<< Schönberg.
Schönberg, Arnold >>
Schönberg, Artur
Ingenieur,
* 5.3.1874 Wien,
† 20.2.1943 Theresienstadt.
Genealogie
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| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ignatz (1842–1922), wohl aus Szécsény (Nógrád, Ungarn),
S d. Abraham (
* 1812) u. d. Theresia Löwy (1807–88);
M Charlotte Weiss (
* 1849);
Ov Samuel (1838–89), Schuhmacher in
W.; –
⚭ Wien 1900 Eveline (1879–1942 Theresienstadt),
T d. Eduard Eisig Bach (1843–92),
Hutfabr., u. d. Henriette Sara Nelken (
* 1848); 2
T ;
Vt Arnold (s. 2).
Leben ↑
Nach dem Abitur in Wien studierte
S. Maschinenbau und Elektrizitätslehre an der
TH Wien bis zum Abschluß als Diplom-Ingenieur, anschließend arbeitete er für kurze Zeit bei einer Wiener Maschinenbaufabrik und wechselte 1898 zur „Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft“ (AEG) nach Berlin. Auf der Weltausstellung in Paris 1900 lernte er Oskar
v. Miller (1855–1934) kennen, der ihn an sein Münchner Ingenieurbüro holte. Hier entwickelte sich
S. zu Millers wichtigstem Mitarbeiter. Er war maßgeblich an der Planung zahlreicher Elektrizitätswerke im In- und Ausland beteiligt, namentlich bei der Errichtung großer Landeselektrizitätsversorgungen, wie der Pfalzwerke, des Thüringenwerks und der Karpatenwerke, die Projektierung des Walchenseekraftwerks und der Gasversorgung in der Rheinpfalz sowie die Betriebsoberleitung von kommunalen Elektrizitätswerken. Für Millers einflußreiches „Gutachten über die Reichselektrizitätsversorgung“ (1930) erhob
S. die Daten und konzipierte mit Miller erstmals eine deutschlandweite Elektrizitätsversorgung. Er verfaßte zahlreiche Kapitel für den 2. Band von Millers „Versorgung der Städte mit Elektricität“ (1903) und schrieb für ihn Aufsätze und Vorträge. Mit Ernst Glunk gab
S. 1926 den Band „Landes-Elektrizitätswerke“ heraus, in dem die großen, im Ingenieurbüro Millers konzipierten Stromnetze beschrieben sind. Mit Miller wurde er in den 1920er Jahren zu einem Verfechter von Elektroherden in Privathaushalten. Zum Prokuristen befördert, trat er 1921 bei der Umwandlung von Millers Ingenieurbüro in eine
GmbH als Gesellschafter ein.
S. unterstützte Miller auch 1903 bei der Gründung des
Dt. Museums in München und leitete 1903-07 neben seiner Ingenieurtätigkeit dessen „Wissenschaftliche Abteilung“. Bis 1918 kümmerte er sich um die Beschaffung und Präsentation von Museumsobjekten, organisierte die Mitgliederwerbung und bemühte sich um Stiftungen für den Museunisneubau. Er war maßgeblicher Verfasser der Schrift „Chronik des
Dt. Museums“ (1927).
Von den Nationalsozialisten wurden
S. und Miller schon in den 1920er Jahren als die „ersten Jünger Kurt Eisners“ (
d. h. als Kommunisten) diffamiert. Auf Druck der Nationalsozialisten mußte
S. Mitte der 1930er Jahre Millers
GmbH verlassen. Er versuchte seit 1938 vergeblich, der zunehmenden Judenverfolgung durch Emigration in die USA zu entkommen. Gemeinsam mit seiner Frau wurde er Mitte 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo beide ums Leben kamen.
Auszeichnungen ↑
zahlr. Ehrungen,
u. a. Goldene Ludwigs-Medaille,
Abt. Ind. (1906); Goldener Ehrenring d.
Bayer. Staatsreg. (1925); Landbaurat (1926); Oskar
v. Miller-Plakette d.
Dt. Mus. (1930).
Werke ↑
Die Reproduktionstechnik im
Dt. Mus., in: Der Sammler 77, 1908,
Nr. 70, S. 2-4;
Die elektr. Küche, in: Elektrotechn.
Zs. 50, 1929,
S. 1689-92;
Über d. Einfluß d. Wärmestromverteilung auf d. Belastungsverhältnisse d. Elektrizitätswerke, in: Elektrizitätswirtsch. 29, 1930, S. 479-92.
Literatur ↑
W. Füßl, Oskar
v. Miller, 2005;
|Quellen ↑
Qu Archiv d.
Dt. Mus.;
Bayer. HStA;
StadtA München;
Briefe im Arnold Schönberg Center, Wien;
Mitt. v. Else Schönberg.
Portraits ↑
Gem. v. G. Waltenberger, Grundsteinlegung d.
Dt. Mus., 1916,
Darst. S.s hinter Prinz Ludwig
v. Bayern;
Foto (beides München,
Dt. Mus.);
Fam.photo (Wien, Arnold Schönberg Center).
Autor ↑
Wilhelm FüßlEmpfohlene Zitierweise ↑
Füßl, Wilhelm, „Schönberg, Artur“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
389-390
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd141397217.html