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Schmölz, Karl Hugo >>
Schmölz, Theodor Hugo
* 21.1.1879 Sonthofen,
† 27.4.1938 Köln,
⚰ Köln, Nordfriedhof.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Karl Theodor (1846–1905),
Kaufm. in Kempten (Allgäu),
S d. Andreas, Wirt in Sulzberg, u. d. ;
M Maria (1856–1907),
T d. Christoph Birnbaumer, Tuchscherer in Menningen (Baden), u. d. ;
⚭ 1) 1903 Juliane (1879–1918),
T d. Romoald Rödle (1850–1901),
Käsereibes. in Grafertshofen, u. d. Theresia
N. N. (1850–81), 2) 1919 Theresia Kurz (1891–1972); 1
S aus 1) Karl Hugo (s. 2), 2
T aus 1) Maria Charlotte (1904–22), Therese Anna (
* 1906,
⚭ Oskar August Ullrich, 1904–85, aus Leipzig, zuletzt in Bergisch Gladbach).
Leben ↑
Nach dem Besuch der Grund- und Realschule in Kempten (Allgäu) absolvierte
S. 1893-96 eine Lehre bei dem dort ansässigen Fotografen Richard Eder. Es folgten Wanderjahre bis 1901, in denen er als Gehilfe und Retuscheur in verschiedenen Werkstätten tätig war, darunter im „Atelier Elvira“ in München und in Frankfurt/M. Anschließend arbeitete er bis 1910 als Retuscheur und Fotograf bei Hubert Lill, Mannheim. Im März dieses Jahres ging er nach Berlin, von dort im
Nov. 1911 nach Köln, wo er mit einem Kompagnon ein Atelier eröffnete und sich auf Architekturfotografie spezialisierte. 1914 konnte er Arbeiten auf der Kölner Werkbund-Ausstellung zeigen. Im 1. Weltkrieg war er als Kanonier des Lichtmesstrupps 39 an fotografischen Front-Dokumentationen beteiligt.
1924 trennte sich
S. von seinem Geschäftspartner und eröffnete im Kölner Stadtzentrum ein eigenes Geschäft, das zwar auf „Architektur- und Industrie-Fotografie“ spezialisiert war, aber zur wirtschaftlichen Absicherung auch Porträt-, Werbe- und Reproaufträge übernahm. Als Architekturspezialist gewann
S. bald wichtige und beständige Auftraggeber aus Industrie und Bauwesen. So fotografierte er
u. a. für die Architekten Adolf Abels (1882–1968). Paul Bonatz (1877–1956), Dominikus Böhm (1880–1955), Clemens Holzmeister (1886–1983), Clemens A. Klotz (1886–1969) und Wilhelm Riphahn (1889–1963), deren neusachliche Formensprache in seinem hoch perfektionierten Bildstil ein angemessenes Äquivalent fand. Zu seinen Auftraggebern gehörten auch Baufirmen und kommunale Bauträger, besonders die Stadt Köln. Die Arbeiten machten ihn überregional bekannt und verschafften ihm in den 30er Jahren weitere Aufträge zur Aufnahme staatlicher Repräsentationsbauten, die ihn zum meistbeschäftigten Architekturfotografen des „Dritten Reiches“ (R. Sachsse) machten. Darüber hinaus fertigte
S. zahlreiche dokumentarische Aufnahmen historischer und zeitgenössischer Bauten in Köln und vermittelte damit ein jenseits aller Gefälligkeit liegendes Stadtbild. Für die hohe ästhetische Wirkung seiner Aufnahmen ist die fotografische Präzision ebenso ausschlaggebend wie die ausgeklügelte Balance zwischen den wiedergegebenen Baumassen und dem sie modellierenden Licht. Damit stehen sie zwar in der Tradition der neusachlichen Fotografie, der ihnen eigene Hang zur dramatischen Steigerung verleiht ihnen jedoch eine besondere, individuelle Note.
Auszeichnungen ↑
Mitgl. d.
SPD (1910–14) u. d.
Dt. Werkbunds (seit 1914);
Mitbegr. d. „Vereinigung Kölner Fach-Fotografen“ (1930); Berufung in d. „
Ges. Dt. Lichtbildner“ (1934).
Literatur ↑
Fotografie 1919-1979, Made in Germany, Die GDL-Fotografen, 1979;
R. Sachsse u. Karl Hugo Schmölz (
Hg.), Fotografierte Architektur 1924-1937, H.
S., 1982;
R. Mißelbeck, Köln lebt. Fotografien
v. H. u. Karl Hugo
S., 1985;
L. Kräussl, Fotogr.
zw. Handwerk – Kunsthandwerk – Kunst, Die
Gesch. u. Entwicklung d. „
Ges. Dt. Lichtbildner“ seit 1919, 1992;
A. Ganteführer-Trier. Zur
Gesch. der ersten photogr. Ausstellungen auf d. photokina in Köln, in: Öffentlichkeit d. Moderne – Die Moderne in d. Öffentlichkeit, Das Rheinland 1945-1955,
hg. v. D. Breuer u. G. Cepl-Kaufmann, 2000, S. 527-44
(mit Abb.);
Hugo Erfurth, Photograph
zw. Tradition u. Moderne,
Ausst.kat. Köln, Dresden, München 1992/93;
H. M. Koetzle, Das
Lex. d. Fotografen 1900 bis heute, 2002;
R. Mißelbeck (
Hg.), Prestel-
Lex. d. Fotografen, Von d. Anfängen 1839 bis
z. Gegenwart, 2002.
Portraits ↑
Foto
v. Hugo Erfurth,
o. J. (Rhein. Bildarchiv Köln).
Autor ↑
Roswitha Neu-KockEmpfohlene Zitierweise ↑
Neu-Kock, Roswitha, „Schmölz, Theodor Hugo“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
259
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118759957.html