslau, †
5. Aug. 1694, Sohn des als Juristen
ausgezeichneten Syndicus der Stadt, Andreas von Assig, studirte er
Jurisprudenz in Leipzig, trat 1674 in schwedische Dienste und
focht als "Commandeur-Lieutenant" auf dem Admiralsschiffe in
mehreren Seeschlachten des schwedisch-dänischen Krieges. Der Tod
des Vaters und der Wille der kaiserlichen Regierung riefen ihn
1676 wieder in seine Heimath. Gleichwol wurde ihm hier, wie es
scheint aus religiösen Gründen, keine öffentliche Stellung zu
Theil; deshalb ging er in kurbrandenburgische Dienste und wurde
1692 Hauptmann und Kammer-Director des Schwiebusser Kreises. (Nach
der Vorrede zu seinen gesammelten Schriften.) —
A.
wird zu den Dichtern der zweiten schlesischen Schule
gezählt, deren schlimmste Eigenschaft, die Lüsternheit, jedoch in
seinen fast ausschließlich religiösen Dichtungen nicht wahrnehmbar
ist. Freilich ist nur ein kleiner Theil seiner Arbeiten und erst
spät von unbekannter Hand herausgegeben worden. Seine Zeitgenossen
rechneten ihn zu den "berühmtesten schlesischen Poeten" neben
Mühlpfort, v. Abschatz und Chr. Gryphius (Vorrede zu
Hoffmannswaldau's bisher ungedruckten Gedichten), deren Dichtungen
die seinigen an Werth allerdings, doch nicht an Zahl gleichkommen.
Der unter dem Titel "Herrn Hannß von Assig etc. gesammlete
Schrifften etc. Breslau bey Michael Hubert 1719" gedruckte Nachlaß
zerfällt in eine mäßige Anzahl geistlicher Oden, von denen nur
wenige in die lutherischen Gesangbücher übergegangen sind, und in
Begräbniß- und andere vermischte, d. h. Gelegenheitsgedichte. Den
größeren Theil des Bändchens nehmen prosaische Leichenreden ein.
Autor ↑
H. Palm.
Empfohlene Zitierweise ↑
Palm, Hermann, „Assig, Hans von“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
624
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137053096.html?anchor=adb
Assig, Hans von
Name: Assig, Hans von
Namensvariante: Assig von Siegersdorf, Hans von
Lebensdaten: 1650 bis 1694
Geburtsort: Breslau
Sterbeort: Schwiebus
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Liederdichter; schwedischer Marineoffizier; Jurist
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Gabriel, PaulAutor ADB:
Palm, HermannPND: 137053096