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NDB-Artikel

<< Arnold, Wilhelm Christoph Friedrich     Arnoldi, Ernst Wilhelm >>

Arnoldi, Bartholomäus

Philosoph und katholischer Theologe, * um 1465 Usingen (daher auch Usingen oder Usingensis genannt), 9.9.1532 Würzburg.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Arnold, Weber (?); B Lorenz Arnoldi ( 1521), Professor an der Universität Erfurt.

Leben  
Seit 1484 studierte Arnoldi an der Universität Erfurt, wurde dort 1491 Magister, lehrte danach 30 Jahre hindurch Philosophie und zählte auch Luther zu seinen Schülern. Arnoldi war Aristoteliker, doch stützte er sich besonders auch auf Ockham, Gregor von Rimini, Marsilius von Padua, Buridan, Pierre d'Ailly u. a. Unter dem Einfluß Luthers trat er 1512 in den Augustiner-Orden ein. 1514 erfolgte seine Promotion zum Dr. theol., ohne daß er deshalb seine Lehrtätigkeit in der Artistenfakultät abbrach. Nach der Umformung der Universität durch Justus Jonas zog er sich allmählich von seiner Lehrtätigkeit zurück. Besonders seit 1522 in seiner Eigenschaft als Domprediger, aber auch in vielen Schriften, war er ein entschiedener Gegner Luthers, der mehrmals vergeblich versuchte, seinen alten Lehrer zu gewinnen. So stark Arnoldi die katholische Lehre verteidigte, so eindeutig verurteilte er auch die Mißstände in der Kirche, die er z.T. darauf zurückführte, daß man dem Studium des Rechts gegenüber dem der Theologie weithin den Vorzug gegeben hatte. 1525 mußte Arnoldi Erfurt verlassen und begab sich nach Würzburg, wo er Berater des Bischofs Konrad von Thüngen wurde. 1530 begleitete er diesen auf den Reichstag nach Augsburg und hatte dort mit anderen katholischen|Theologen die Confessio Augustana zu prüfen.

Werke  
Auszug aus d. ungedr. Schr. De Sacramentis unter d. Titel Polemica de SS. Eucharistiae Sacramento, hrsg. v. D. Duijnstee, 1903; Verz. in: H. J. Wetzer u. B. Welte, Kirchenlex. I, 21882.

Literatur  
ADB II (unter Bartholomäus); N. Paulus, Der Augustiner B. A. v. Usingen, in: Straßburger theolog. Stud. I/3, 1893; D. Duijnstee, M. Luther in d. Kritik, 1927, S. 88 f.; N. Häring, Die Theol. d. Erfurter Augustiner-Eremiten B. A., 1939; O. Müller, Die Rechtfertigungslehre nominalist. Reformationsgegner, B. A. v. Usingen u. Kaspar Schatzgeyer üb. Erbsünde, erste Rechtfertigung u. Taufe, 1940; Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques IV, 1930, S. 585 f. (W); LThK; s. a. F. W. E. Roth, Zur Bibliogr. d. B. A. v. Usingen, in: Neuer Anz. f. Bibliogr. u. Bibl.wesen 47, 1886, S. 353-68; Schottenloher I; G. Wolff, Bücherkde. d. fränk. Gesch., H. 1, 1937.

Autor  
Wilfrid Trusen
Empfohlene Zitierweise  

Trusen, Winfried, „Arnoldi, Bartholomäus“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 388-389 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118847988.html

ADB-Artikel

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Bartholomaeus Arnoldi

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Bartholomaeus Arnoldi, gebürtig aus Usingen im Nassauischen, daher Usingensis genannt; † 1532 zu Erfurt. Er trat in den Augustinerorden, studirte zu Erfurt, wurde 1491 Magister und bald darauf Professor der Philosophie. Später ging er zum Lehramt der Theologie über, nachdem er 1514 Dr. der Theologie geworden war. Er hatte in seinem Kloster die Bekanntschaft Luther's gemacht und hielt mit ihm bis 1518 Freundschaft, dann aber widersetzte er sich aufs heftigste der Einführung der Reformation in Erfurt und schrieb dagegen mehrere heftige Streitschriften. 1526 ging er nach Würzburg und war in Begleitung des Bischofs von Würzburg 1530 auf dem Reichstag zu Augsburg gegenwärtig. Dann kehrte er nach Erfurt zurück, wo er hochbetagt gestorben ist. Seine theologischen und philosophischen Schriften s. bei Jöcher Bd. IV. 1747, v. Usingensis. B. ist in der Geschichte der Logik nennenswerth. Er schrieb ein "Compendium der Logik" und "Exercitia zum aristotelischen Organon", deren verschiedene Ausgaben und Titel bei Prantl "Geschichte der Logik im Abendland" Bd. IV. S. 243—44. Anm. 395 und 396 verzeichnet sind. Nähere Angaben über den Inhalt dieser und anderer auf die aristotelische Logik bezüglichen Schriften Usingens finden sich in Jürgens' Leben Luther's Bd. I. 431 ff. Ueber seine theologischen Streitschriften gegen Luther vgl. auch Werner, Gesch. d. apol. u. polem. Litt. IV. 49. 115. 128. —

Autor  
Richter.
Empfohlene Zitierweise  

Richter, „Bartholomaeus Arnoldi“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 110 unter Bartholomaeus Arnoldi [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118847988.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 388-389
ADB 2 (1875), S. 110 unter Bartholomaeus Arnoldi

PND: 118847988
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Index

Arnoldi, Bartholomäus

Name: Arnoldi, Bartholomäus
Namensvariante: Usingen
Namensvariante: Usingensis
Namensvariante: Bartholomaeus Arnoldi
Namensvariante: Bartholomäus, Arnoldi
Namensvariante: Arnoldi Bartholomäus
Namensvariante: Usingensis, Bartholomäus
Lebensdaten: um 1465 bis 1532
Geburtsort: Usingen
Sterbeort: Würzburg
Beruf/Lebensstellung: Philosoph; katholischer Theologe; Augustiner; Logiker
Konfession: katholisch
Autor NDB: Trusen, Winfried
Autor ADB: Richter
PND: 118847988

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Arnoldi, Bartholomäus

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118847988

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