<< Eder, Joseph Maria Ludwig
Edinger, Rutger >>
Edinger, Ludwig
Mediziner, Neurologe,
* 13.4.1855 Worms,
† 26.1.1918 Frankfurt/Main. (israelitisch)
Genealogie
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| Werke
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| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Markus (1819–79), Textilgroßkaufmann in Worms, 1848 Führer der Demokraten in Worms
u. Mainz, demokratischer
Abg. im hessischen Landtag,
S des
Kaufm. Ludw. u. der Franziska
E.;
M Julie Hochstaetter aus Karlsruhe;
⚭ Frankfurt/Main 1886 Anna (
* 1863),
T des Bankiers Benedikt Moses Goldschmidt; 1
S, 2
T,
u. a. Dora (
⚭ Werner Lipschitz,
* 1892,
Prof. der Physiologie).
Leben ↑
Frühe naturwissenschaftliche Interessen bestimmten Edinger zum Studium der Medizin (Heidelberg und Straßburg). Er promovierte mit einer vergleichend-anatomischen Arbeit 1876 bei W. Waldeyer. Die Assistentenzeit bei A. Kußmaul brachte ihm die klinischen Fragestellungen der Neuropathologie nahe. Er habilitierte sich 1881 in Gießen und ließ sich 1883 als Nervenarzt in Frankfurt nieder. Bei Eröffnung der Universität Frankfurt/Main (1914) wurde Edinger zum persönlichen Ordinarius für Neurologie berufen. – Mit privaten Mitteln hat Edinger seine Studien über das Nervensystem durchgeführt und in einer großen Zahl von Arbeiten zu den Grundlagen der neurologischen Wissenschaft beigetragen. Die Unterscheidung stammesgeschichtlich alter (paläencephaler) und neuer (neencephaler) Abschnitte im menschlichen Gehirn sind, wie die Entdeckung des zentralen Verlaufes der Gefühlsbahnen, der Thalamusschmerzen, einige seiner wichtigsten Einzelarbeiten. Unter seinen zusammenfassenden Darstellungen geben die „Vorlesungen über den Bau der nervösen Zentralorgane“ (I, 1885,
81911, II, 1908, mehrere Übersetzungen) die Summe der Erfahrungen Edingers wieder, die – mit Hilfe der vergleichenden Morphologie gewonnen – das Verständnis der Funktion des Zentralorganes beim Menschen zum Ziel hatten. – Mit dem Neurologischen Institut, das in enger Verbindung mit dem Senckenbergischen Pathologischen Institut seines Freundes C. Weigert begründet wurde, heute Edinger-Institut der Universität, schuf Edinger eine der ältesten Stätten der Hirnforschung.
Werke ↑
Weitere W u. a. Zur Kenntnis d. Verlaufes d. Hinterstrangfasern in d. Medulla oblongata
u. im unteren Kleinhirnschenkel, in: Neurolog.
Cbl., 1885, S. 73-77; Über d. Verlauf d. centralen Hirnnervenbahnen,
ebd., S. 309
(Edinger-Westphalscher Kern d. N.oculomotorius b. menschl. Foeten); Gibt es central entstehende Schmerzen?, in: Dt.
Zs. f. Nervenheilkde. 1, 1891, S. 262-82;
Unters. üb. d. Neubildung durchtrennter Nerven,
ebd. 58, 1918, S. 1-32;
Unterss. üb. d.
vgl. Anatomie d. Gehirnes, in:
Abhh. d. Senckenberg. Naturf.
Ges. 15-20, 1890-1903; Der Anteil d. Funktion an d. Entstehung
v. Nervenkrankheiten, 1908; Ein neuer Apparat
z. Zeichnen
u. Projizieren, in:
Zs. f.
wiss. Mikroskopie
u. f. mikroskop. Technik 24, 1907, S. 26-34; Wege
u. Ziele d. Hirnforschung, in: Naturwiss. 1, 1913, S. 441-44; Ein Mensch ohne Großhirn, in: Pflügers Archiv 152, 1913 (mit B. Fischer-Wasels); Zur Methodik in d. Tierpsychologie, in:
Zs. f. Psychologie 70, 1914, S. 101; Aufbau und Funktion, Untergang und Neubildung der peripheren Nerven,
ebd. 59, 1918, S. 10-32.
Literatur ↑
K. Goldstein, in:
Zs. f. d.
ges. Neurol.
u. Psych. 44, 1918, S. 114-49; C. U. Ariëns Kappers, in: Folia Neuro-Biologica 9, 1918, S. 343-66; A. Wallenberg, in: Dt.
Zs. f. Nervenheilkde. 59, 1918, S. I-XXXV; F. H. Lewey, in: W. Haymaker, Founders of Neurology, Springfield, III., 1953; W. Krücke
u. H. Spatz, Zum 100.
Geb.tag v. L.
E. u. 50j. Bestehen d. Neurolog.
Inst. in Frankfurt
(im Druck, P).
Portraits ↑
Gem. v. L. Corinth, 1909 (Frankfurt/M.,
Hist. Mus.); Büste
v. F. Huf, 1912 (
ebd., Neurolog.
Inst.).
Autor ↑
Wilhelm KrückeEmpfohlene Zitierweise ↑
Krücke, Wilhelm, „Edinger, Ludwig“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
313
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118687840.html