<< Schönbein, Christian Friedrich
Schönberg, Caspar >>
Schönberg
(Schomberg), von (sächsische Freiherren 1897 u. 1912), meißnisches Adelsgeschlecht. (evangelisch u. katholisch)
Leben ↑
Die Familie erscheint in der Mark Meißen erstmals urkundlich 1282 mit
Sifridus de Schonenberc, benannt nach der Burg Schönberg (jetzt Roth-Schönberg) bei Wilsdruff, und war in der Folgezeit im
sächs. Hof- und Militärdienst zahlreich vertreten. Drei Angehörige der Familie gelangten auf den Bischofsstuhl von Meißen:
Dietrich (
† 1370, s.
Gatz IV) starb noch im Jahr seiner Ernennung,
Caspar (um 1395–1463) und sein Bruder
Dietrich (um 1400–76, beide s.
Gatz III) leiteten das Bistum seit 1451
bzw. 1463. Zwei weitere wurden Bischöfe von Naumburg:
Dietrich (
† 1492), ein Neffe Caspars, 1481,
Johannes (
† 1517) 1492, nachdem er bereits seit 1483 als Koadjutor gewirkt hatte (beide s.
Gatz III).
Nikolaus (1472–1537) trat 1498 in Florenz in den Dominikanerorden ein, dessen Generalprokurator er 1508-15 war. Danach fungierte er als
päpstl. Legat in verschiedenen Ländern. 1520 wurde er zum Erzbischof von Capua ernannt, 1535 zum Kardinal (s.
LThK3;
Altpreuß. Biogr. II;
BBKL). Sein Bruder
Dietrich (1484–1525, s.
L), der 1515-20 in Diensten des Hochmeisters Albrecht stand und 1524 mit dem
franz. Heer nach Oberitalien zog, fiel in der Schlacht bei Pavia. Sein Sohn
Anton (
† 1552/54, s.
ADB 32), seit 1516 Mitglied des
Dt. Ordens, schloß sich der Reformation an und leitete 1539 kurze Zeit die
sächs. Regierung.
Sifrids Urenkel
Hanns (
erw. 1422/48) und
Nikol (
erw. 1435,
† vor 1476), beide
sächs. Räte und Hofmeister, bildeten die beiden Stämme der F'amilie.
Kaspar (
† 1489), Sohn des Hanns, war
sächs. Hofmeister, Hofrichter und Geheimer Rat sowie Landvogt und Verweser in Meißen. Seine Söhne
Hanns (
† um 1523), Vorsteher der Ritterschaft des erzgebirg. Kreises, und
Wolf (
† 1546),
sächs. Rat, Amtmann in Meißen und Oberhauptmann von Glauchau, bildeten die beiden Linien (Börnichen
bzw. Thammenhain) des I. Stammes,
Wolf (1500–68),
sächs. Rat und Hauptmann von Rochlitz. und
Moritz (1522–95), auf Börnichen, die Söhne des Hanns, Äste der I. Linie. Wolfs Sohn
Hanns Wolf (1539–1603) war
sächs. Hofmeister und Hauptmann von Stolpen und Radeberg.
Caspar (1540–99, s. 1) wurde als
franz. Rat und Marschall zum „Comte de Nanteuil et de Schomberg“ erhoben; sein Sohn
Henri (1575–1632), 1625 Marschall von Frankreich, gehörte als „Surintendant des Finances“ zu den wichtigsten Personen der
franz. Staates, ebenso sein Enkel
Charles (1601–56), Comte de Nanteuil et de Durestal, Marquis d'Epinay, Duc de Haluin, als Marschall und Pair von Frankreich.
Hans Friedrich (1543–1614, s.
ADB 34) war Hofrichter in Wittenberg, Wolfs Urenkel
Christian Johann (1608–72) Landesältester des Kreises Bautzen.
Johann Friedrich Gf. (1691–1762, 1741
Reichsgf.) und dessen Sohn
Adolf Heinrich Gf. (1737–95) wurden
sächs. Konferenzminister und
Wirkl. Geheime Räte,
Gottlieb Ludwig Gf. (1726–91)
franz. Feldmarschall und Inhaber des Dragoner-
Rgt. Schomberg, deren Cousin
Karl Friedrich Rudolf (1734–1806)
sächs. Generalmajor. Ein Nachfahre des Moritz (
† 1595) aus dem Haus
|„Geußnitz“,
Moritz Haubold (1770–1860),
preuß. Wirkl. Geheimer Rat und Oberpräsident der Provinz Schlesien, heiratete
Luise (1771–1856, s.
ADB 32), Tochter des Christian Friedrich
Gf. zu Stolberg-Wemigerode (1746–1824, s.
ADB 36), die durch ihre schriftstellerische und karitative Tätigkeit hervortrat. Zwischen 1558 und 1761 leiteten fast ununterbrochen Vertreter der Familie das Oberbergamt Freiberg, 1542-57
Wolf zu Neusorge, 1558-84
Wolf zu Neusorge, 1584-88
Lorenz auf Oberreinsberg, 1588-1616
Heinrich auf Rechenberg, Purschenstein und Frauenstein, 1616-28
Caspar Rudolph auf Wilsdruff und Maxen, 1628-50
George Friedrich auf Mittelfrohna und Pfaffroda, 1650-76
Caspar auf Mittelfrohna, Pfaffroda und Dörnthal, 1676-1711
Abraham (1640–1711, s. 2) auf Wittgensdorf und 1734-61
Curt Alexander auf Oberschöna. Ein Nachfahre aus dem Haus „Börnichen“,
Curt Alexander (1703–61, s.
L), war
sächs. Oberberghauptmann und
russ. Generalbergdirektor.
Kaspar (
† 1666), Nachfahre des Wolf (
† 1546), war Oberberg- und Amtshauptmann in Freiberg und Grillenburg. Nachfahre
Adolf (1864–1927), auf Thammenhain,
päpstl. Geheimkämmerer, verheiratet mit
Josepha (1874–1945), Tochter des
preuß. Diplomaten Karl Friedrich
v. Savigny (1814–75, s.
NDB 22), wurde 1897 in den
sächs. Freiherrenstand erhoben. Adolfs Sohn
Karl Friedrich Frhr. (1903–75) war mit
Renata (1907–63), der Tochter des Generaldirektors der
Fa. Villeroy & Boch Roger
v. Boch-Galhau (1873–1917), verheiratet, seine Enkel sind
Dr. iur. Rüdiger Frhr. (
* 1940), Richter am Bundesfinanzhof, und der Diplomvolkswirt
Friedrich Frhr. (
* 1945); die Enkelin
Maria-Josepha (
* 1932) ist mit dem Brigadegeneral Hubert Bung (
* 1920) verheiratet,
Brigitta (
* 1933) mit dem Diplomlandwirt Uve
Gf. v. Wedel (
* 1925), der bei der
Internat. Arbeitsorganisation der UNO beschäftigt war,
Christiana (
* 1937) mit dem
EU-Abteilungsleiter Otto
Gf. v. Schwerin (
* 1939). Adolfs Tochter
Dr. phil. Angela (1906–91), Oberstudiendirektorin, war mit Rittmeister Johann Albrecht
Gf. v. der Schulenburg (1898–1945
⚔) verheiratet.
Nikols (
† vor 1476) Sohn
Hanns (
† um 1508) war
sächs. Rat und Landvogt in Meißen, sein Urenkel
Kaspar (1526–86) Präsident des Oberkonsistoriums. Dieses Amt bekleidete seit 1668 auch
Hans Dietrich (1623–82, s.
ADB 36), Sohn des
sächs.-altenburg. Hofrats
Anton (
† 1638); 1672 wurde er sachsengotha. Geheimer Rat und Kanzler. Kaspars Enkel
Kaspar Dietrich (1599–1673), auf Limbach, Roth-Schönberg, Bornitz und Saalhausen, und
Hanns Uz (
† 1657), auf Maxen, bildeten die beiden Linien des II. Stammes,
Hanns Wolf (1648–1712), auf Ober- und Nieder-Reinsberg, Tanneberg und Bornitz, und
Hanns Dietrich (1662–1726), auf Roth-Schönberg, die beiden Äste der I. Linie. Die II. Linie (Reichstädt u. Purschenstein) ist inzwischen im Mannesstamm erloschen. Christian Ferdinands Enkel
Wolf (1780–1838) war
sächs. Oberforstmeister,
Bernhard (1827–1902, s.
L)
sächs. Oberrechnungskammerpräsident,
Friedrich (1826–1903)
sächs. Generalleutnant,
Karl (1872–1914
⚔ s.
L) als Kapitän Kommandant des Kreuzers „Nürnberg“,
Walther (1861–1926)
preuß. Generalmajor.
Theda Camp
v. S. (
* 1923) ist mit Eberhard
v. Kuenheim (
* 1928), dem
ehem. Vorstandsvorsitzenden der BMW
AG, verheiratet.
Schönberg, Caspar
Schönberg, Abraham