Lebensdaten
1801 bis 1871
Geburtsort
Dorpat
Sterbeort
Dorpat
Beruf/Funktion
Geologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116951079 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hofmann, Ernst
  • Chofmann, Ėrnst Karlovič
  • Gofmann, E.
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Zitierweise

Hofmann, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116951079.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Gottlob (1767–1814), Pfarrer u. Propst, S d. Gottlob in Kerzdorf b. Lauban u. d. Marie Rosine Puff;
    M Constantine Jacobine Hilprich (1767–1847) aus Leipzig;
    ⚭> Dorpat 1833 Emilie Henr. Antonie (1802–80), T d. Otto Joh. v. Anrep (1766–1834), russ. Major, auf Lauenhof u. Metzküll, u. d. Marg. Eleonore Freiin v. Fersen;
    1 S (jung †), 1 Adoptiv-S.

  • Leben

    H. studierte seit 1819 in Dorpat Medizin. M. von Engelhardt, der ihn für die Mineralogie begeisterte, empfahl ihn als Geologen für die Weltumsegelung O. von Kotzebues, an der H. 1823-26 teilnahm. Er ordnete 1827 in Dorpat die Sammlungen und Tagebücher und wurde mit einer geognostischen Beschreibung der Insel Hogland candidatus philosophiae.|Noch 1827 wurde er mit seinem Freunde G. von Helmersen in der Kanzlei des Finanzministers Georg Graf Cancrin angestellt und bereiste mit Helmersen 1828/29 den Süd-Ural, zuletzt als Begleiter von A. von Humboldt, Chr. G. Ehrenberg und G. Rose. Auf Humboldts Vorschlag ging er 1830 mit Helmersen nach Berlin, hörte dort bei G. und H. Rose, E. Mitscherlich, Chr. S. Weiß und Carl Ritter und wurde 1832 auf Antrag H. Roses in absentia in Jena zum Dr. phil. promoviert. Er bereiste 1830 mit Helmersen Sachsen, Böhmen und den Harz, 1831 Österreich, Oberitalien, die Schweiz und das Rheinland. Nach einer 2. Reise in die Schweiz vertrat H. in Dorpat den erkrankten Engelhardt, schied 1835 aus dem Finanzministerium aus und habilitierte sich in Dorpat, wo er bis 1837 das Mineralienkabinett betreute und 1837 Magister philosophiae wurde. Im gleichen Jahre wurde er als außerordentlicher Professor an die Universität Kiew berufen (1838 Ordinarius und Dekan). Er las deutsch über Mineralogie und Geognosie, hielt öffentliche Vorträge über anorganische und technische Chemie und arbeitete geologisch in den Gouvernements Kiew, Podolien, Cherson und Taurien. 1841 übernahm er die Mineraliensammlung der aufgelösten Universität Wilna, und 1842 führte er die physikalischen Messungen anläßlich der Sonnenfinsternis am 26.6. in Tschernigow durch. Im Juni 1842 berief ihn Graf Cancrin als Hofrat in die Oberbergbehörde. 1843 untersuchte er die Goldwäschen Ost-Sibiriens geologisch. Er kam dabei bis zum Baikalsee, ins Sajangebirge, ins Tunguska- und Jenissej-Gebiet. 1844 wurde er als Oberst in das Bergcorps aufgenommen und mit der Untersuchung von Goldfunden bei Kemi in Nordfinnland beauftragt. 1845 erhielt er als Nachfolger Sokolows auch die Professur der Mineralogie an der Universität Sankt Petersburg. 1847/48 untersuchte er mit dem Astronomen M. Kowalsky den Nord-Ural zwischen 60° nördlicher Breite und dem Eismeer, erkannte dabei die abweichende Richtung des Pai-choi und brachte die erste Karte des nördlichen Urals mit. In den Sommern 1853-57 endlich kartierte er geologisch die kaiserlichen Bergwerksdistrikte im Ural, zum Teil mit Unterstützung durch M. von Grünewaldt, Barbot de Marny, Koschkull und Meunier. Wenn auch die geologischen Deutungen der ersten, meist nur entlang der Reisewege aufgenommenen Kartierungen später vielfach überholt wurden, so nannte Helmersen H. neben Pallas, G. Rose, Graf Keyserling und Schrenck als einen derjenigen Forscher, denen die Förderung der geographischen Kenntnis Rußlands in erster Linie zu danken ist. Die meisten seiner Untersuchungen veröffentlichte H. auch deutsch. 1869 als Generalleutnant des Bergcorps verabschiedet, bearbeitete er im Winter 1870/71 in Petersburg noch seine Publikationen und siedelte 1871 nach Dorpat über.|

  • Auszeichnungen

    Dir. d. Kaiserl. Russ. Mineralog. Ges. 1861–65.

  • Werke

    u. a. Geognost. Beobachtungen auf e. Reise um d. Welt i. d. J. 1823–26, in: Karstens Archiv f. Mineral. 1, 1829;
    Geognost. Unterss. d. Süd-Ural-Gebirges, ausgeführt i. d. J. 1828 u. 1829, 1831 (mit G. v. Helmersen);
    Chem. Unters, versch. Mineralien, Diss. Jena 1832 (Hs.);
    Geognost. Beobachtungen auf e. Reise v. Dorpat nach Åbo, 1837;
    Allg. Oryktognosie, 1840 (russ.);
    Reise nach d. Goldwäschen Ostsibiriens, in: Btrr. z. Kenntnis d. Russ. Reiches, hrsg. v. K. E. v. Baer u. G. v. Helmersen, XII, 1847, S. 1-218;
    Der nördl. Ural u. d. Küstengebirge Pae-Choî, T. II, 1856;
    Über d. Entdeckung edler Metalle in Rußland u. deren Ausbeute, 1846;
    Lehrb. d. Mineral, f. Gymnasien (russ. 1853), 31865;
    Materialien z. Anfertigung geolog. Karten d. Kaiserl. Bergwerks-Distrikte d. Uralgebirges, 1870.

  • Literatur

    . K. E. Napierský, Btrr. z. Gesch. d. Kirchen u. Prediger in Livland, H. 3, 2, 1851, S. 17 f.;
    Im Ural u. Altai, Briefwechsel zw. A. v. Humboldt u. Gf. G. v. Cancrin a. d. J. 1827–32, 1869;
    G. v. Helmersen, in: Verhh. d. Kaiserl. Russ. Mineralog. Ges. 8, 1873, S. 17-30;
    ders., in: Balt. Mschr. 22, 1873, S. 402-21;
    F. Th. Köppen, Bibl. zoologica rossica 1, 1885, S. 238 f., u. 2, S. 120;
    A. Hasselblatt u. G. Otto, Album Academicum d. Kaiserl. Univ. Dorpat, 1889, S. 89 f.;
    W. S. Ikonnikow, Biograph. Wb. d. Professoren u. Lehrer d. Univ. Kiew, 1884, S. 132-37 (russ.);
    dass. d. Univ. Dorpat, 1902 (russ.);
    Enciklopedičeskij Slovar 9, 1893, S. 453 f. (W);
    Pogg. I, III. -
    Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Bleistiftzeichnung v. J. M. Rugendas (München, Stadtmus., Maillinger Bilderchronik).

  • Autor/in

    Walther Fischer
  • Empfohlene Zitierweise

    Fischer, Walther, "Hofmann, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 451 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116951079.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA