<< Draconites, Johannes
Drändorf, Johann von >>
Dräger, Bernhard
Apparatefabrikant,
* 14.6.1870 Howe (Gemeinde Vierlande bei Hamburg),
† 12.1.1928 Lübeck. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinrich (1847–1917), Uhrmacher, gründete 1889 eine Werkstatt für Armaturen
u. Bierdruckapparate
|in Lübeck, 1902 das
D.-Werk
Heinr. &
Bernh. D., Erfinder des Wiederbelebungsapparates „Pulmotor“
u. erster Schweißgeräte,
S des Ernst
Frdr. Bernh., Uhrmacher auf der Howe;
M Emma Maria Magd. (1849-74),
T des
Joh. Jürgen Tönnies Puls, Ökonom des Armenhauses;
⚭ Elfriede (
* 1876),
T des Arztes Dr. Stange in Bergedorf
b. Hamburg; 2
S, 1
T,
u. a. Heinr. (
* 1898), Dr. agr., Alleininhaber des
D.-Werks.
Leben ↑
Dräger besuchte bis 1889 das Katharineum in Lübeck und trat 1890 in den väterlichen Betrieb ein. Vater und Sohn beschäftigten sich mit der Nutzbarmachung hochkomprimierter Gase und konstruierten Druckreduzierventile zunächst für Kohlensäure, dann für andere Gase. Sie erfanden den Ausbrennschutz für Sauerstoff-Reduzierventile. 1893 besuchte Dräger die Technische Hochschule Berlin, um exakt wissenschaftliche Forschungs- und Konstruktionsmethoden kennenzulernen. 1897 machte er die Erfindung eines stopfbuchsenlosen Verschlußventils für Hochdruckflaschen, 1901 schuf er ein Sauerstoff-Inhalationsgerät, 1902/03 einen Narkoseapparat, in dem das Narkotikum (Chloroform oder Äther) vom Sauerstoffdruckstrom vernebelt wird.
Das erste Sauerstoff-Atemschutzgerät konstruierte Dräger 1903; es macht seinen Benutzer von der Umgebungsluft unabhängig. Auf Grund eigener physiologischer Versuche führte die Weiterentwicklung dieser Geräteart zu den Modellen 1904/09 und 1910/11. Sie fanden weltweite Verbreitung und wurden zum Ausgangspunkt des Grubenrettungswesens und des Gasschutzes bei den Feuerwehren und in der Industrie. Daneben wurden Helmtauchergeräte für große Wassertiefen gebaut. Fußend auf Werksversuchen entstanden schon vor dem 1. Weltkrieg Luftreinigungsanlagen und Tauchretter für Unterseeboote, ferner Sauerstoff-Atemgeräte für Ballon-Höhenflüge, die später für die Verwendung in Flugzeugen weiterentwickelt wurden. – Der Selbstretter Modell 1914, ein vereinfachtes Sauerstoff-Schutzgerät, gewann im 1. Weltkrieg während der Gaskämpfe große Bedeutung. Damals wurde das Dräger-Werk zu einer der wichtigsten Gasschutzwerkstätten der Mittelmächte. – Nach 1918 arbeitete Dräger an der Weiterentwicklung der Gasschutzgeräte für den Bergbau, für die Feuerwehren und für die Industrie. Auch Narkose- und Inhalationsgeräte sowie Geräte für die autogene Schneid- und Schweißtechnik erfuhren wesentliche Verbesserungen. – Dr.-Ingenieur Ehren halber (Technische Hochschule Berlin 1916).
Werke ↑
Der Werdegang d. Rettungsapparate, 1912.
Literatur ↑
Dräger-Heft
Nr. 125, 1928,
u. Nr. 137 A, Juni 1929
(P). - Zu V Heinr.: H. Wiesenthal, Dichter-Ingenieure, 1925, S. 93-104.
Portraits ↑
Relief: Doppelbildnis
Heinr. u. Bernh. D. (München, Dt.
Mus.,
P -
Slg.).
Autor ↑
Franz HollmannEmpfohlene Zitierweise ↑
Hollmann, Franz, „Dräger, Bernhard“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
95 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116193727.html
Dräger, Bernhard
Name: Dräger, Bernhard
Lebensdaten: 1870 bis 1928
Geburtsort: Howe (Gemeinde Vierlande bei Hamburg)
Sterbeort: Lübeck
Beruf/Lebensstellung: Apparatebauer; Fabrikant
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Hollmann, FranzPND: 116193727