• Leben

    Mebold: Karl August M., Publicist, geb. zu Spielberg im württembergischen Oberamt Nagold am 12. Februar 1798, in Stuttgart am 20. August|1854. Nachdem der Pfarrerssohn 1812—1816 die Seminare in Schönthal und Maulbronn, dann bis 1820 das Tübinger Stift, stets als Primus, durchlaufen, war M. seit 1821 Repetent in dem genannten theologischen Stift, als er im Herbst 1824 der durch ganz Deutschland gehenden Untersuchung gegen die Burschenschaft anheimfiel und im Mai 1825 „wegen Theilnahme an einer hochverrätherischen Verbindung neben Entsetzung von seiner Repetentenstelle zu einer 2½ jährigen Festungsstrafe mit angemessener Beschäftigung“ verurtheilt wurde. Jahr und Tag saß er nun mit seinem nachmaligen Collegen an der Allgemeinen Zeitung, Kolb, dem Jenenser Hase u. A. auf Hohenasperg (s. Bd. XVI. S. 458). Dann galt es als Litterat in Stuttgart den Lebensunterhalt zu verdienen, eine Zeitlang mit Herausgabe der tüchtigen Deutschen Zeitung, deren Fortbestand aber bald an den damaligen Zeitverhältnissen scheiterte, darauf mit Uebersetzen ciceronianischer Schriften für die Schwab-Tafel'sche Sammlung, dem günstig aufgenommenen Werk: „Der 30jährige Krieg und seine Helden“, 1836 ff., bis die Cotta'sche Buchhandlung, welche M. schon seit 1827 als Hauptmitarbeiter und theilweise Redacteur des „Ausland“ und anderer Zeitschriften verwendet hatte, ihn 1842 nach Augsburg in die Redaction der Allgemeinen Zeitung berief. Dieser widmete fortan der tief angelegte, umfassend gebildete Mann seine nicht gewöhnliche Kraft, die nur vor der Zeit „mit den Hoffnungen Deutschlands brach. Denn M., eine anspruchslose und schlichte süddeutsche Natur durch und durch, war gleichwohl nach seiner politischen Ueberzeugung, jedoch ohne allen Parteihaß, ein Anhänger der Gagern'schen Kaiseridee, ein entschiedener grundehrlicher Gothaer und seine „Erörterungen über deutsche Politik“ in der Allgemeinen Zeitung 1848—1850 gehören ohne Frage zu dem Tiefsten, Bestgedachten und Bestgesagten, was für diesen Plan, das schwere deutsche Rätsel zu lösen, damals zur Oeffentlichkeit gelangt ist. Aber M. machte seine Politik nicht bloß mit dem Kopf, sondern mit innigster Herzenstheilnahme, und vom verhängnisvollen Jahre 1850 an ward er still und trüb und körperlich leidend.“ So ist er dann im August 1854, als er von einer Badereise nach dem von der Cholera heimgesuchten Augsburg zurückkehrte und von da sofort nach Stuttgart reiste, dort gleich nach seiner Ankunft gestorben.

    • Literatur

      Vgl. die von seinem Studiengenossen Albert Knapp in Stuttgart gehaltene Leichenrede mit Gustav Kolbs Zusätzen in der Allgem. Zeitung, 1854, S. 4041 f.

  • Autor/in

    J. Hartmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hartmann, Julius, "Mebold, Karl August" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 151-152 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12991181X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA