<< Neumann, Sigmund
Neumann, Wilhelm Paul >>
Neumann, Therese (Resl) von Konnersreuth
Stigmatisierte,
* 9.4.1898 Konnersreuth (Oberpfalz),
† 18.9.1962 Konnersreuth (Oberpfalz). (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ferdinand (1873–1959), Schneider in
K.;
M Anna Grillmeier (1874–1949);
B Ferdinand (
* 1911),
Gründungsmitgl. d. 1978
gegr. Konnersreuther Ring e. V., d. sich für d. Seligsprechung
N.s einsetzt.
Leben ↑
Nach ihrer Schulzeit trat
N. in den Dienst des Gastwirtes Max Neumann in Konnersreuth. Ihr Vorhaben, als Missionsschwester in Afrika zu arbeiten, wurde durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges verhindert. Aufgrund mehrerer Unfälle seit März 1918 wurde sie im Oktober desselben Jahres vollständig bettlägerig, 1919 erblindete sie. Seit 1922 lebte sie ohne Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit. Seit April 1923 konnte sie wieder sehen, seit 1925 auch wieder gehen. Im März 1926 zeigten sich Stigmata, zunächst in der Herzgegend, dann an Händen und Füßen, die sichtbar blieben und regelmäßig jeden Freitag aufbrachen; auch am Kopf traten Wundmale auf. Spätestens seit dem Beginn der Stigmatisation hatte
N. Visionen, die sie entweder als Zuschauerin oder als Leidende in der Karwoche erlebte. Hierbei sprach sie in fremden Sprachen,
u. a. in Aramäisch. Sie soll der Hierognosie sowie der Kardiognosie, des Hellsehens und der Bilokation mächtig gewesen sein. Ihre Visionen wurden teilweise auf Wachsplatten oder Tonbändern aufgenommen und sind erhalten. 1927 wurden die Vorgänge in Konnersreuth durch einen Artikel Erwein
v. Aretins in den Münchner Neuesten Nachrichten publik, der, in 36 Sprachen übersetzt,
N. in der ganzen Welt bekannt machte. Der daraufhin einsetzende Ansturm von Besuchern überforderte den Ort und wurde für
N. zur Plage. Die von verschiedenen Seiten, besonders von kirchlichen Stellen geforderte medizinische Untersuchung fand 1927 statt. 14 Tage und Nächte wurde
N. in ihrer Wohnung von zwei Ärzten und vier vereidigten Krankenschwestern ohne Unterbrechung unter Beobachtung gehalten, ohne
|daß sich für ihre vollkommene Nahrungslosigkeit eine Erklärung fand. Danach gab die
bayer. Bischofskonferenz, die sich zunächst gegen eine Besuchsfahrt ausgesprochen hatte, unter
Kard. Michael Faulhaber die Genehmigung, Konnersreuth aufzusuchen. Wissenschaftler der verschiedensten Fachrichtungen versuchten das Phänomen als Hysterie, Suggestion oder Autosuggestion zu erklären, ohne dies aber überzeugend begründen zu können. Die Bischöfe von Regensburg Anton
v. Henle und später Michael Buchberger blieben skeptisch. Auf Betreiben des Vaters wurde eine zweite, klinische Untersuchung abgelehnt. Um
N. bildete sich der „Eichstätter Freundeskreis“ mit Fritz Gerlich, Erich Fürst
v. Waldburg-Zeil, Franz Xaver Wutz, Pater Ingbert Naab sowie dem Ortspfarrer Joseph Naber
u. a. Von
N. gedrängt, etwas gegen den „teuflischen Hitlerismus" zu unternehmen, gründete Gerlich mit finanzieller Unterstützung Waldburg-Zeils die Zeitung „Der gerade Weg“, eine Kampfschrift gegen den Nationalsozialismus. Während des Dritten Reiches wurde es ruhiger um die Stigmatisierte. Auf Intervention des deutschen Botschafters am Vatikan erging 1936 von Rom eine Warnung vor einer „Wallfahrt“ nach Konnersreuth. In der Nachkriegszeit kam es erneut zu einem Anstieg der Besucherzahlen, unter anderem aufgrund des starken Interesses der
amerik. Besatzungsmacht. Zwei Einrichtungen, die Spätberufenenschule Fockenfeld sowie das Anbetungskloster Theresianum, wurden von finanzkräftigen Freunden der Stigmatisierten mit Unterstützung ihres Bruders Ferdinand ins Leben gerufen. Die Anhängerschaft bemüht sich seit
N.s Tod um die Einleitung eines Informativprozesses durch die Gründung des „Konnersreuther Rings e.V.“ 1978 und die Einweihung des „Dokumentationszentrums Therese Neumann“ im Geburtshaus der Stigmatisierten im selben Jahr.
Literatur ↑
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F. Rr.
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G. Schwarz, Das Zeichen
v. Konnersreuth, 1994;
Dokumentation aus d.
ca. 4000
Veröff. in Vorbereitung.
Autor ↑
Christiane KöpplEmpfohlene Zitierweise ↑
Köppl, Christiane, „Neumann, Therese von Konnersreuth“,
in: Neue Deutsche Biographie
19
(1998), S.
162 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118587374.html