Lebensdaten
1751 bis 1825
Geburtsort
Versailles
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer General
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 104245875 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Karl Eugen von Lothringen
  • Lambesc, Karl Eugen Prinz
  • Lothringen, Karl Eugen Prinz von
  • mehr

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Zitierweise

Lambesc, Karl Eugen Fürst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104245875.html [16.10.2019].

CC0

  • Leben

    Lambesc: Prinz Karl Eugen L., — von 1796 an urkundlich genannt Prinz Karl Eugen von Lothringen, Fürst von Lambesc, Graf zu Brionne, geb. am 25. Septbr. 1751 zu Versailles, am 21. Novbr. 1825 zu Wien, stammte aus der durch Claude de Guise begründeten Nebenlinie der Lothringer und war der letzte Sprosse der von René de Guise, dem 7. Sohne Claude's abgeleiteten Seitenlinie der Marquis, späteren Ducs d'Elboeuf. Nachdem dessen hochgradiger jugendlicher Uebermuth unter der strengen Zucht des Collegiums zu Plessis gemässigt worden war, fand L. am Hofe Ludwigs XVI. als Prinz von Geblüt und Verwandter eine angesehene Stellung und wurde 1789 (nach Susane, Hist. de la caval franç. 1785) Commandant des Cavallerieregiments Royal Allemand. In letzterer Verwendung verdrängte er an der Spitze seines Regimentes das sich, gelegentlich der Enthebung des Ministers Necker, auf der Placs de Louis XV (jetzt Place de la Concorde) um revolutionäre Redner zusammenrottende Volk, wobei er auf einen nicht schnell genug zurückweichenden alten Mann persönlich eingehauen haben soll. Dem Untersuchungscomité der Nationalversammlung war hiermit hinreichender Anlaß gegeben, den Prinzen als Haupturheber des Einschreitens gegen das Volk in Anklagezustand zu setzen; der Gerichtshof zu Châtelet sprach denselben jedoch später von jeder Schuld frei. Unterdessen hatte der Prinz mit seinem Regimente nach mehrfachem Garnisonswechsel die Bestimmung nach Stenay erhalten, wahrscheinlich um bei der geplanten Flucht des Königs mit seinem königstreuen Regiment zur Hand zu sein. Als jedoch dieses Vorhaben mißglückte, löste sich das meist aus den deutschen Provinzen Frankreichs recrutirte Regiment kurz darauf durch massenhafte Desertionen auf; der Prinz selbst wurde schon 1791 als Generalmajor in österreichische Dienste übernommen, woselbst sich ihm bald die Gelegenheit gab, seinen persönlichen Muth und seine kriegerischen Anlagen zu bethätigen. Bei Tournay (22. Mai 1794) attakirte er an der Spitze von 4 Schwadronen den Feind mit solcher Bravour, daß gegen 300 Mann zusammengehalten und 3 Kanonen erobert wurden. Bei dem Angriffe auf Charleroi (26. Juni 1794) eilte L. einem Theile der vom Feinde bedrohten Infanterie zu Hülfe, warf ihn mit beträchtlichem Verluste und rettete durch diese kühne That die Infanterie und sämmtliche Geschütze. 1794 war L. zum Inhaber des 7. Kürassier-, jetzigen 7. Dragoner-Regiments ernannt worden, 1796 Feldmarschall-Lieutenant und mit dem Commandeurkreuze des Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet. Er blieb bis 1799 bei der Armee in Deutschland, wurde dann commandirender General in Ostgalizien und 1806 General der Cavallerie und Capitän der Arcieren-Leibgarde.

    • Literatur

      Wurzbach, Biogr. Lex. des Kaiserth. Oesterr. 14. Bd., Wien 1865. Hirtenfeld, Der Milit. Maria-Theresien-Orden, Wien 1857. Militär-Schematismus 1791—1825. Biographie universelle, ancienne et moderne, 70. Bd., Paris 1842. Biographie nouvelle des contemporaines etc, 10. Bd., Paris 1823. Susane, Hist. de la cavalerie franç., 2. Bd., Paris 1874. Forneron, Les ducs de Guise, Paris 1877.

  • Autor/in

    Schz.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schz., "Lambesc, Karl Eugen Fürst" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 557 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104245875.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA