<< Samuel
Samwer, Karl August Friedrich >>
Samuel
Abt von Weißenburg (seit 1055), Murbach (seit circa 1080) und Münster im Gregorienthal (seit 1084 bis circa 1090),
† 10.5.1097,
⚰ Weißenburg.
| Leben
| Literatur
| Quellen
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Aus dem Konvent von Weißenburg (Elsaß) hervorgegangen, ist Abt
S. erstmals am 30.6.1056 nachzuweisen als Teilnehmer eines Fürstengerichts unter Heinrich III. in Trier, auf dem über Rechte von
St. Maximin verhandelt wurde.
S. war hauptsächlich für die wirtschaftliche Konsolidierung sowie für Ausbau und Ausstattung der Abtei Weißenburg tätig. Er sicherte deren Einkünfte durch
|genaue vertragliche Abmachungen, ließ den heute noch bestehenden
roman. Turm der Klosterkirche (Bauinschrift) und die Abtskapelle
St. Willibrord im Kreuzgang (
sog. Peter- u. Paulskapelle) erbauen (geweiht 1072), und stellte Mittel für die Beleuchtung mehrerer Altäre bereit. Das Nebenkloster
St. Stephan wandelte er in ein Stift mit sechs Kanonikaten um. Nach dem Brauch seines Zeitalters, topographisch wichtige Orte in der Umgebung einer Hauptkirche mit Nebeninstituten auszuzeichnen, gründete er im Südwesten von Weißenburg das Kloster
St. Michael auf dem Berg (geweiht 1074, im 13.
Jh. umgewandelt in ein Stift
St. Pantaleon oder Vier Türme). Bereits 1068 ließ er die Kirche
St. Laurentius in Niederschlettenbach weihen (Bauinschrift). Als Konsekrator dieser Kirche und der Abtskapelle im Kreuzgang von Weißenburg hatte
S. den Heinrich IV. nahestehenden Missionsbf. Erenfrid-Ezzo von Oldenburg in Wagrien (bei Lübeck) bemüht. Von Herrscherbesuchen verschont (der Ausstellungsort von DD H IV 48 und 61 bezieht sich auf Weißenburg in Bayern), erhielt
S. von Heinrich IV 1067 in Speyer die Bestätigung der Immunität und der Klostermark. Der Treue zu diesem Herrscher verdankte
S. auch die einträglichen, zusätzlichen Abbatiate von Murbach und Münster im Gregorienthal – wobei sich Heinrich IV. im Falle Murbachs bewußt über eine von Konrad I. bis Heinrich III. reichende Serie von Privilegien der freien Abtswahl hinwegsetzte.
Quellen ↑
Qu
MGH DD H III
Nr. 372 B;
MGH DD H IV
Nr. 195;
Traditiones possessionesque Wizenburgenses, Codices duo cum supplementis …,
hg. v. C. Zeuss, 1842, Poss.
Nr. 302, 304, 306, 307;
Liber possessonum Wizenburgensis,
hg. v. Ch. Dette, 1987,
Nr. 302, 304, 306, 307;
Nekrologium d. Klosters Weißenburg,
hg. v. E. F. Mooyer, in: Archiv d.
hist. Ver. v. Unterfranken u. Aschaffenburg 13/3, 1855, S. 43-46, 53, 57 u. 66.
Literatur ↑
Die Weissenburger
Hss., neu
beschr. v. H. Butzmann, 1964;
H. Seibert, Abtserhebungen
zw. Rechtsnorm u. Rechtswirklichkeit, 1995, S. 281,
Anm. 362, 437 u. 462;
Palatia Sacra 1/2,
bearb. v. L. A. Doll u. H. Ammerich, 1999, S. 49 f.
Anm. 1, S. 108-11, 118-21, 165 f., 171 u. 183 f.;
NDBA (P).
Portraits ↑
Miniatur (Abt mit Stab u. Buch), Wolfenbüttel,
Cod. Wiss. 45,
fol. 174
v Abb. in: J. Prochno, Das Schreiber- u. Dedikationsbild in d.
dt. Buchmalerei, T. 1, 1929, S. 45 u. in:
NDBA.
Autor ↑
Franz StaabEmpfohlene Zitierweise ↑
Staab, Franz, „Samuel“,
in: Neue Deutsche Biographie
22
(2005), S.
411-412
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd139579036.html