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Beguelin, Heinrich von
preußischer Staatsrat. 8.8.1765 Berlin,
† 7.10.1818 Potsdam. (evangelisch)
Genealogie
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| Werke
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Genealogie ↑
V Nikolaus Beguelin (
* 25.6.1714 Biel, Schweiz,
† 9.2.1789 Berlin), Erzieher des preußischen Thronfolgers, 1786 Direktor der Philosophie-Klasse der Akademie der Wissenschaften Berlin, geadelt;
⚭ 1) 1791 Christine (1770–97),
T des Oberjägermeisters von Splitgerber, 2) 1798 Schloß Hermsdorf bei Glogau Amalia (1778–1848),
T des Hofrats Cramer zu Glogau; 7
S , 9
T ;
E Susanne (
⚭ Adolf von Ernst,
† 1907, Maschineningenieur).
Leben ↑
Beguelin studierte 1783-85 in Königsberg, trat 1789 als Assessor in das Generaldirektorium ein und wurde 1803 Geheimer Oberfinanzrat im Accise- und Zolldepartement dieser Behörde, dem der Freiherr vom Stein 1804 als Minister vorgesetzt wurde. Da Beguelin sich durch mehrere Schriften der Staatswirtschaft ausgezeichnet hatte, bekam er 1805 unter Beibehaltung seiner Dienststellung zusammen mit dem Kriegsrat L. Krug die Leitung des neugegründeten Statistischen Büros. In Memel und in Königsberg nahm er Anteil an der Staatsreform, trennte sich aber in Berlin von Stein, dessen Sekretär er war, als er sich von ihm zurückgesetzt fühlte. In der Nähe von Glogau lebend, machte er Aufzeichnungen über seine Erfahrungen mit Stein und über die Staatsreform, die viel später als Denkwürdigkeiten veröffentlicht wurden. Im Sommer 1810 berief ihn Hardenberg als Mitglied seiner Finanzkommission wieder in den Staatsdienst. Im September 1810 reiste er zu monatelangen Verhandlungen über die Kontributionen nach Paris und wurde 1811 Vortragender Rat im Büro des Staatskanzlers. Im Januar 1812 begab er sich zum zweitenmal nach Paris, wo er am 24. Februar die nach ihm benannte Konvention abschloß, durch die die Goldkontributionen in Sachlieferungen umgewandelt wurden. Bis zum Kriege war er in diesen Lieferungsgeschäften tätig. Während des Krieges wurde er im Hauptquartier beschäftigt und trat auf dem Wiener Kongreß für die Interessen von Neuchâtel ein; er erhielt das dortige Ehrenbürgerrecht. Nach den Friedensschlüssen wurde er Chefpräsident der zweiten Abteilung der Oberrechnungskammer zu Potsdam. Die viel später veröffentlichten Tagebuchblätter seiner Gattin, die Beguelin auf seinen Reisen viel begleitete, sind eine wichtige Quelle für die Zeit der Befreiungskriege.
Werke ↑
Hist.-krit.
Darst. d. Accise- u. Zollverfassung in d.
preuß. Staaten, Berlin 1797;
Aufsätze: Üb. d. Leinenfabrikation im
schles. Gebirge, Bemerkungen
üb. Papiergeld,
Jb. d.
preuß. Monarchie, 1799; Üb. d. jetzigen Geldmangel, Berlinische
Mschr., 1805/06; Denkwürdigkeiten
v. H. u. Amalie
v. B. aus
d. J. 1807-1813,
hrsg. v. A. Ernst, 1892.
Literatur ↑
F. Meinecke, H. u. A.
v. B., in: Von Stein
z. Bismarck,
Hist. Aufsätze, 1908;
G. Ritter, Stein, 2
Bde., 1931;
H. Haussherr, Die Stunde Hardenbergs, 1943.
Autor ↑
Hans HaussherrEmpfohlene Zitierweise ↑
Haussherr, Hans, „Beguelin, Heinrich von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
747
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118068296.html
Beguelin, Heinrich von
Name: Beguelin, Heinrich von
Lebensdaten: 1765 bis 1818
Sterbeort: Potsdam
Beruf/Lebensstellung: Politiker; preußischer Staatsrat
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Haussherr, HansPND: 118068296