Lebensdaten
1840 bis 1914
Geburtsort
Buch bei Nürnberg
Sterbeort
Bad Aibling (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118751883 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sperl, Johann

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Zitierweise

Sperl, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118751883.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N. ( 1856), Holzhacker u. Nachtwächter in Buch;
    M N. N.; ledig.

  • Leben

    Nach einer ersten Lehre in der Allgemeinen Kunstanstalt in Nürnberg ließ sich S. seit 1856 in der Lithographischen Anstalt zum Lithographen ausbilden. Seit dem Wintersemester 1858/59 belegte er Zeichenkurse an der Nürnberger Kunstgewerbeschule, wo er Rudolf Hirth du Frênes (1846–1916) und Theodor Alt (1846–1937) kennenlernte. 1863 zum Leiter einer Lithographischen Anstalt in Arnstadt (Thüringen) berufen, gab S. 1865 diese Tätigkeit jedoch wieder auf, um an der Münchner Akademie zu studieren. Hier wurde er zunächst in die Malklasse des Historienmalers Hermann Anschütz, danach in die Meisterklasse Karl Theodor v. Pilotys und Arthur v. Rambergs aufgenommen. Er traf Hirth du Frênes und Alt wieder und begegnete erstmals Wilhelm Leibl (1844–1900), mit dem ihn fortan eine lebenslange Freundschaft verband. S. blieb bis zu Rambergs Tod Anfang 1875 an der Akademie, war jedoch bereits seit Beginn der 70er Jahre mit Genredarstellungen des ländlichen Volkslebens in der Tradition seines Lehrers erfolgreich (Schwäb. Hochzeitszug, 1873, Privatbes.; Heimkehr d. Urlaubers, 1874, Privatbes.).

    1873 war Leibl in die Nähe von Dachau gezogen, wo ihn S. häufig auch für mehrere Wochen besuchte. Hier entstanden erste Pleinairarbeiten, und es begann der Wandel vom Genre- zum Landschaftsmaler. Von Max Liebermann, der sich 1878–84 in München aufhielt, erhielt S. weitere wichtige Impulse für seine spätere Freilichtmalerei. Neben vereinzelten Genrearbeiten (Kindergarten, 1882, München, Bayer. Staatsgem.slgg.; Schmückung zum Fest, 1885, Nürnberg, German. Nat.mus.) schuf S. nun vornehmlich Landschaften (Apothekergarten in Kraiburg, 1883, München, Städt. Gal. Lenbachhaus; Wiese vor Leibls Atelier in Aibling, um 1887, ebd.).

    Neben der Hinwendung zur Landschaftsmalerei prägte die zwischenzeitlich gegründete Arbeitsgemeinschaft mit Leibl seine Kunst: zuerst in Unterschondorf/Ammersee (1875) und zeitweise in Berbling (1878), schließlich in Bad Aibling (1881). Seit 1888 entstanden insgesamt neun Gemälde, bei denen S. die Landschaft und Leibl die Figuren malte (u. a. Im Krautgarten, 1888, Schweinfurt, Mus. Schäfer; Auf der Hühnerjagd, 1890, München, Bayer. Staatsgem.slgg.; Birkhahnjäger, 1893, Nürnberg, German. Nat.mus.). Finanzielle Probleme zwangen S. 1889, die Lebensgemeinschaft zu verlassen, bis beide 1891 nach Kutterling übersiedelten und dort seit 1895 das „Oberwalchanwesen“ bewohnten. Durch die Unterstützung des Berliner Kunsthändlers Ernst Seeger, der einige Gemälde an die Nationalgalerie in Berlin vermittelte, erlangte S. seit Mitte 1895 finanzielle Unabhängigkeit und konnte sich ganz seiner Kunst widmen. Eine Reise 1899 nach Italien blieb künstlerisch bedeutungslos. In seinen letzten, nach Leibls Tod 1900 entstandenen Landschaften weitete S. den Horizont zur Überschau (Blumige Wiese mit Blick auf Litzldorf, um 1903, Nürnberg, German. Nat.mus.) und war mit der Schilderung verschiedener Jahreszeiten, besonders mit seinen Winterbildern, auch kommerziell erfolgreich (Winter in Kutterling, um 1904, Nürnberg, German. Nat.mus.). Ein im Frühjahr 1910 erlittener Schlaganfall beendete seine künstlerische Arbeit.

  • Werke

    Weitere W Bauernhaus in Pinzberg, 1874 (Privatbes.);
    Vor dem Haus, um 1885 (München, ehem. Kunsthandel);
    Hauseingang mit Blumen, um 1895 (Stuttgart, Staatsgal.);
    Winterlandschaft in Kutterling, 1899 (Hamburg, Kunsthalle);
    Frühlingslandschaft b. Kutterling, um 1905 (Privatbes.).

  • Literatur

    E. Diem, J. S., Ein Meister aus d. Leibl-Kreis, 1955 (W-Verz.);
    W. Moritz, J. S. 1840–1914, 1990 (W-Verz.);
    J. S. 1840–1914, Gedächtnisausst. z. 150. Geb.tag, 1990;
    DBJ I, Tl.;
    Berühmte Nürnberger, S. 307 f. (P);
    Dict. of Art;
    Nürnberger Künstlerlex.

  • Portraits

    Der Maler J. S., v. W. Leibl, Öl/Holz, 1871 (Köln, Wallraf-Richartz-Mus.);
    Öl/Lwd., v. M. Liebermann, 1879 (Würzburg, Städt. Gal.);
    Leibl u. S. auf d. Hühnerjagd, v. W. Leibl u. S., Öl/Lwd., um 1890 (München, Neue Pinakothek), alle abgeb. in: Wilhelm Leibl z. 150. Geb.tag, hg. v. G. Czymmek u. Ch. Lenz, Ausst.kat. München 1994, S. 283, 535 u. 405.

  • Autor/in

    Peter Prange
  • Empfohlene Zitierweise

    Prange, Peter, "Sperl, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 669-670 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118751883.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA