Name
Lenné, Peter Josef
Namensvarianten
Le Naine, Peter Josef; Lenain, Peter Josef
Lebensdaten
1789 bis 1866
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Potsdam
Beruf/Lebensstellung
Agrarreformer; Gartenarchitekt; Gartendirektor
Konfession
katholisch?
Autor NDB
Herbert Weiermann
Autor ADB
E. Wunschmann.
GND
118571559

Lenné, Peter Joseph

Garten- und Landschaftsarchitekt, * 29.9.1789 Bonn, 29.1.1866 Potsdam. (katholisch)

  • Genealogie

    V Peter Joseph Le Neu, ließ s. Namen ändern in Lenné (1756–1821), kf. Hofgärtner in Poppelsdorf, dann in B., Insp. d. Botan. Gartens d. Univ. Bonn, später Gartendir. in Koblenz, S d. Joh. Cunibert Le Neu (1714–87), kf. Hofgärtner in B., u. d. Maria Agnes Müllers; M Anna Catharina Potgieter; Urur-Gvv Augustin Le Neu, aus Belgien, seit 1665 kf. Hofgärtner in Poppeisdorf.; Ur-Gvv Maximilian Heinrich Le Neu (* 1675), kf. Hofgärtner ebd.; O Clemens Weyhe, Holgärtner in Brühl; Vt Maximilian Friedrich Weyhe, Garten- u. Landschaftsarchitekt in Brühl; - 1820 Friederike ( 1855), T d. Hofgärtners Voß in P.; kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums kam L. zur Ausbildung als Gärtner zu seinem Onkel Clemens Weyhe nach Brühl. Studienreisen führten ihn wahrscheinlich 1809 erstmals nach Süddeutschland, 1811 nach Paris. Hier arbeitete er als Gehilfe im Botanischen Garten bei Gabriel Thouin, dem wichtigsten Vertreter damaliger franz. Gartenkunst, und betrieb Studien der Botanik und der Architektur. 1812 reiste er über Koblenz in die Schweiz und wieder nach Süddeutschland. In München lernte er F. L. v. Sckell, den führenden Gartenkünstler in Deutschland kennen und dessen zwei wichtigste Schöpfungen, den Engl. Garten und die Umgestaltung des Schloßparks von Nymphenburg. 1812-14 arbeitete L. in Schönbrunn, 1814-15 in Laxenburg. 1816 wurde L. als Gartengehilfe in Sanssouci b. Potsdam angestellt, das sein Wohnort bis zu seinem Lebensende blieb. 1818 wurde er Mitglied der Kgl. Gartenintendantur, 1824 Gartendirektor, 1828 alleiniger Gartendirektor, 1854 preuß. General-Gartendirektor. 1822 unternahm er eine Studienreise nach England, 1844 (wahrscheinlich) und 1847 reiste er nach Italien.

    L.s frühester gesicherter Plan (1815) betrifft die Umgestaltung des Schloßparks von Laxenburg b. Wien. Mit seiner Übersiedlung nach Potsdam setzten die ersten grundlegenden Projekte ein, zumeist in Form von Modernisierungen. Es entstanden die Entwürfe für den Park von Sanssouci, für den er ein halbes Jahrhundert lang tätig war, sowie für den Tiergarten in Berlin. In Sanssouci beabsichtigte L. eine rigorose Umgestaltung des gesamten Geländes. Kennzeichnend ist dabei die totale Negierung des historischen Bestandes. Den kgl. Tiergarten plante L. als Volksgarten, der durch Aufstellung von Denkmälern zu einem „National-Denkmal“ werden sollte. Das erste erhaltene Projekt (1818) bringt unter Wahrung des vorhandenen geradlinigen Wegesystems eine Fülle kleinteilig geschwungener Wegeführungen; die Ausführungspläne (seit 1833) sind jedoch entschieden weiträumiger konzipiert. Einen neuen Aspekt seines Schaffens zeigt der Entwurf für das Gut Reichenbach in Pommern (1820); bei der Neuanlage wurde die gesamte Gemarkung dem Gutsgelände hinzugefügt und das erweiterte Areal nach ökonomischen und ästhetischen Gesichtspunkten im Sinne einer „Aufschmückung“ neu gestaltet (in England schon vorbereitet in der sog. „ornamental farm“); dabei bemühte er sich um Erhaltung und Begrünung der See- und Flußufer für die Öffentlichkeit, Erschließung der Landschaft durch neue Wege. Dies entspricht zum Teil den von Gustav Vorherr 1808 aufgestellten Forderungen nach „Landesverschönerung“, die sich L. später in großem Umfang zueigen machte.

    1824 erhielt er die Planung für den Volksgarten auf dem Klosterberge bei Magdeburg, den ersten öffentlichen, von einer Stadtverwaltung finanzierten Volkspark in Deutschland. L.s erfolgreiches Bemühen, das zur Verfügung gestellte Areal auf etwa das Doppelte zu vergrößern, ermöglichte die Anbindung der näheren Umgebung im Sinne der Landesverschönerung. Durch Sichtachsen wurden Teile der Stadt und der weiteren Umgebung einbezogen. Der Plan zeigt die Ausbildung weiter Wiesengründe, meist gruppenweise Pflanzung der Bäume und ausschließlich geschwungene Führung der Wege.

    In Sanssouci setzten die ersten ausgeführten größeren Arbeiten in Zusammenarbeit mit Schinkel 1825 mit den Gärten zu Charlottenhof ein. Von drei Seiten des Schlosses leiten rechtwinklige, geradlinige Achsen in die Umgebung, die westliche zum Hippodrom. Unmittelbar vor dem Schloß breitet sich ein Parterre aus. Diese sowohl bei L. als auch in Deutschland erstmals im 19. Jh. erscheinende Geometrisierung des Gartens in der näheren Umgebung des Schlosses, die Einführung des Hippodroms und die Verbindung des Hauptgebäudes mit der Umgebung gehen wohl auf Schinkels Rekonstruktionen der beiden Pliniusvillen und auf den englischen Gartenarchitekten Humphrey Repton zurück. Seit Beginn der Arbeiten am Charlottenhof bemühte sich L. um Erweiterung und Abrundung des Parkgeländes von Sanssouci; 1836-60 in erster Linie im Norden hinzugekommene Bereiche wurden neu gestaltet. 1845 erfolgte die Anlage des meisterhaften Marly-Gartens mit nur geschwungenen Wegen, fein differenzierter Bodenmodellierung, Alpinum, dazu die für L. ungewöhnliche Aufstellung einer großen Anzahl von Plastiken.

    Charakteristisch für L.s Bestreben nach Zusammenfassung einzelner, verstreut gelegener Bereiche waren seine Pläne von 1833 und 1843 „Zur Verschönerung der Insel Potsdam“. Ausgehend von der Stadt mit Sanssouci als Zentrum, erschlossen neue Sichtachsen und Wege umliegende fürstl. Besitzungen und dörfliche Feldmarken. Diese Gedanken kulminierten 1840 im Entwurf „Projectirte Schmuck- und Grenzzüge v. Berlin mit nächster Umgegend“. Bei dieser ersten Durchgrünung einer Großstadt verband ein Grünzug das Brandenburger Tor über den Tiergarten mit dem Charlottenburger Schloß und erhielten auch die Stadtteile im Süden und Norden neue Grünanlagen. Abgesehen vom Ästhetischen waren diese für L. auch als Erholungsflächen in Hinblick auf die Volksgesundheit von besonderer Bedeutung. Im Zusammenhang mit dem Berlin-Plan befaßte er sich auch mit der städtebaulichlandschaftlichen Einbindung von Schiffahrtswegen und Bahnlinien.

    Außer diesen umfangreichen Arbeiten entstanden Planungen für Stadtplätze, städtische Grünanlagen, Krankenhäuser, Bäder|sowie Parks und Gärten für Einzelpersonen. Es sind etwa 330 ausgeführte Werke, Entwürfe und Beratungen bei Planungen bekannt. L.s Wirken konzentrierte sich auf die Städte Berlin und Potsdam und auf die Mark Brandenburg; in Thüringen, Pommern, Mecklenburg und Sachsen ist es in nur kleinerem Umfang anzutreffen; Arbeiten in und um Köln, München und Wien bilden Ausnahmen. Als tüchtiger Praktiker erwies sich L. mit der Gründung folgender drei Einrichtungen: 1822 des „Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den Kgl. Preuß. Staaten“ (jetzt Deutsche Gartenbaugesellschaft), 1824 der ersten „Kgl. Gärtner-Lehranstalt“ (jetzt Lehrund Forschungsanstalt für Gartenbau in Berlin-Dahlem) sowie der „Kgl. Landesbaumschule“. Mit Hilfe dieser Einrichtungen gelang ihm die Ausbildung geeigneter Fachkräfte und die Beschaffung des nötigen Pflanzmaterials für die Durchführung seiner Pläne.

    L.s frühe Arbeiten zeigen im Anschluß an Sckell ausschließlich sogenannte landschaftliche Gestaltungsmittel, die auf Blumenschmuck gänzlich verzichten. Mit Charlottenhof beginnt eine neue Phase durch Wiedereinführung der Geometrisierung und des Blumengartens als Verbindungsstück zwischen Bauwerk und Park, aber auch als selbständiger Garten. Seit 1820 entstanden Verschönerungspläne für die „Aufschmückung“ von Feldfluren, städtischen Randbezirken und für Stadtplätze, wobei L. einen neuen Typus schuf. Es gelang ihm die Einbettung der Stadt in die Landschaft und die Umwandlung der Landschaft in einen Park, ohne die neue technische Entwicklung außer acht zu lassen. Er wurde zum ersten Vertreter städtischer Grünflächenpolitik und erarbeitete mit seinen Großraumplanungen die Grundlagen für die moderne Landschaftsgestaltung. L. war der letzte bedeutende Repräsentant des klassischen englischen Landschaftsgartens; er leitete aber auch den Historismus in der deutschen Gartenkunst ein.|

    • Auszeichnungen

      Mitgl. d. Preuß. Ak. d. Künste (1853); Ehrenbürger v. Potsdam (1858); Dr. phil. h. c. (Breslau 1861); – Lenné-Preis d. Berliner Senats (seit 1966).

    • Werke

      Weitere W in Sanssouci: Röm. Bäder, 1829 ff., Fasanerie, 1841, Hopfenkruggelände, 1842, Orangerieterrassen, 1855 ff., Nord. u. Sizilian. Garten, 1860;  in Berlin: Charlottenburg, 1819, Lustgarten, 1832;  in Potsdam: Neuer Garten, 1816, Klein-Glienicke 1816 u. 1824, Babelsberg 1833, Sacrow 1842, Pfingstberg 1849;  Flatow, 1822;  Feldafing am Starnberger See 1855;  Stadtbebauungspläne: Berlin, Köpenicker Feld 1840;  München, Schmucku. Grenzzüge d. Residenz München 1854;  Wien, Wettbewerb 1858;  Dresden, Bürgerwiese 1859;  Stadtplätze: Berlin, Leipziger Platz 1824 ff., Schinkelplatz 1835, Luisenplatz 1840, Mariannenplatz 1840;  städt. Grünanlagen: Potsdam, Russ. Kolonie Alexandrowka 1826;  Köln, Flora 1862;  Feldmarken: Bornim u. Bornstedt b. Potsdam 1842;  Grünanlagen bei Krankenhäusern: Berlin, Charitégärten 1834, Invalidenhaus 1853;  Kurparks: Bad Oeynhausen 1847, Aachen 1853;  Zoolog. Gärten: Berlin, Pfaueninsel 1830, Tiergarten 1842;  Kanäle: Berlin, Spandauer Kanal 1843, Landwehr-Kanal 1845 ff., Luisenstädt. Kanal 1848. -  Denkschrr. zu Bebauungsplänen u. Grünanlagen. Entwurf zu e. Lehrb. d. Landschaftsgärtnerei: Titel unbek., 7 Kap. in Grundzügen festgelegt.

    • Literatur

      ADB 18;  H. Wichmann, P. L. hinter d. Grünen Gitter, Ges. Aufsätze, 1887;  G. Hinz, P. J. L. u. s. bedeutendsten Schöpfungen in Berlin u. Potsdam, 1937;  ders., P. f. L., Landschaftsgestalter u. u. Städteplaner, 1977 (W-Verz.);  H. F. Wiepking, Geordnete Umwelt, Fruchtbares Land, Menschl. Wohlfahrt, P. J. L. z. Gedächtnis, 1966;  ders., L.s Werk in heutiger Sicht, in: Garten u. Landschaft 76, 1966, S. 5-12;  H. Günther, in: Das Gartenamt 15, 1966, S. 16-19;  D. Hennebo, Leben u. Werk P. J. L.s, in: Btrr. z. Landespflege 3, 1967, S. 1-17;  R. Lingner, Die Bedeutung P. J. L.s f. d. moderne Gartenarchitektur, in: Wiss. Zs. d. Humboldt-Univ. Berlin, math.-naturwiss. R. 26, 1967, S. 361-70;  H. Günther u. S. Harksen, Bestandkat. d. L.pläne d. Plankammer d. Staatl. Schlösser u. Gärten Potsdam-Sanssouci, T. I: Potsdam u. Umgebung, 1978;  P. J. L., Pläne f. Berlin, Ausst.-kat. Potsdam, 1984.

    • Portraits

      Marmor-Herme v. Ch. D. Rauch, 1847 (Park v. Sanssouci, Hopfengarten;  Foto Marburg);  Gem. v. R. Begas, 1830 (Berlin, Nat.gal.), Abb. b. Rave.

  • Autor

    Herbert Weiermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiermann, Herbert, "Lenné, Peter Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 211-213 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn118571559.html

Lenné, Peter Joseph

  • Leben

    Lenné: Peter Joseph L., geb. den 29. September 1789 zu Bonn, † als königlich preußischer Generalgartendirector zu Sanssouci bei Potsdam am 23. Januar 1866. Einer alten, aus Lüttich stammenden Gärtnerfamilie entsprossen, folgte auch L. den Traditionen derselben und erlernte die Gärtnerei zunächst unter Anleitung seines Vaters. Im J. 1811 suchte er behufs weiterer Ausbildung Paris auf, woselbst er unter Desfontaines als Gartengehülfe im botanischen Garten beschäftigt wurde und bereiste sodann die Schweiz und Süddeutschland. In München wurde der berühmte Sckell sein Lehrer und dessen großartige Entwürfe blieben die Muster für viele seiner späteren gärtnerischen Schöpfungen. Längere Zeit hielt sich L. in Wien auf, wo ihn die Mannigfaltigkeit der gärtnerischen Technik in den dortigen großen Volksgärten und in den kaiserlichen Hof- und Schmuckgärten fesselte und für seine später an ihm gerühmte Vielseitigkeit von Einfluß wurde. Im J. 1815 nach Bonn zurückgekehrt, privatisirte L. zuerst kurze Zeit und entwarf auf eigne Hand Pläne zur Umwandlung der Koblenzer Festungswälle in Gartenanlagen. Aber schon im folgenden Jahre trat er als Gartengeselle in Sanssouci bei Potsdam ein und wurde bald darauf als königlicher Garteningenieur vereidigt. Sein erster größerer Auftrag in dieser Stellung war die Umwandlung des sogenannten Neuen Gartens bei Potsdam in einen englischen Park. Neun Jahre waren erforderlich, um diese Aufgabe durchzuführen, welche dem Garten im Wesentlichen die Gestalt gab, die er noch heute zeigt. Nächstdem machte sich L. an die Umgestaltung des damals dem Fürsten Hardenberg gehörigen Parkes zu Klein-Glienecke bei Potsdam und legte 1818 den zwischen dem Potsdamer Schloß und der Havel gelegenen Lustgarten an. Auch die nach seinen Plänen durch den Oberhofgärtner Ferd. Fintelmann umgestaltete Pfaueninsel legte Zeugniß ab von dem großen Talente, das L. besaß, unter geschickter Benutzung der ihm von der Natur gegebenen Momente, ein stilvolles Ganze herzustellen. So verstand er es namentlich, den Gegensatz der Wald- und Hainpartien zu den Wiesenflächen in ein gefälliges Ebenmaß zu bringen, wofür auch die in späterer Zeit von ihm ausgeführten Anlagen in den Parks zu Charlottenburg und Nieder-Schönhausen bei Berlin deutliche Beweise liefern. In Anerkennung dieser Verdienste wurde L. 1822 Gartendirector, zunächst dem Geh. Oberhofbaurath Schultze coordinirt, bis dieser im J. 1828 ihm das Directorium allein überließ. In jene Zeit fällt auch die Stiftung des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues, an welcher L. thätigen Antheil nahm und im Schooße dieses Vereins regte L. zuerst die Idee der Gründung einer Landesbaumschule und Lehranstalt für Gärtner an, welche 1832 verwirklicht wurde. Bald nach dem Entstehen jener Anstalten in Berlin übernahm L. als Nachfolger des Gartendirectors Otto die Leitung derselben. Rühmend ist hervorzuheben, daß L. in dieser Stellung für eine freigebige Vertheilung der in Cultur genommenen Gewächse an Schulen und sonstige gemeinnützige Anstalten stets Sorge trug. Seine Hauptthätigkeit entfaltete L. indessen nach dem Regierungsantritte FriedrichWilhelms IV. Unter Anregung dieses kunstsinnigen Königs schuf er im Verein mit dem Baurath Persius, aus Sanssouci und der näheren Umgebung von Potsdam durch geniale Benutzung des durch Natur und Kunst bereits Dargebotenen, jenes landschaftliche Idyll, das noch heute in ungeschwächter Kraft Tausende von Reisenden anzieht. Zweifellos hat L. es diesen Arbeiten zu verdanken, daß sein Name sich eines europäischen Rufes erfreut. Neben Sckell und dem Fürsten Pückler-Muskau gilt er als der Begründer des deutschen Gartenstils. Nicht minder verdienstvoll war Lenné's Thätigkeit für die Verschönerung Berlins. Ihm verdankt diese Stadt die Anlagen in dem sie im Westen begrenzenden Thiergarten, einem Parke von großer Ausdehnung und Schönheit. Eine im Süden des Thiergartens sich hinziehende Straße, in der L. ein Haus durch königliche Munificenz besaß, führt noch heute seinen Namen. In den Jahren 1832—40 wurden die genannten Arbeiten ausgeführt und noch später stand der technische Theil der Verwaltung des Thiergartens unter Lenné's Oberleitung. Auch zahlreiche andere Städte, unter ihnen Magdeburg, Leipzig, Breslau, Frankfurt a./O., Dresden, Homburg, wurden mit verschönernden Anlagen, nach Lenné's Plänen und unter seiner Anleitung versehen und selbst in seinen kleineren Arbeiten, wie in den Baumanlagen längs des Berliner Schiffahrtskanals, in der Ausschmückung vieler öffentlicher Plätze, offenbarte sich ein vielseitiges Talent. Die Vollendung des großartigen, 1840 in Angriff genommenen Unternehmens, die Havel als einen See mit einem gewaltigen Parke von 2 Meilen Ausdehnung zu umgeben und somit die in der Umgebung Potsdams vorhandenen Schmuckplätze durch landschaftliche Anlagen zu verbinden, wurde durch seinen Tod vereitelt. An äußeren Ehren hat es L. nicht gefehlt. Im J. 1847 wurde er Mitglied des königlichen Landesökonomie-Collegiums; die Akademie der Künste zu Berlin ernannte ihn zum Ehrenmitgliede und die Universität Breslau zum Dr. phil. hon. causa. 1845 wurde er zum Generaldirector der königlichen Gärten befördert. Auch die botanische Wissenschaft ehrte ihn dadurch, daß sie einer Pflanzengattung aus der Familie der Papilionaceen seinen Namen lieh.

    • Literatur

      Nekrolog in Wochenschrift d. Vereins z. Beförd. des Gartenbaues, 1866 und Bot. Zeitung Nr. 24.

  • Autor

    E. Wunschmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wunschmann, Ernst, "Lenné, Peter Joseph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 18 (1883), S. 260-261 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn118571559.html?anchor=adb

Lenné, Peter Josef