<< Schnitzler, Hermann
Schnizlein, Adalbert Carl Friedrich Hellwig Konrad >>
Schnitzler, Theodor Simon
katholischer Liturgiewissenschaftler,
* 1.4.1910 Düsseldorf,
† 29.8.1982 Meerbusch bei Düsseldorf,
⚰ Köln, Sankt Aposteln.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Nachlass
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Wilhelm Hubert (1872–1949),
Kaufm. in
D.;
M Elisabeth Keusen (
† 1946); 4
Geschw.Leben ↑
Nach dem Abitur 1928 am Hohenzollerngymnasium in Düsseldorf studierte
S. Theologie zunächst in Freiburg (Br.), seit 1928/29 an der Gregoriana in Rom, wo er im Collegium Germanicum lebte. 1931 erwarb er mit seiner philosophischen Jahresarbeit „Platons Staat und die ‚Verfassung' der
kath. Kirche“ den
Dr. phil., vertiefte anschließend seine kirchenhistorischen und liturgiewissenschaftlichen Studien und empfing 1934 die Priesterweihe. Zurückgekehrt als Kaplan in Köln-Nippes, setzte er seine kirchengeschichtlichen Studien an der
Univ. Bonn fort und wurde 1936 zum
Dr. theol. promoviert (Im Kampf um Chalcedon,
Gesch. u. Inhalt d. Codex Encyclius
v. 458, 1938). 1943 wurde
S. von
Ebf. Joseph Frings (1887–1978) zum ersten
dt. Seminarprofessor für Liturgik, Ritus und Rubrizistik ernannt und wirkte bis 1960 am Kölner Priesterseminar. Neben veröffentlichten Erläuterungen der tridentinischen Liturgie aus dem Geist der liturgischen Bewegung übte
S. liturgische Beratertätigkeiten aus: Schon 1947 Konsultor der Liturgischen Kommission der Bischofskonferenz, betreute er die Gottesdienste des Kölner Domfestes (1948) und seit 1950 der
Dt. Katholikentage bis hin zum Eucharistischen Weltkongreß (München 1960). 1960 wurde
S. gemäß seinem Jugendwunsch doch noch „Pastor“ der Kölner Stadtpfarrei
St. Aposteln. Seit der Ankündigung des II. Vatikanischen Konzils (1962–65) arbeitete er in vorbereitenden Kommissionen an der Liturgiereform mit. Seit 1963 war er in Rom Konsultor des Rates für die Ausführung des Liturgiedekretes und wirkte
u. a. intensiv am
bfl. Zeremonienbuch mit.
S. bemühte sich um die liturgiewissenschaftliche Aus- und Fortbildung, zunächst gründete er für die Brüderorden das Apostelstift (1961–91) und 1977 die Ebfl. Liturgieschule. In der aufblühenden Liturgiewissenschaft erhielt
S. Lehraufträge am Priesterseminar Essen-Werden (1962–70) und am überdiözesanen Studienhaus Burg Lantershofen (1974–81). Im Erzbistum Köln war er Mitglied der Kommissionen für Liturgie und Kirchenmusik sowie der für die Seligsprechung Adolf Kolpings. Obwohl
S. die Liturgiereform aktiv mitgestaltet hatte, betrachtete er sich selbst als „in echter Weise konservativ“. Aus dem Geist der
dt. liturgischen Bewegung heraus hatte er zunächst große Breitenwirkung mit seinen volkstümlichen Erläuterungen der tridentinisch-vorvatikanischen Liturgie und wurde dann durch die Mitarbeit an der Liturgiereform in Rom zu einem international bekannten Liturgiewissenschaftler.
Auszeichnungen ↑
päpstl. Hausprälat (1958); Ehrendomherr d. Kölner Domkirche (1980).
Werke ↑
Weitere W
Die einheitl. Gebete d.
dt. Bistümer, 1950;
Meßdienerpäd., 1955;
Die Messe in d. Betrachtung, 2
Bde., 1955/57,
31964 (
Überss. in 7 Sprachen);
Die Eucharistie in d.
Gesch., 1959,
21960;
Der
röm. Meßkanon, 1968;
Die drei neuen eucharist. Hochgebete, 1968,
31969;
Was d. Messe bedeutet, 1977,
111990;
Kirchenjahr u. Brauchtum, 1977,
81989;
Erzählte Messe, Geschichten f. Kinder, 1978,
101990;
Die Heiligen im J. d. Herrn, 1979,
61990;
Was d. Stundengebet bedeutet, 1980,
21982;
Was d. Sakramente bedeuten, Hilfen zu e. neuen
|Erfahrung, 1982,
21983;
–
Bibliogr.: H. J. Hecker, Chronik d. Regenten, Dozenten u. Ökonomen im Priesterseminar d.
Ebm. Köln 1615-1950, 1952, S. 277 f.;
D. Froitzheim, Personalchronik d. Kölner Priesterseminars 1951-1976, 1976, S. 27-29;
|Nachlass ↑
Nachlaß: Hist. Archiv u.
Diözesanbibl. d.
Ebm. Köln.
Literatur ↑
J. G. Plöger (
Hg.), Gott feiern,
Theol. Anregung u. geistl. Vertiefung zur Feier
v. Messe u. Stundengebet,
FS Th. S.
S.,
1-21980 (
Bibliogr., S. 457-63);
ders., in: Notitiae 18, 1982, S. 867-71;
E.
v. Severus, in: Liturg.
Jb. 32, 1982, S. 179-200;
N. Trippen (
Hg.), Das Kölner Priesterseminar im 19. u. 20.
Jh., 1988, S. 181-204;
Das
Hist. Archiv d.
Ebm. Köln. Übersicht über seine
Gesch., Aufgaben u. Bestände, 1998. S. 391;
A. Odenthal, in: S. Cüppers (
Hg.), Kölner Theologen, 2004, S. 476-91;
LThK3;
BBKL 19.
Autor ↑
Reimund HaasEmpfohlene Zitierweise ↑
Haas, Reimund, „Schnitzler, Theodor Simon“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
338-339
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd107004399.html