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Apian, Philipp >>
Apian, Peter Apian von und zu Ittkofen (seit 20.7.1541)
Geograph und Astronom,
* 16.4.1495 Leisnig (Sachsen),
† 21.4.1552 Ingolstadt. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Martin Bienewitz aus Leisnig;
M Gertrud;
B Georg (
† 1548), Formschneider und technischer Leiter der Ingolstädter, dann Landshuter Druckerei;
⚭ Katharina,
T des Bürgers und Schuhmachers in Ingolstadt, Thomas Mesner;
S Philipp Apian (s. 2), Georg Apian
Leben ↑
Apian studierte in Leipzig und Wien. Er wurde auf Veranlassung seines Gönners, des bayerischen Kanzlers Leonhard von Eck, in den Lehrkörper der Universität Ingolstadt aufgenommen und wirkte dort als Lektor (Professor) der Mathematik von 1527 bis zu seinem Tode. Sein schon früh (wohl auf Anregung seines Bruders Georg) gefaßter Plan, in Ingolstadt eine Universitätsdruckerei zu errichten, ließ sich erst 1526 verwirklichen. Im Anschluß an topographische Untersuchungen auf kursächsischem Gebiet begründete er seinen wissenschaftlichen Ruhm durch Veröffentlichung seines „Cosmographicus Liber“ (Landshut 1524), der vor allem wegen seiner hohen Bedeutung für die Navigationskunde vielfach aufgelegt (neue verbesserte Ausgaben durch Gemma Frisius, Antwerpen 1540, und später; die beste Ausgabe ist die letzte von 1584) und auch in andere Sprachen übersetzt wurde (holländisch 1561, spanisch 1575, französisch 1581
u. a.). In diesem Werk greift Apian den von Johann Werner (in seinen Anmerkungen zur Geographie des Ptolemäus) 1514 gemachten Vorschlag auf, geographische Längen durch Messung von Monddistanzen zu bestimmen. Sein herzförmiger Entwurf einer Projektion der gesamten Erdoberfläche auf ein einziges Kartenblatt, der gleichfalls auf Werner und weiter auf Johann Stabius zurückzuführen ist, bedeutet einen entscheidenden Fortschritt gegenüber den bis dahin noch durchweg in Anlehnung an Ptolemäus entworfenen Karten. Beobachtungen des Halleyschen Kometen (1531) führten ihn zu der Entdeckung, daß die Schweife der Kometen stets von der Sonne abgewandt sind. Apian beschäftigte sich eingehend mit der Konstruktion von Sonnenuhren und astronomischen Instrumenten. Außer einem, dem Torquetum („Türkeninstrument“) Regiomontans nachgebildeten, Instrument ist vor allem ein von ihm selbst erfundener Höhenquadrant mit verschiedenen Hilfsteilungen zu erwähnen, die
z. B. bei Einstellung auf bestimmte Sterne direkt die Beobachtungszeit abzulesen gestatteten. Größte Mühe verwandte er auf die Konstruktion von Geräten, die unter Anwendung des Prinzips des planisphärischen Astrolabs (stereographische Projektion) die mechanische („graphische“) Lösung sphärisch-trigonometrischer Probleme ermöglichen und die Rechnung wie auch die Benutzung astronomischer Tafeln ersparen sollten (von Kepler als
industria miserabilis getadelt). Die Ergebnisse dieser Bemühungen vereinte er in seinem Hauptwerk „Astronomicum Caesareum“ (Ingolstadt 1540), das außerdem durch die darin enthaltenen Kometenbeobachtungen wichtig ist, vor allem weil die des Kometen von 1531 Halley zur Entdeckung der Periodizität dieses nach ihm benannten Kometen führte. Als
|Verleger (zusammen mit seinem Bruder Georg, der 1531 nach Landshut übersiedelte) brachte er fast alle Schriften Ecks (15), vor allem aber seine eigenen heraus (25), darunter als bedeutendste verlegerische Leistung das erwähnte „Astronomicum Caesareum“. Kaiser Karl V., der selbst bei ihm Unterricht in Astronomie genommen haben soll (bezeugt ist, daß Apian 1546 dem Kaiser ein Gerät zur Darstellung des scheinbaren Planetenlaufs durch kleine Räder vorführte), erhob ihn 1541 in den Reichsadel und ernannte ihn zum Hofpfalzgrafen. Sowohl der Kaiser als auch seine Universität haben Apians kostspielige Unternehmungen durch beträchtliche Geldzuwendungen wiederholt unterstützt.
Autor ↑
Willy HartnerEmpfohlene Zitierweise ↑
Hartner, Willy, „Apian, Peter Apian von und zu Ittkofen“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
325-326
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118645455.html
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Apiarius, Matthias >>
Apianus, Peter
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Apianus: Peter
A.
(eigentlich Bennewitz oder Bienewitz,
Apis filius ), geb. 1495 zu Leisnig in Sachsen, erzogen in Rochlitz,
† 21. April 1552 am Nierenstein zu
Ingolstadt. Er machte sich zuerst bekannt durch seine 1524
erschienene und bis ans Ende des Jahrhunderts oft wiedergedruckte
und mehrfach übersetzte "Cosmographia".
Als Lehrer Kaiser Karls V. in der
Astronomie, stand er bei diesem in hohen Ehren, so daß er für das
demselben dedicirte Werk "Astronomicon
caesareum, factum et actum Ingolst. 1540 m. majo" in den
Adelstand erhoben wurde und außer den Unkosten noch 3000 Ducaten
geschenkt erhielt. Er erfand und verbesserte verschiedene
astronomische und mathematische Instrumente, beschrieb z. B. 1532
den Quadrans astronomicus, 1533 ein Horoscopium Apiani generale, 1534 ein Instrumentum sinuum seu primi mobilis. Das
Horoscopium ist ähnlich dem Stundenquadranten des Regiomontan, die
Verticale wird durch ein Loth erhalten. Sein Hauptstreben ging
besonders darauf hin, die Astronomie Allen denen, welche sich vor
ihren Rechnungen fürchteten, nahe zu bringen und er versuchte
deshalb die Rechnungen durch graphische Darstellungen, die in
seinen Werken sehr zahlreich sind, und durch einfache Apparate zu
lösen. Das Astronomicon Caesareum war eine
äußerst kunstvolle Maschine, welche den Planetenlauf nach dem
Ptolemäischen System darstellte und wodurch man, indem man eine
Anzahl von Scheiben drehte, Epicykeln und Spiralen benutzte,
genähert den Ort der Planeten finden konnte. Selbst Kepler
bewunderte die sinnreiche Maschine, konnte aber sein Bedauern, auf
einen solchen Gegenstand so viel Fleiß und Mühe verwendet zu
sehen, nicht unterdrücken.
Ein eigenthümliches Instrument, welches er erfand und Torquetum
nannte.
|war eine Art Aequatoreal, und ist
zusammengesetzt aus einer horizontalen Ebene, welche er die Basis
eines Aequatorealzirkels nannte. Ekliptik, Höhenkreise, alles ist
angebracht, die Bewegung der Himmelskörper wird nachgeahmt, und er
selbst hält dies Instrument für das bequemste, welches er erfunden
hatte.
Schriftstellerisch war er außerdem noch vielfach thätig; er gab
z. B. mit seinem Ingolstädter Collegen Barthol. Amantius 1534 eine
Sammlung von Inschriften heraus: "Inscriptiones
non illae quidem romanae, set totius fere orbis."
Fünf Kometen, welche in den Jahren 1531—1539 erschienen,
beobachtete er, indem er darauf seine Instrumente anwandte. Die
Beobachtungen selbst haben keine sehr große Genauigkeit, jedoch
entdeckte er bei dem Kometen von 1531 (dem Halley'schen), daß die
Richtung der Schweife in der Regel fast genau von der Sonne
abgewendet ist.
In dem "Astronomicon Caesareum,"
Ingolstadt 1540, gibt er, nachdem er die Beobachtung der
Sonnenfinsternisse als das beste Mittel die Meridiandifferenzen zu
bestimmen aufgeführt hat, an, sich zur Beobachtung der Sonne
farbiger Gläser zu bedienen und er hält es für möglich, auf diese
Art Mercur und Venus vor der Sonnenscheibe zu beobachten, woran
die Astronomen noch zweifelten. Endlich ist er einer der ersten
Astronomen, der in seiner "Cosmographia"
die
Messung der Monddistanzen zur Bestimmung der
Längendifferenz vorschlägt.
Literatur ↑
Delambre, Histoire de l'astron. du moyen
âge, pag. 390 f. C. G. Schwarz, Altdorf. Programm von 1724.
Autor ↑
Bruhns.
Empfohlene Zitierweise ↑
Bruhns, Christian, „Apianus, Peter“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
505-506
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118645455.html?anchor=adb
Apian, Peter
Name: Apian, Peter
Namensvariante: Apian von und zu Ittlkofen, Peter
Namensvariante: Bienewitz, Peter
Namensvariante: Bennewitz, Peter
Namensvariante: Apianus, Petrus
Namensvariante: Apisfilius, Petrus
Lebensdaten: 1495 bis 1552
Geburtsort: Leisnig (Sachsen)
Sterbeort: Ingolstadt
Beruf/Lebensstellung: Geograph; Astronom
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Hartner, WillyAutor ADB:
Bruhns, ChristianPND: 118645455