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NDB-Artikel

<< Drakolf     Drasche, Anton von >>

Dransfeld, Hedwig (Pseudonym Angelika Harten)

Führerin der katholischen Frauenbewegung, * 24.2.1871 Hacheney bei Dortmund, 13.3.1925 Werl.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Clemens ( 1874), preußischer Oberförster; M Elise Fleischhauer ( 1879), Arzttochter; ledig.

Leben  
Dransfeld wuchs nach dem frühen Tode der Eltern im Waisenhaus auf und wurde 1887 aufgrund ihrer Begabung in das Lehrerinnenseminar in Paderborn aufgenommen. Seit 1890 – immer wieder unterbrochen durch monatelange schwere Krankheit (Knochen-Tbc, die 1898 zur Amputation des linken Armes führte) – war sie als weltliche Lehrerin bei den Ursulinen in Werl (Westfalen) tätig. Obwohl tüchtig und zuverlässig, hat sie nach ihrem eigenen Bekenntnis für den Lehrberuf nie Begeisterung empfunden, ihm jedoch viele Anregungen verdankt für das, was sie damals als ihre eigentliche Berufung ansah: die Dichtung. Eine feinfühlige Lyrik, in der auch sozialpolitische Themen, wie sie später von Heinrich Lersch aufgenommen werden, anklingen, daneben Jugendschriften finden Beachtung und machen sie in katholischen Kreisen bekannt. Ehe sie jedoch im Bereich der Dichtung zu einer dauernden Leistung heranreifen kann, wird sie von ihrer eigentlichen Lebensaufgabe erfaßt: 1905 übernimmt sie nach vielem Widerstreben die Leitung der Zeitschrift „Die christliche Frau“, die von dem Initiator des Caritasverbandes, Prälat Werthmann, 1897 begründet worden war. Dransfeld widmet sich in vielbeachteten Aufsätzen den Fragen der geistigen und sozialen Förderung der Frau und der Sozialpolitik und wird 1912 Vorsitzende des „Katholischen Deutschen Frauenbundes“, den sie – in überzeugter Religiosität und aufgeschlossen gegenüber allen Zeitfragen – im Sinne der religiösen und geistigen Einheit des Katholizismus zu einer umfassenden und integrierenden Organisation der katholischen Frauenbewegung ausgestaltet. Während dieser Tätigkeit, die wieder von schweren körperlichen Leiden begleitet wird, begründet sie auch ihren Ruf als eine der größten Rednerinnen ihrer Zeit. 1919 wird sie in die Weimarer Nationalversammlung und 1920 in den Reichstag gewählt, wo sie innerhalb der Zentrumsfraktion bis zu ihrem Tode einen bestimmenden, aber auch vermittelnden Einfluß in kulturellen Fragen und in Fragen der Erziehung ausübt.

Werke  
u. a. Gedichte, 1893; Buch d. Wünsche, 1898; Theo Westerholt, 1899; Die Geschwister, 1900; Erwachen (neue Gedichte), 1903; Organisationsprobleme d. kath. Frauenwelt, 1913; Bevölkerungsfrage u. Frauenwelt, 1917.

Literatur  
Hdb. d. Nat.-Versammlung, 1919 (P); E. M. Hamann, Allg. Rdsch., 1925; H. D. z. Gedächtnis, Sonderh. d. Zs. Die christl. Frau, 1927; M. Richartz, H. D., in: Lebensschule d. Gottesfreunde 57, 1949; Kosch, Kath. Dtld. (P).

Autor  
Helga Grebing
Empfohlene Zitierweise  

Grebing, Helga, „Dransfeld, Hedwig“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 102 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119206366.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 102
Erwähnungen: 
NDB 23 (2007), S. 253 in Artikel Schmitz, Maria

PND: 119206366
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Index

Dransfeld, Hedwig

Name: Dransfeld, Hedwig
Namensvariante: Harten, Angelika
Lebensdaten: 1871 bis 1925
Geburtsort: Hacheney bei Dortmund
Sterbeort: Werl
Beruf/Lebensstellung: Führerin der katholischen Frauenbewegung
Konfession: katholisch
Autor NDB: Grebing, Helga
PND: 119206366

Weitere Informationen

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Dransfeld, Hedwig

PND
119206366

Normdaten
Personennamendatei (PND)
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