Lebensdaten
1656 bis 1725
Geburtsort
Halle (Saale)
Sterbeort
Celle
Beruf/Funktion
Generalsuperintendent in Celle ; Professor der Theologie in Leipzig ; Superintendent in Wunstorf
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116991712 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Leyser, Polykarp III. von
  • Leyser, Polykarp von
  • Leyser, Polykarp III. von
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Zitierweise

Leyser, Polykarp von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116991712.html [18.08.2019].

CC0

  • Leben

    Leyser: Polykarp (II.) L., Sohn Polykarp's (I.), ward am 20. Novbr. 1586 zu Wittenberg geb., 1597 auf die kurfürstl. Schule zu Meißen geschickt, bezog 1602 die Universität Wittenberg, ward 1605 daselbst Magister, studirte dann unter Leonhard Hutter Theologie, welches Studium er 1608 in Tübingen fortsetzte. 1610 als außerordentlicher Professor der Theologie nach Wittenberg berufen, promovirte er dort 1611 als Dr. theol., übernahm jedoch schon 1613 die vierte theologische Professur zu Leipzig. 1614 ward er Professor, Canonicus zu Zeitz und Ephorus der kurfürstl. Stipendiaten, rückte 1617 in die zweite Professur auf und ward Prediger zu St. Thomas (bis 1628). 1628 ward L. Superintendent zu Leipzig und Domherr zu Wurzen; bei diesem Stifte ward er später Propst, wie bei demjenigen zu Zeitz Senior und Dechant. L. starb am 15. Januar 1633 und hinterließ 7 Söhne und 1 Tochter. Als Theolog hat L., wie sein Vater, mit Eifer für das reine Lutherthum gegen die calvinische „Ketzerei“ gewirkt, nur mit weniger Geist und weniger Frömmigkeit. In dieser Richtung sind beachtenswerth die Thesen „De pace ecclesiae evangelicae“ (Wittenberg 1607), die „Vindiciae Lyserianae“ (Leipzig 1616), in denen die Angriffe des Paraeus (in dessen Irenicum) gegen L. des Vaters oben genannte Abhandlung zurückgewiesen werden und die „Drey Christliche Predigten zum Jubelfest der Reformation“ (Leipzig 1617). Im übrigen vgl. Jöcher, Freher, Theatrum.

    Sein Sohn Johann L. war längere Zeit Vorsteher der Anstalt zu Schulpforta, mußte aber diese Stellung aufgeben, weil er in der Schrift: „Polygamia triumphatrix i. e. Discursus politicus de polygamia auctore Theophilo Aletheo“ (Freiburg 1674), die Polygamie als mit dem Naturrecht, den Gewohnheiten der meisten Völker und dem göttlichen Wort übereinstimmend zu erweisen suchte. Kurze Zeit fand er in der Armee Christians V. von Dänemark als Feldprediger Unterkunft, sonst fand er nirgends eine bleibende Stätte und starb nach ruhelosem Wanderleben durch Dänemark, Schweden, England, Italien im J. 1685 in Frankreich.

    Friedrich Wilhelm L., ebenfalls ein Sohn Polykarps (II.), ward am 4. Septbr. 1622 zu Leipzig geboren, studirte zu Leipzig, Wittenberg und anderen Orten, ward 1650 Prediger an der Thomaskirche zu Leipzig, 1651 Diakonus an der Frauenkirche zu Halle, 1662 Superintendent zu Langensalza, 1664 Domprediger zu Magdeburg, 1666 Coadjutor zu Braunschweig, 1668 Ober-Domprediger zu Magdeburg, wo er am 25. August 1691 starb. An Schriften hat er nur Disputationen und Predigten hinterlassen.

    Polykarp (III.) L., Sohn des Dompredigers zu Magdeburg, Friedrich Wilhelm L. (s. c.), ward am 1. Juli 1656 zu Halle geb., besuchte die Universität Jena, ließ sich durch den berühmten Orientalisten Edzardus (Bd. V. S. 650) in Hamburg in den orientalischen Sprachen unterweisen, ward 1676 zu Leipzig Magister und hielt hier seit 1682 Vorlesungen über Orientalia und Philosophie. 1685 ward er Pastor an der Heiligen-Geist-Kirche zu Magdeburg, 1687 Superintendent und Stiftssenior zu Wunsdorff. 1690 Dr. theol., 1695|Generalsuperintendent des Fürstenthums Calenberg, 1708 Generalsuperintendent zu Celle, wo er am 11. October 1725 starb. Von seinen Schriften verdient Erwähnung sein „Officium pietatis“ (1706), in dem er seinen Urgroßvater gegen die Beschuldigungen Gottfried Arnold's vertheidigte und die Herausgabe von dessen Commentar zu den kleinen Propheten.

  • Autor/in

    Pünjer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pünjer, Bernhard, "Leyser, Polykarp von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 18 (1883), S. 526-527 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116991712.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA