<< Arn
Arnauld de la Perière, Lothar Eugen von >>
Arnaud, Henri
Waldenserführer,
* 30.9.1641 Embrun (Dauphiné),
† 5.12.1721 Schönenberg (Württemberg).
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Arnaud studierte in Genf und Basel, wurde 1670 Pfarrer in Mancil (Piemont), später in La Tour (Dauphiné); nach Aufhebung des Edikts von Nantes floh er mit seiner Gemeinde in die Waldensertäler in Piemont. Bei Ausweisung der französischen Flüchtlinge durch den Herzog leitete er den Widerstand der Reformierten und führte die Überlebenden nach harten Kämpfen nach Genf. 1689 kehrte er, unterstützt von Wilhelm III. von England, mit seinen bewaffneten Leuten in die piemontischen Täler zurück und hielt sich tapfer auf der Balsille. Hauptquelle hierfür ist seine Schrift „La glorieuse rentrée“ (1710). Nachdem die militärisch vorzüglich geschulten Waldenser von dem von Frankreich abgefallenen Herzog plötzlich in Gnaden angenommen und als Soldaten gegen Ludwig XIV. verwandt worden, im Frieden von Ryswick aber wieder preisgegeben und die in Frankreich Geborenen zur Auswanderung genötigt waren, führte Arnaud diese 1698 in die Schweiz. Als sehr geschickter Vermittler erreichte er, begünstigt von Wilhelm III. (der ihn zum Colonel mit Jahresrente ernannte) und Holland, die Aufnahme in Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt. 20 Jahre wirkte er noch, bis zuletzt viel auf Reisen für sein Volk, als Pfarrer der Waldensergemeinde Dürrmenz-Schönenberg. Sein dortiges Haus ist heute „Waldensermuseum“.
Literatur ↑
ADB I;
A. Muston, Histoire complète de Vaudois, Paris 1850
(auch dt.);
J. K. Mörikofer,
Gesch. d.
ev. Flüchtlinge, 1876;
K. H. Klaiber, H.
A., 1880;
E. Schmid, War H.
A. reich?, in:
Bll. f.
württ. Kirchengesch.,
Jg. 41, 1937,
S. 56.
Autor ↑
Otto RiegerEmpfohlene Zitierweise ↑
Rieger, Otto, „Arnaud, Henri“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
356
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11850407X.html
<< Arminius, Jakob
Arndes, Stephan >>
Arnaud, Heinrich
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Arnaud: Heinrich
A.
, Pfarrer und vielgeprüftes Haupt der in
Würtemberg eingewanderten Waldenser, geb. 30. Sept. 1641, † zu Schönenberg 8. Sept. 1721. Geboren nach der
wahrscheinlichen Angabe in der Dauphiné zu
Embrun oder Dié, Wanderte er somit erst
später aus Frankreich nach Piemont ein; nach anderer Angabe stammt
er aus La Tour im piemontesischen Thale Lucerna. Als nach der am
22. October 1685 erfolgten Aushebung des Edicts von Nantes in
Frankreich durch den Herzog Victor Amadeus II. von Savoyen auch gegen die piemontesischen
Waldenser schwere Grausamkeiten verübt wurden, verließ
A.
mit einem Theile seiner Glaubensgenossen Piemont, war
aber im J. 1689 in einer hervorragenden Stellung bei dem vom Glück
gekrönten denkwürdigen Kriegszug, der "glorieuse rentrée" betheiligt, welcher einen
Theil der Waldenser wieder nach Piemont zurückbrachte. In Folge
herzoglichen Edicts vom 1. Juli 1698 wiederum zum Verlassen
Piemonts gezwungen, fand er mit anderen seiner Glaubensgenossen
eine Zuflucht in Würtemberg, und wurde Pfarrer der von ihm
gegründeten Riederlassung Schönenberg bei Kloster Maulbronn.
Literatur ↑
Vgl. Histoire de la glorieuse rentrée des
Vaudois dans leurs valées ... le tout ... mis au jour par les
soins et aux dépens de Henry Arnaud pasteur et colonel des
Vaudois. 1710. — (Eine englische Biographie Arnaud's von
Brackebridge führt Muston in seiner Histoire de
Piémont an, Bibliogr. p. 13.)
Autor ↑
Stälin.
Korrektur: Kürzlich erschien: Henri Arnaud, Pfarrer und Kriegsoberster der Waldenser. Ein Lebensbild. Nach den Quellen untersucht und dargestellt von K. H. Klaiber. Stuttg. 1880. Von der Glorieuse rentrée (die in einer Neufchateler Ausgabe von 1845 willkürlich modernisirt ward) erschien ein genauer Abdruck bei Fick in Genf 1879.
Empfohlene Zitierweise ↑
Stälin, „Arnaud, Heinrich“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
540
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11850407X.html?anchor=adb
Arnaud, Henri
Name: Arnaud, Henri
Namensvariante: Arnaud, Heinrich
Lebensdaten: 1641 bis 1721
Geburtsort: Embrun (Dauphiné)
Sterbeort: Schönenberg (Württemberg)
Beruf/Lebensstellung: Waldenser; Waldenserführer; Pfarrer
Konfession: Waldenser
Autor NDB:
Rieger, OttoAutor ADB:
StälinPND: 11850407X