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NDB-Artikel

<< Dräger, Bernhard     Dräseke. >>

Drändorf, Johann von

wiclifitisch-waldensischer Prediger, * um 1390 Schlieben bei Torgau, verbrannt 17.2.1425 Heidelberg.


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Drändorf studierte in Dresden, Leipzig und Prag, wobei er von Anfang an unter den Einfluß wiclifitischer Gedanken geriet. Nach der 1417 empfangenen Priesterweihe wirkte er zunächst als Prediger in Südböhmen und ging Anfang der zwanziger Jahre als Wanderprediger nach Südwestdeutschland, wo er vermutlich Verbindung mit den Waldensern suchte. Er traf in Speyer, dessen Bürger damals in heftigem Streit mit der Geistlichkeit lagen, auf den ihm von Prag her bekannten Peter Turnow und verfaßte mit ihm zusammen eine Kampfschrift gegen den Mißbrauch des geistlichen Amts durch den Klerus. 1424 setzte er sich mit der Reichsstadt Weinsberg in Verbindung, die wegen der Verteidigung ihrer Freiheit gegen Konrad von Weinsberg mit dem Interdikt belegt worden war; dort, wie auch bei den mit Weinsberg verbündeten Städten Heilbronn und Wimpfen konnte er einen besonders fruchtbaren Boden für seine Gedanken finden. Doch wurde er auf der Reise in Heilbronn auf Veranlassung des Kurfürsten Ludwig III. von der Pfalz verhaftet und vor ein aus dem Wormser Bischof und den Heidelberger Theologieprofessoren gebildetes Inquisitionsgericht gestellt, das ihn als der hussitischen Ketzerei überführt verbrennen ließ.

Literatur  
H. Haupt, in: ZGORh 54, 1900, S. 479 ff.; PRE.

Autor  
Heinz Kraft
Empfohlene Zitierweise  

Kraft, Heinz, „Drändorf, Johann von“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 96 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11868065X.html

ADB-Artikel

<< Drais, Karl     Dräseke, Johann Heinrich Bernhard >>

Drändorf, Johann

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Drändorf: Johann D., auch v. Schlieben, hussitischer Märtyrer. Ein sächsischer Edelmann, in Prag zum Priester geweiht, kam D. nach Süddeutschland, forderte die Stadt Weinsberg auf, dem vom Würzburger Bischof verhängten Bann zu trotzen, und wurde deshalb, auch weil er gegen Papstthum, Abendmahl unter einer Gestalt und den Justizmord an Huß und Hieronymus predigte, in Heilbronn gefangen genommen, in Heidelberg vor ein Inquisitionsgericht gestellt und in Worms am 3. Febr. 1425 verbrannt.

Literatur  
Vgl. Ullmann, Reformatoren vor der Reformation, 1, 375 ff. Stälin, Wirtembergische Gesch. 3, 428. Vierordt, Gesch. der evang. Kirche in Baden 1, 57 ff.

Autor  
J. Hartmann jun.
Empfohlene Zitierweise  

Hartmann, Julius d. J., „Drändorf, Johann“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 373 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11868065X.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 96
ADB 5 (1877), S. 373

PND: 11868065X
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Index

Drändorf, Johann von

Name: Drändorf, Johann von
Namensvariante: Johann von Drändorf
Namensvariante: Drändorf, Johann
Namensvariante: Johann Drändorf
Namensvariante: Schlieben, Johann von
Namensvariante: Johann von Schlieben
Lebensdaten: um 1390 bis 1425
Geburtsort: Schlieben bei Torgau
Sterbeort: Heidelberg
Beruf/Lebensstellung: wiclifitisch-waldensischer Prediger; hussitischer Märtyrer
Konfession: katholisch; wicliffitisch-waldensisch
Autor NDB: Kraft, Heinz
Autor ADB: Hartmann, Julius d. J.
PND: 11868065X

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Drändorf, Johann von

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11868065X

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