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NDB-Artikel

<< Doms, Joseph     Donandt, Martin Donatus Ferdinand >>

Donalitius (Donaleitis), Christian

Schriftsteller, * 1.1.1714 Lasdinellen bei Gumbinnen, 18.2.1780 Tollmingkehnen. (evangelisch)


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Die Herkunft der Familie ist unsicher. Schon vom Vater (früh ), der Bauer war, weiß man nicht, ob er Litauer war, oder eingewandert, vielleicht aus Schottland; 6 Geschwister, unter anderem Bruder Goldarbeiter in Königsberg, befaßte sich mit hydraulischen, musikalischen und physikalischen Instrumenten; 1744 NN; kinderlos.
Nach Studienabschluß wurde Donalitius Hauslehrer, Kantor (1740) und Rektor (1742) in Stallupönen, seit 1743 war er Pfarrer in Tollmingkehnen und erbaute aus eigenen Mitteln ein Pfarrwitwenhaus. Aus Liebhaberei stellte er optische Gläser, Thermometer und ähnliches her. – Seine Bedeutung besteht darin, daß er in litauischer Sprache eine große Anzahl von Gedichten, epischen Werken und Fabeln verfaßt hat; er ist der einzige Kunstdichter der Litauer in Preußen. Aber er hat auch in deutscher Sprache gedichtet, wie auch gepredigt. Donalitius lebte in der für Litauen günstigen Zeit, während der Friedrich Wilhelm I. den Litauern eine besondere Fürsorge zuwandte. War die litauische Schriftsprache zunächst auf das religiöse Schrifttum beschränkt, so hat Donalitius hier Wandel geschaffen, indem er das weltliche Schrifttum in die litauische Sprachübung einführte. Sein großes Vorbild war Virgil. Er hatte in seiner Zeit kein Vorbild; Klopstock verfaßte den Messias später, und Thomsons „Seasons“ sind wohl vor Donalitius entstanden, tragen aber ganz anderen Charakter. Seine Fabeln lehnen sich wohl an litauische Volksdichtungen und an Äsop an. Am bedeutendsten sind seine Idyllen, in denen er vom Leben der litauischen Landleute in Hexametern erzählt. Die Rominter Heide ist vielfach der landschaftliche Hintergrund seiner Dichtungen. Er selbst hat nie etwas von seinen Dichtungen veröffentlicht. Erst L. J. Rhesa, der sich so große Verdienste um das Litauische erwarb, hat Donalitius der Vergessenheit entrissen (Das Jahr in vier Gesängen, 1818). Nach ihm haben A. Schleicher und F. Nesselmann 1869 (1. vollständige Ausgabe mit Glaser, Peterburg 1865) neue Editionen veranstaltet. Ludwig Passarge gab eine deutsche Übersetzung heraus (1894). Eine litauische Ausgabe ist nach 1945 erschienen.

Literatur  
F. Tetzner, Die Slawen in Dtld., 1902, S. 49 ff.; ders., in: Altpreuß. Mschr. 34, 1897, S. 277 ff. u. 409 ff. (vorwiegend biogr. Dokumente); Altpreuß. Biogr. (L).

Autor  
Götz von Selle
Empfohlene Zitierweise  

Selle, Goetz von, „Donalitius, Christian“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 69 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119043092.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 69

PND: 119043092
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Index

Donalitius, Christian

Name: Donalitius, Christian
Namensvariante: Donaleitis, Christian
Lebensdaten: 1714 bis 1780
Geburtsort: Lasdinellen bei Gumbinnen
Sterbeort: Tollmingkehnen
Beruf/Lebensstellung: Schriftsteller
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Selle, Goetz von
PND: 119043092

Weitere Informationen

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Donalitius, Christian

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119043092

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