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NDB-Artikel

<< Samter, Ernst     Samuel >>

Samuel

Abt von Lorsch, Bischof von Worms (seit 837/38), 7.2.856, Lorsch, seit 1273 Neuhausen bei Worms.


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Folgt man dem Chronicon Laureshamense aus dem 12. Jh., dann wurde S. von Kindheit an im Kloster Lorsch erzogen. Hält man ihn allerdings, wie allgemein angenommen, für identisch mit einem Fuldaer Mönch gleichen Namens, dann wäre er nicht nur in Lorsch und Fulda ausgebildet worden, sondern auch bei Alkuin in Tours und hätte bei dieser Gelegenheit eine bleibende Freundschaft mit Hrabanus Maurus geschlossen, der diesem S. sieben kleine Gedichte widmete. Überzeugende Argumente für diese Gleichsetzung gibt es jedoch nicht. In der Liste Lorscher Mönche im ca. 824 angelegten Reichenauer Verbrüderungsbuch ist jedenfalls ein S. an erster Stelle nach dem Abt Adalung genannt, so daß seine Erhebung zum Abt nach dessen Tod am 24.8.837 als folgerichtiger Schritt erscheint.
Wohl noch im selben Jahr, auf jeden Fall vor dem 24.2.838, wurde S. zum Bischof von Worms erhoben, behielt jedoch die Leitung des Klosters bis zu seinem Lebensende bei. Im karoling. Bruderkrieg bis 843 stand er auf Seiten Ks. Lothars I. und söhnte sich, zusammen mit dem Großteil des ostfränk. Klerus, erst 847 mit Kg. Ludwig d. Dt. aus. Obwohl dieser in der Folgezeit S. und seinem Kloster Lorsch mehrere Privilegien gewährte, mied er die Stadt Worms zu Lebzeiten S.s (im Gegensatz zu späteren Jahren), während der Bischof nicht im Reichsdienst nachzuweisen ist. Beides spricht für eine fortdauernde Distanz zwischen S. und dem König. In Worms ließ S. 852 den Dorn umbauen und gründete in Neuhausen nördl. der Stadt das Stift St. Cyriakus, dessen Kirche er 847 weihte. Nach seinem Tod wurde S. zunächst in Lorsch bestattet; eine von dort überlieferte Grabinschrift scheint freilich spätere Erfindung zu sein. 1273 wurden aus unbekanntem Anlaß seine Gebeine in die Stiftskirche von Neuhausen überführt, die in der Reformation säkularisiert und 1793 endgültig zerstört wurde.

Literatur  
ADB 30; H. Gensicke, in: Die Reichsabtei Lorsch, FS z. Gedenken an ihre Stiftung 764, hg. v. F. Knöpp, 1973, S. 253-55; E. Gierlich, Die Grabstätten d. rhein. Bischöfe vor 1200, 1990, S. 209 f.; R. Fuchs, Die Inschrr. d. Stadt Worms, 1991, S. 52 f. Nr. 48; A. U. Friedemann, Das Bm. v. d. Römerzeit bis ins hohe MA, in: Das Bm. Worms, Von d. Römerzeit bis z. Auflösung 1801, hg. v. F. Jürgensmeier, 1997, S. 13-43, hier S. 20 f.; B. Bigott, Ludwig d. Dt. u. d. Reichskirche im Ostfränk. Reich (826–876), 2002, passim.

Autor  
Roman Deutinger
Empfohlene Zitierweise  

Deutinger, Roman, „Samuel“, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 411 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd138100772.html

ADB-Artikel

<< Samter, Adolf     Samwer, Karl Friedrich Lucian >>

Samuel, seit 838 Abt von Lorsch

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Samuel, seit 838 Abt von Lorsch und Bischof von Worms war im Kloster Lorsch erzogen worden. An ihn richtete der berühmte Rhabanus Maurus, Abt von Fulda und später Erzbischof von Mainz, eine Anzahl Verse. 847 weihte er die von ihm zu Ehren des hl. Ciriacus erbaute Kirche in Neuhausen bei Worms, an der Stelle, wo früher die von König Dagobert erbaute Kirche des hl. Dionysius gestanden hatte. Er starb am 7. Februar 857 und wurde in Lorsch begraben. 1273 wurden aber seine Gebeine nach Neuhausen übergeführt und in einem bleiernen Sarg beigesetzt. Unter ihm erhielt die Kirche von Worms von König Ludwig dem Deutschen wichtige Privilegien (856), deren Aechtheit allerdings stark bestritten ist.

Literatur  
Handschriftliches aus dem Stadtarchiv Worms. Kirschgartner Chronik bei Ludewig, Rel. II, 32 f. — Boos, UB. der Stadt Worms I, 11. u. 12. — Chron. Lauresh. in SS. XXVI, 364 u. Necrol. Lauresh. bei Böhmer, Fontes III, 145. — Falk, Geschichte des ehemal. Klosters Lorsch. Mainz 1866, S.36 f., 181 f.

Autor  
Boos.
Empfohlene Zitierweise  

Boos, „Samuel, seit 838 Abt von Lorsch“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 30 (1890), S. 326 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd138100772.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 22 (2005), S. 411
ADB 30 (1890), S. 326

PND: 138100772
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Index

Samuel

Name: Samuel
Lebensdaten: erwähnt 838, gestorben 856
Beruf/Lebensstellung: Abt von Lorsch; Bischof von Worms
Konfession: katholisch
Autor NDB: Deutinger, Roman
Autor ADB: Boos
PND: 138100772

Weitere Informationen

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Samuel

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138100772

Normdaten
Personennamendatei (PND)
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