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Ritter, Gerhard Georg Bernhard
Ritter, Alexander
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Ritter, Hellmut
Orientalist, * 27.2.1892 Hessisch Lichtenau, † 19.5.1971 Oberursel, ⚰ Oberursel, Waldfriedhof.
Genealogie
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Leben
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Auszeichnungen
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Werke
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Literatur
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Portraits
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Autor
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Zitierweise
Genealogie
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B →Gerhard (s. 1); – ledig.
Leben
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Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium in Kassel und Studien bei
→Carl Brokkelmann (1868–1956) in Halle/Saale und
→Theodor Nöldeke (1836–1930) in Straßburg wurde
R. 1914 in Bonn bei Carl Heinrich Becker (1876–1933) aufgrund einer Dissertation über „Ein
arab. Handbuch der Handelswissenschaft“ (in: Der Islam 7, 1917, S, 1-97) promoviert und von Becker als Assistent nach Hamburg mitgenommen. Im selben Jahr nahm er den Dienst als Dolmetscher bei den
dt. Truppen im Vorderen Orient auf. 1919 erhielt
R. das Ordinariat für Orientalistik an der
Univ. Hamburg. 1926 übersiedelte er nach Istanbul, wo er seit 1928 die Zweigstelle der
Dt. Morgenländischen Gesellschaft (DMG) leitete (1935-37 Lektor) und 1937-49 als Professor für Arabisch und Persisch an der Universität tätig war. 1949 übernahm er ein Extraordinariat an der
Univ. Frankfurt/M., 1953 wurde er dort Ordinarius für
oriental. Philologie. Nach seiner Emeritierung lebte er 1957-69 wieder in Istanbul und lehrte erneut an der Universität.
R., ein produktiver Forscher, Übersetzer, Herausgeber und Organisator, befaßte sich
v. a. mit dem
arab.,
türk. und
pers. Schrifttum und zuletzt auch mit dem Aramäischen der jakobitischen Christen von Ṭūr ’Abdīn (Tūrōyo, 5
Bde., 1967–71). In Istanbul fand er Zugang zu dessen reichen Manuskriptsammlungen, die er
u. a. in den 16 Folgen der „Philologika“ (I-XI, in: Der Islam 17-26, 1928-42, XII-XVI, 1928-42 in: Oriens 1-14, 1948-61) auswertete. Besondere Aufmerksamkeit widmete er „Studien zur
islam. Frömmigkeit“ (2
Bde., 1933–55) und der Sufik in
arab. und
pers. Sprache,
v. a. vertreten durch al-Ghazālī (Das Elixir d. Glückseligkeit, 1923,
61996) und den Perser ’Aṭṭār (Das Meer d. Seele, 1955). Damit verbunden waren Forschungen zur
arab. Rhetorik (Asrār al-balāgha, The Mysteries of Eloquence of ’Abdalqāhir al-Jurjāni, 1954, Die Geheimnisse d. Wortkunst, 1959) und der
pers. Bildsprache (Über d. Bildersprache Niẓmāīs, 1927). Außerdem erschloß er das hellenistische Erbe im Arabischen (Picatrix, Das Ziel d. Weisen, 1962) und untersuchte das
türk. Schattenspiel (Karagös,
Türk. Schattenspiele, 3 Folgen, 1927–53).
R. inaugurierte und leitete die seit 1929 von der DMG herausgegebene „Bibliotheca Islamica“ und trug hierzu selbst mehrere Bände bei. 1920-25 gab er mit C. H. Becker die Fachzeitschrift „Der Islam“ heraus und leitete nach der von ihm initiierten Gründung der „
Internat. Gesellschaft für Orientalistik“ (
Vors. 1947–68,
Ehrenpräs. 1968) auch die Zeitschrift „Oriens“ (seit 1948).
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Auszeichnungen
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korr. Mitgl. d.
|Arab.
Ak., Damaskus (1948) u. d. Real
Ac. de Buena Letras, Barcelona (1964); Honorary Fellow d. Royal Asiatic
Soc., London (1955); Ordinary Fellow of the Islamic Research Association, Bombay (1955);
o. Mitgl. d.
Dt. Archäol. Inst., Berlin (1962); Dr.
h. c. (Istanbul 1967);
Ehrenmitgl. d. DMG (1969) u. d. American Oriental
Soc., New Haven, Conn. (1964); Fellow d. British
Ac., London (1966);
Mitgl. d. Türk Dil Kurumu, Ankara.
Werke
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W-Verz.:
E. A. Gruber,
Verz. d.
Schr. v. H.
R., in: Oriens 18-19, 1965-66, S. 5-32. (
ca. 340 Titel). –
Teilnachlässe: Archiv d.
Dt. Archäol. Inst. in Istanbul,
Korr.slg.;
Hess.
StA Marburg, Fam.archiv H.
R., Bestand 340 Ritter b,
Nr. 280-348;
Öffentl.
Bibl. d.
Univ. Basel, Nachlaß Rudolf Tschudi, Sign. 136.
Literatur
↑
A. Ateş, in: Şarkiyat Mecmuasi 5, 1964, S. 1-14;
F. Meier, in: Der Islam 48, 1972, S. 193-205, 50, 1973, S. 124;
R. Walzer, in: Oriens 23-24, 1974, S. 1-6;
H.
R. u. d. DMG in Istanbul 1928-1949,
hg. v. Orient-
Inst. d. DMG,
Abt. Istanbul, 1997;
Nassau. Biogr.
Portraits
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Foto,
Abb. in Oriens 18/19, 1965-66, vor S. 1 u. in
Dt.GB 124, 1960, nach S. 468.
Autor
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Holger Preißler
Empfohlene Zitierweise
↑
Preißler, Holger, „Ritter, Hellmut“, in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 660-661 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11910296X.html