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Ebermayer, Ludwig Friedrich Peter >>
Ebermayer, Wilhelm Ferdinand Ernst
Agrikulturchemiker, Bodenkundler und Meteorologe,
* 2.11.1829 Rehlingen (Mittelfranken),
† 13.8.1908 Hintersee bei Berchtesgaden.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Friedrich (1798–1866), Dekan
u. Hauptprediger zu Nördlingen,
S des Dekans Paul Kanut zu Zirndorf;
M Karol. Frieder. Victoria Julie (1802–56),
T des Oberförsters
Joh. Christian Dentler in Pappenheim;
Halbbruder Ludwig
s. (2);
Vt Gustav
Rr. v. E. (1839–1911), Dr.-
Ing. E. h., bayerischer Staatsrat
u. Gen.Dir. der Staatseisenbahn (
s. Wi. 1911):
⚭ Schopflohe am Ries 1857 Marie Julie Frieder. (
† 1917), >
Wwe des
Kaufm. Ostertag,
T des Färbers Karl
Wilh. Kiderlin in Nördlingen; 2
S, 4
T, 2
Stieftöchter.
Leben ↑
Ebermayer wurde 1898 vom internationalen Verband forstlicher Versuchsanstalten als der „Vater der Forstmeteorologie“ gefeiert. Ursprünglich studierte er Chemie und Naturgeschichte in München und bestand dort 1851 die pharmazeutische Staatsprüfung so ausgezeichnet, daß er sofort Assistent an der mineralogischen Staatssammlung wurde. Er studierte unter J. von Liebig und F. von Kobell in München weiter und erhielt 1853 nach abgelegter Lehramtsprüfung für technische Unterrichtsanstalten eine Lehrstelle an der Landwirtschafts- und Gewerbeschule zu Nördlingen. Juli 1855 promovierte er zum Dr. phil. in Jena und kam nach kurzer Verwendung in Landau (Pfalz) im Dezember 1858 an die Centralforstlehranstalt Aschaffenburg, wo er 1861 zum ordentlichen Professor für Agrikulturchemie und Bodenkunde ernannt wurde. Dort entwickelte er 1861-66 Pläne für ein forstliches Versuchswesen. An die Stelle der überkommenen, kaum begründeten und oft irrtümlichen Anschauungen sollten die neuen physikalischen und chemischen Forschungsmethoden als Grundlage für eine exakte Beantwortung forstlich-naturwissenschaftlicher Fragen eingesetzt werden. Dieses aber könne nicht nur durch einzelne Gelehrte geschehen, sondern angesichts der räumlichen und zeitlichen Eigenart der forstlichen Probleme sei dafür eine Organisation des forstlichen Versuchswesens nötig. Als echter Schüler Liebigs wandte er dessen neue Lehren vom Ackerboden auf den Wald an und wurde dadurch der Begründer einer forstlichen Bodenkunde und untersuchte erstmals die Stoffwechselvorgänge im Humus und in der Waldstreu. Seine Organisationsgabe und Energie schufen in Bayern 1866-68 ein Netz forstlich-meteorologischer Doppelstationen. An ihnen wurden laufend meteorologische Beobachtungen im Waldinneren und im benachbarten Freiland durchgeführt, um das Waldklima und seine Wohlfahrtswirkung auf das Land zu erfassen. Dies neue Verfahren diente als Vorbild ähnlicher Beobachtungsnetze in Preußen, Schweden, Österreich und der Schweiz. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse veröffentlichte er zuerst in seinem Büchlein: „Die physikalischen Einwirkungen des Waldes auf Luft und Boden“ (1873), denen ähnliche Arbeiten über die Beschaffenheit der Waldluft, über Blitzschläge und Hagel und über die Bodenfeuchtigkeit folgten. Von einem Werk „Naturgesetzliche Grundlagen des Wald- und Ackerbaues“ erschien 1882 nur der 1. Band. – Mit der grundlegenden Neuordnung des forstlichen Studiums in Bayern siedelte Ebermayer 1878 an die staatswirtschaftliche Fakultät der Universität München als ordentlicher Professor für den bodenkundlichen Teil der Forstwissenschaft einschließlich Meteorologie und Klimatologie (bis 1900) über und wurde zugleich Vorstand eines entsprechenden Instituts der forstlichen Versuchsanstalt. Er wurde Träger dieser Neuordnung, für die er auch in der Öffentlichkeit, so 1870 durch eine Schrift an alle bayerischen Landtagsabgeordneten, gekämpft hatte, zusammen mit F. von Baur, K. Gayer, R. Hartig und G. Heyer. – Geheimrat.
Werke ↑
Weitere W u. a. Einfluß d. Wälder auf d. Bodenfeuchtigkeit, 1900
(W-Verz.);
Unterss. üb. d. Einfluß d. Waldes auf d. Grundwasserstand (mit O. Hartmann), in:
Abhh. d. Kgl. Bayer. Hydrotechn. Bureaus, 1904.
Literatur ↑
L. Fabricius, in: Forstwiss.
Cbl. 31, 1909, S. 1-8;
v. Cieslar, in:
Cbl. f. d. gesamte Forstwesen 35, 1909, S. 279-83,
u. in: Allg. Forst-
u. Jagdztg. 85, 1909, S. 428 f.
Portraits ↑
Allg. Forst-
u. Jagdztg. 49, 1873;
Zs. f. Forst- u. Jagdwesen 32, 1900.
Autor ↑
Rudolf GeigerEmpfohlene Zitierweise ↑
Geiger, Rudolf, „Ebermayer, Wilhelm Ferdinand Ernst“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
248
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116328835.html
Ebermayer, Ernst
Name: Ebermayer, Ernst
Namensvariante: Ebermayer, Wilhelm Ferdinand Ernst
Lebensdaten: 1829 bis 1908
Geburtsort: Rehlingen (Mittelfranken)
Sterbeort: Hintersee bei Berchtesgaden
Beruf/Lebensstellung: Agrikulturchemiker; Bodenkundler; Meteorologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Geiger, RudolfPND: 116328835