Lebensdaten
1761 bis 1834
Geburtsort
Nideggen am Niederrhein
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Mediziner ; Chirurg ; Geburtshelfer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 120054256 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brünninghausen, Hermann Joseph
  • Brünninghausen, Hermann Josef
  • Brünninghausen, Hermann Joseph
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Brünninghausen, Hermann Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120054256.html [20.09.2019].

CC0

  • Leben

    B. studierte in Würzburg und Göttingen Philosophie und Arzneiwissenschaft. Er war 7 Jahre lang chirurgischer Assistent am Juliusspital bei seinem Landsmann C. C. von Siebold, als er 1791 zum Professor der Wundarzneikunst und Oberlandwundarzt von Würzburg ernannt wurde. 1803 lehnte er einen Ruf nach Dorpat und 1807 einen solchen nach Tübingen ab. 1822 vom Schlage gerührt, wurde er 1824 in den Ruhestand versetzt; wissenschaftlich arbeitete er jedoch bis zu seinem Tode. B. war einer der hervorragendsten Chirurgen aus der Schule Siebolds. Er bereicherte die chirurgische und die geburtshilfliche Technik um wesentliche Verbesserungen, deren bedeutendste die Erfindung des sog. „deutschen Schlosses“ an der Geburtszange ist.

  • Werke

    Üb. d. Bruch d. Schenkelhalses …, Würzburg 1789 (ital. Mailand 1791);
    Üb. d. Bruch d. Schlüsselbeins …, ebenda 1791;
    Üb. eine neue v. ihm gefundene Geburtszange, 1802 (holländ. Leiden 1803);
    Erfahrungen u. Bemerkungen üb. d. Amputation, 1818.

  • Literatur

    ADB III;
    Neuer Nekrolog d. Deutschen XII, 1844. I, S. 115 (vollst. W-Verz.);
    Callisen III, 1830, S. 241, XXVI, 1838,|S. 468 (W);
    R. Herrlinger, Die Erfindung d. dt. Geburtszange, in: Ärztl. Praxis, 1953;
    BLÄ I.

  • Autor/in

    Robert Herrlinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Herrlinger, Robert, "Brünninghausen, Hermann Josef" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 666 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120054256.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Brünninghausen: Hermann Joseph B., Arzt, den 7. April 1761 in Nideggen (bei Aachen) geboren, fungirte, nachdem er in Würzburg und Göttingen studirt hatte, 7 Jahr als Assistent auf der chirurgischen Station des Juliushospitals in Würzburg, 1791 wurde er zum Würzburger Oberwundarzt und Professor der Chirurgie daselbst, 1797 zum General-Stabschirurg, 1807 zum Medicinalrath, 1814 zum General-Stabsarzt und 1821 zum Kreis-Medicinalrath ernannt; in Folge eines apoplektischen Anfalles war B. gezwungen, im J. 1824 seine amtlichen Thätigkeiten einzustellen, sein Tod erfolgte am 7. Februar 1834. — B. nimmt unter den bedeutenderen Chirurgen seiner Zeit eine achtenswerthe Stellung ein; zu seinen bedeutendsten litterarischen Leistungen gehören seine Arbeiten: „Ueber den Bruch des Schenkelbeinhalses etc.", 1798, ferner „Ueber den Bruch des Schlüsselbeines", 1791, sodann „Ueber die Exstirpation der Balggeschwülste am Halse etc.“, 1805, endlich „Erfahrungen und Bemerkungen über die Amputation“, 1818. — Auch im Gebiete der Geburtshülfe hat B. Bedeutendes geleistet, namentlich eine wesentliche Verbesserung an der Geburtszange angebracht ("Ueber eine neue Geburtszange“ 1802) und die Erweiterung der Mutterwände mittelst Preßschwamm behufs künstlicher Einleitung der Frühgeburt 1820 zum ersten Male gelehrt, ein Verfahren, das v. Siebold zuerst praktisch ausgeführt hat. — (Vgl. Siebold, Journal für Geburtsh. 1823. IV. 270.) Neben andern kleineren, zum Theil populären Schriften (das Verzeichniß sämmtlicher Arbeiten von B. vgl. in Callissen, Wörterbuch III. 241. XXVI. 408), hat B. zahlreiche interessante Artikel, meist chirurgischen und geburtshülflichen Inhaltes in verschiedenen medicinischen Journalen veröffentlicht.

  • Autor/in

    Aug. Hirsch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hirsch, August, "Brünninghausen, Hermann Josef" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 448 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120054256.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA