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Fabarius, Ernst Albert

Gründer der Deutschen Kolonialschule, * 15.9.1859 Saarlouis, 28.10.1927 Witzenhausen/Werra. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Eduard (1817–92), Garnisonspfarrer in Saarlouis, seit 1862 Sup. u. Kreisschulinspektor der I. Hallischen Landdiözese, Nachkomme des Juristen Joh. David (1685–1743, s. ADB VI); M Bertha Wiedemann; 1892 Margarete (1870–1931), T des Frdr. Lilly (1835–1906), Oberhofbaurat in Braunschweig (s. ThB); 3 S, 2 T.

Leben  
Fabarius studierte in Bonn, Berlin, Tübingen und Halle Theologie, Rechts- und Staatswissenschaften und Geschichte. Treitschke und Adolf Wagner übten auf ihn einen sehr starken Einfluß aus. Während der Studienzeit gründete er zusammen mit Freunden den Bonner und Tübinger Verein Deutscher Studenten. Durch diesen Kreis lernte er 1883 Karl Peters kennen. Fabarius begeisterte sich für den Kolonialgedanken und beschäftigte sich seit 1884 mit Ausbildungsplänen für die jungen deutschen Siedler und Pflanzer. Der Divisionspfarrer in Koblenz betätigte sich als Geschäftsführer des Rheinischen Verbandes vom Evangelischen Afrika-Verein und als Schriftführer der dortigen Kolonialgesellschaft. 1898 konnte er seine Pläne ausführen, und 1899 wurde die Deutsche Kolonialschule in Witzenhausen eröffnet. Hier verwirklichte er, ohne Vorbilder zu kennen, sein Lebensziel: die zukünftigen Farmer, Pflanzer und Siedler heranzubilden. Er erstrebte eine enge Verbindung von praktischer, wissenschaftlicher und charakterlich-religiöser Ausbildung. Es wurden Landwirtschaft, Tierzucht, Kulturtechnik, Tropenheilkunde, aber auch Kulturgeschichte, Völkerkunde, Religion und Sprachen gelehrt, wobei gerade in den beiden letzteren Fächern be|sonderes Gewicht auf die Religionen und Sprachen der Eingeborenen gelegt wurde. Als Direktor und Kurator dieser Schule wurde er zum Begründer der deutschen Kolonialpädagogik.

Werke  
Eine dt. Kolonialschule, Denkschr. 1897; Die dt. Kolonialschule u. ihre Aufgabe, in: Westermanns Mhh., Jan. 1908; Neue Wege d. dt. Kolonialpol. nach d. Kriege, 1916; Dtld.s Baumwollsorgen in Krieg u. Frieden, 1917; 2 Jahrzehnte Dt. Kolonialschule, in: Göttinger Univ.ztg. 6, 1923; Aufgabe u. Arbeit d. Dt. Kolonialschule nach d. Vertrage v. Versailles, in: Koloniale Rdsch., 1925, Nr. 11; Berr. u. Aufsätze im „Dt. Kulturpionier“ u. in d. Lehr- u. Anstaltsplänen d. Dt. Kolonialschule.

Literatur  
M. Schanz, Die dt. Kolonialschule in Witzenhausen, 1910 (P); Der Kolonialdeutsche, 1927, Nr. 22; A. v. Duisburg, in: Koloniale Rdsch., 1927, Nr. 11; F. Lenz, in: Der Tropenpflanzer, 1927, Nr. 11; Dt. Kulturpionier, Okt. 1927; P. Schulin, in: Lb. aus Kurhessen u. Waldeck III, 1942 (W, L, P).

Autor  
Marianne Harries
Empfohlene Zitierweise  

Harries, Marianne, „Fabarius, Ernst Albert“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 717 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116355638.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 717 f.

PND: 116355638
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Index

Fabarius, Ernst Albert

Name: Fabarius, Ernst Albert
Lebensdaten: 1859 bis 1927
Geburtsort: Saarlouis
Sterbeort: Witzenhausen/Werra
Beruf/Lebensstellung: Gründer der Deutschen Kolonialschule
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Harries, Marianne
PND: 116355638

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Fabarius, Ernst Albert

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116355638

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