<< Aretin, Freiherren von
Aretin, Johann Adam Freiherr von >>
Aretin, Erwein Freiherr von (Pseudonym Thomas Fischer, Arkas, Reinhardt)
Journalist und Politiker,
* 19.9.1887 Bad Kissingen,
† 25.2.1952 München. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Anton von Aretin (1847–1921). Regierungspräsident in Regensburg;
M Maria Prinzessin von der Leyen (1857–1936);
Gvv Peter Carl von Aretin (1814–87), Großgrundbesitzer und Mitbegründer der deutschen Zentrumspartei;
Gmv Franziska Freiin von Gumppenberg (1823–58);
Gvm Philipp Fürst von der Leyen (1819–82);
Gmm Adelheid Prinzessin Thurn und Taxis (1829–53);
UrGvv Adam von Aretin (s. 2);
⚭ Lösch bei Brunn 7.10.1914 Marianne,
T des Grafen Ludwig Belcredi (1854–1914) und der Maria Freiin zu Franckenstein (1859–1938); 4
S.
Leben ↑
Aretin studierte in Leipzig, München und Göttingen Mathematik und Astronomie. Als Assistent an der Sternwarte in Wien unter L. de Ball verband ihn eine enge Freundschaft mit R. M. Rilke. 1922 in den Redaktionsstab der „Münchener Neuesten Nachrichten“ berufen, wurde sein Name 1927 weit über die deutschen Grenzen hinaus durch seinen Artikel über Therese Neumann bekannt. Im Glauben an eine von Gott gesetzte Rechtsordnung trat Aretin in Wort und Schrift für Bayerns Eigenständigkeit und sein Königtum im Rahmen des Reiches ein, von dessen Notwendigkeit er zutiefst überzeugt war. Im Angesicht des aufkommenden Nationalsozialismus, dessen Gefahr er sofort erkannte und den er kompromißlos bekämpfte, versuchte Aretin in den Jahren 1932/33 gemeinsam mit Gesinnungsfreunden durch die Wiederaufrichtung der bayerischen Monarchie die konservativen Kräfte zu sammeln und damit Bayern und Deutschland zu retten. Infolge seiner mutigen Haltung bis zum letzten Augenblick war er von 1933 bis 1945 den schwersten Verfolgungen ausgesetzt. Von München verbannt, veröffentlichte Aretin unter verschiedenen Pseudonymen mehrere Arbeiten,
u. a. übersetzte er die „Lettres Persanes“ von Montesquieu („Vom glücklichen und weisen Leben“, 1944, unter dem Pseudonym Reinhardt). Nach 1945 wurde er zum Vizepräsidenten des Deutschen Caritasverbandes und in andere Ehrenstellen berufen. Seine menschliche Güte erwarb ihm viele Freunde, seine persönliche Integrität wurde auch von seinen Gegnern anerkannt.
Werke ↑
Weitere W Promemoria, 1912; Das
bayer. Problem, 1924; Die Erscheinungen
v. Konnersreuth, 1927,
21952; Bindung u. Bekenntnisse, Zürich 1934 (
unter d. Ps. Th. Fischer); Die Kunst, anständig zu sein, ebenda 1936 (
unter d. Ps. Arkas); Verfassungen als Grundlage d. Demokratie, 1946; Fritz Michael Gerlich, 1949; Kronprinz Rupprecht, 1949;
Wittelsbacher im
KZ, 1949; Erinnerungen
v. 1931 bis 1934
(ungedr.);
Gesch. d. Grafen
v. Arco
(ungedr.);
Gesch. d.
Fam. v. Aretin
(ungedr.).
Literatur ↑
E. Zinn-R. Kaßner, R. M. Rilke u. Marie Therese
v. Thurn u. Taxis, Zürich 1951;
Kürschner, Lit.-Kal. 1949;
Wi. XI, 1951.
Portraits ↑
Ölgem. v. H. J. Mann (im Besitz d.
Fam.).
Autor ↑
Otto Graf zu Stolberg-WernigerodeEmpfohlene Zitierweise ↑
Aretin, Karl Otmar Freiherr von, „Aretin, Erwein Freiherr von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
346 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118650025.html
Aretin, Erwein Freiherr von
Name: Aretin, Erwein Freiherr von
Namensvariante: Fischer, Thomas
Namensvariante: Arkas
Namensvariante: Reinhardt
Lebensdaten: 1887 bis 1952
Geburtsort: Bad Kissingen
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Journalist; Politiker
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Aretin, Karl Otmar Freiherr vonPND: 118650025