<< Schmölz, Theodor Hugo
Schmoller, Gustav Friedrich von >>
Schmölz, Karl Hugo
* 6.10.1917 Weißenhorn-Grafertshofen,
† 22.10.1986 Lahnstein,
⚰ Köln, Nordfriedhof.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Hugo (s. 1);
M Juliane Rödle;
⚭ 1)
⚮ 1949 Gisela,
T d. Gustav Schell u. d. , 2) Esslingen 1956 Waldberta (Walde) Huth (
* 1923), aus Stuttgart, Fotografin (s.
L); 2
S aus 1), 1
T aus 1).
Leben ↑
Schon während seiner Schulzeit begann
S. unter Anleitung seines Vaters zu fotografieren. Seine fachliche Ausbildung erhielt er in Stuttgart bei Artur Ohler (1883–1973) und vermutlich auch Willi Moegle (1897–1989). Nach dem Tod des Vaters übernahm
S. die Leitung des väterlichen Betriebs und setzte zunächst dessen gestalterischen Stil fort, so daß es gelegentlich zu Namensverwechslun
|gen bei Veröffentlichungen kam. Im 2. Weltkrieg
v. a. in der Dokumentation von Denkmälern und in der Luftbild-Auswertung eingesetzt, legte er 1948 in Köln die Meisterprüfung ab.
Seine klare, vom Vater übernommene Bildsprache prädestinierte
S. für dokumentarische Aufnahmen von Werken zahlreicher moderner Architekten wie Gottfried Böhm (
* 1920), Rudolf Schwarz (1897–1961), Hans Schilling (
* 1921), Joachim Schürmann (
* 1926)
u. a. Für die Stadt Köln stellte er nach dem Krieg ein Album zusammen, in dem er seinen Vorkriegs-Aufnahmen dieselben Motive im Zustand der Zerstörung gegenüberstellte. 1947/48 publizierte er einen Bildband über den Kölner Dom und seine Bildwerke (Text H. Peters). Die darin enthaltenen Skulpturenaufnahmen zeugen zusammen mit einer weiteren Bildserie über die Türreliefs von
St. Maria im Kapitol in Köln von
S.s herausragender Meisterschaft bei der Wiedergabe mittelalterlicher Skulptur.
Über die Architektur- und Werk-Fotografie wandte sich
S. seit den 50er Jahren auch der Werbefotografie zu. 1958 verließ er die „Fotowerkstatt Hugo Schmölz“ und gründete mit seiner zweiten Ehefrau die Arbeitsgemeinschaft „schmölz + huth fotografen gdl“, die bis zu
S.s Tod zu den führenden Fotoateliers in der Werbebranche gehörte. Indem er die Prinzipien der Architektur-Fotografie auf Möbel und Gebrauchsobjekte übertrug, monumentalisierte er sie in bis dahin ungekannter Weise und setzte zugleich neue Maßstäbe im Umgang mit Farbe. Die oft wagemutigen Farbkombinationen verbinden viele Aufnahmen mit der Pop
Art. Hinzu trat eine spezielle Bildregie mit erzählerischen Elementen, die die Wirkung der Objekte gezielt steigerten. Dieser zentrale Aspekt von
S.s Schaffen ist bisher nur ungenügend aufgearbeitet. Mit seiner Vielfältigkeit, die ihn außerdem zu einem talentierten Ausbilder machte, und seinem hohen Qualitätsanspruch gehört er zu den wichtigen Fotografen-Persönlichkeiten der Nachkriegszeit.
Auszeichnungen ↑
Auszeichnungen u. Medaillen
b. d. Photokina 1950, 1952, 1954, 1956; Silbermedaille bei d. Bildausst.
dt. Berufsphotographen PHOTO 57, Stuttgart 1957;
Mitgl. d.
Ges. Dt. Lichtbildner (GDL) (seit 1939) u. d.
Dt. Werkbundes NW.
Werke ↑
Weitere W u. a. Aufnahmen
in: H. Peters, Der Siegburger Servatiusschatz, 1952;
W. Stracke (
Hg.), Die Kirchentüren
v. St. Maria im Kapitol, 1994.
Literatur ↑
R. Mißelbeck, Die
roman. Kirchen gesehen
v. August Sander u. K. H.
S. – ein Vgl., in: Colonia Romanica II, 1987, S. 59-66;
ders. (
Hg.),
Dt. Lichtbildner, 1987, S. 143;
ders., Köln lebt, Fotografien
v. Hugo u. K. H.
S., 1995;
ders. u. Arnold Wollt, Dom-Ansichten, Fotografien d. Kölner Doms
v. K. H.
S., 1997;
ders. u. W. Hagspiel. Köln-Ansichten, Fotografien
v. K. H.
S. 1947-1985,1999;
Köln – von Zeit zu Zeit, Photographien
v. Hugo u. K. H.
S.,
bearb. v. R. Sachsse, 1992;
R. Neu-Kock, Zw. Einfühlung u. Objektivität, Die Photographien d. Kölner Domskulpturen
v. K. H.
S., in: Kölner
Mus.-
Bull. 2001, H. 3, S. 19-35;
Klimesch (P);
–
zu Waldberta Huth:
R. Mißelbeck (
Hg.), Augen-Weide, Walde Huth, Photogrr. 1954-1994,
Ausst.kat. Landschaftsverband Rheinland, Köln 1994;
frauenobjektiv, Fotografinnen 1940-1950,
Ausst.kat. Stiftung Haus d.
Gesch. d.
BRD, 2001;
G. Breuer, Walde Huth – Modefotografie,
Ausst.kat. Berg.
Univ. Wuppertal, 2004.
Autor ↑
Roswitha Neu-KockEmpfohlene Zitierweise ↑
Neu-Kock, Roswitha, „Schmölz, Karl Hugo“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
259-260
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119248808.html