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NDB-Artikel

<< Eder, Georg     Edinger, Ludwig >>

Eder, Joseph Maria Ludwig

Photochemiker, * 16.3.1855 Krems/Donau, 18.10.1944 Kitzbühel. (katholisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Joseph (1801–69), Landgerichtsrat; M Karoline (1828- ca. 1898), T des k. k. Kreisgerichtsrats Ludw. v. Borutzky u. der Justina Mayrhofer; Wien 1885 Anna (1859–1941), T des Ministerialsekretärs Eduard Jos. Valenta in Wien; Schwager Eduard Valenta (1857–1937), Prof. für Photochemie (s. Pogg. IV u. VI); 1 T.

Leben  
Eder studierte an Universität und Technischen Hochschule Wien Naturwissenschaften. Bereits während seiner Studienzeit wandte sich sein Interesse der Photographie und insbesondere der Photochemie zu. 1879 wurde er Assistent an der Technischen Hochschule Wien. Seine ersten Veröffentlichungen erfolgten in Dinglers „Polytechnischem Journal", während seine späteren Forschungsergebnisse größtenteils in der „Photographischen Korrespondenz“ erschienen sind. Sie bilden vielfach heute noch die Grundlage für die Weiterentwicklung auf verschiedenen Gebieten der Photochemie. Nachdem er sich 1879 mit einer Untersuchung über „Die chemischen Wirkungen des farbigen Lichts“ habilitiert hatte, erhielt er im folgenden Jahr eine Professur für Chemie an der Staatsgewerbeschule in Wien. Gemeinsam mit G. Pizzighelli erarbeitete er 1881 die Chlorsilbergelatine-Emulsion, welche die Grundlage der weniger empfindlichen Diapositivplatten und Gaslichtpapiere bildete. Aber erst die Berufung als Chemieprofessor an die höhere Gewerbeschule in Wien (1882) bot Eder die Möglichkeit, durch das Vorhandensein geräumiger Laboratorien seine Forschungstätigkeit voll zu entfalten. In diesen Jahren fand er den ersten Gelb-Grün-Sensibilisator für Trockenplatten, die er „orthochromatische“ Platten nannte, und begann sich mit spektralanalytischen Untersuchungen der Lichtquellen, mit Photometrie und Sensitometrie zu befassen. – Seiner Initiative war 1888 die Eröffnung der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt zu verdanken, deren Organisation und Leitung Eder übertragen wurde. Seine Arbeiten in den 90er Jahren, die er gemeinsam mit Eder Valenta durchführte, galten vorwiegend der Spektralanalyse des Dreifarbendrucks, die in mehreren für die|Zeit aufsehenerregenden Werken ihren Niederschlag fanden. 1892 wurde er außerordentlicher, 1902 ordentlicher Professor der Technischen Hochschule Wien. Um mit der Messung der während des 1. Weltkrieges erheblich gesteigerten Empfindlichkeit der photographischen Aufnahmematerialien Schritt zu halten, entwickelte er mit seinem Mitarbeiter W. Hecht (1919) das Eder-Hecht'sche Graukeilsensitometer, von dessen vielfältiger Anwendungsmöglichkeit die Veröffentlichungen aus den nachfolgenden Jahren Zeugnis ablegen. Gleich nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen wurde auch die Röntgenphotographie in den Lehrplan der „Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt“ einbezogen. – 1884 begann Eder in dem „Ausführlichen Handbuch der Photographie“ unter Hinzuziehung namhafter Fachgelehrter das grundlegende Standardwerk der Photographie zu schaffen. Von diesem immer wieder erweiterten mehrbändigen Handbuch sind 4 Neuauflagen erschienen, in denen die neuen Erkenntnisse und Entwicklungen auf allen Gebieten der Photographie eingearbeitet wurden. Mit besonderer Liebe widmete sich Eder der Geschichte der Photographie, der er in seinem Handbuch einen breiten Platz einräumte und zu der er wertvolle Einzeluntersuchungen veröffentlicht hat. – Hofrat, Dr. honoris causa (Technische Hochschule Wien), Mitglied der österreichischen Akademie der Wissenschaften

Werke  
Weitere W Jb. f. Phot. u. Reproduktionstechnik, 1887 ff.; Rezepte, Tabellen u. Arbeitsvorschrr. f. Phot. u. Reproduktionstechnik, 1889 u. ö.

Literatur  
H. Lüppo-Cramer, in: J. M. E., Gesch. d. Photogr., 41932 (Biogr. E.s als Nachwort); L. Ebert, in: Alm. d. Wiener Ak., 1945, S. 332-36 (P); Photograph. Korr. 81, 1945, S. 1-8 (P); FF 21/23, 1947, S. 64; O. Krumpel, in: Österr. Naturforscher u. Techniker, 1951, S. 125-27 (L, P); Pogg. III-VI.

Autor  
Walter Schürmeyer
Empfohlene Zitierweise  

Schürmeyer, Walter, „Eder, Joseph Maria Ludwig“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 312-313 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118687824.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 312-313
Erwähnungen: 
NDB 22 (2005), S. 647 in Artikel Schell, Anton
NDB 23 (2007), S. 1 in Artikel Schinzel, Karl

PND: 118687824
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Index

Eder, Joseph Maria

Name: Eder, Joseph Maria
Namensvariante: Eder, Josef Maria Ludwig
Lebensdaten: 1855 bis 1944
Geburtsort: Krems/Donau
Sterbeort: Kitzbühel
Beruf/Lebensstellung: Photochemiker
Konfession: katholisch
Autor NDB: Schürmeyer, Walter
PND: 118687824

Weitere Informationen

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Eder, Joseph Maria

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118687824

Normdaten
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