Lebensdaten
1830 bis 1904
Geburtsort
Hermannstadt (Siebenbürgen)
Sterbeort
Graz
Beruf/Funktion
österreichischer General
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137636423 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Horst, Julius (bis 1877)
  • Horst, Julius Freiherr von
  • Horst, Julius (bis 1877)
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Horst, Julius Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137636423.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Dtld. stammende Fam.;
    V Kaspar, siebenbürg. Kriegskommissär u. Ehrenbürger v. Karlsburg;
    M Karoline N. N.;
    1852 Ferdinande Wallbaum ( 1902);
    1 T.

  • Leben

    H. besuchte die Gymnasien in Hermannstadt und Klausenburg und trat 1844 in das Infanterieregiment 63 ein. Als Leutnant kämpfte er 1848/49 in Ungarn und durchlief die übliche Offizierslaufbahn bis zum Oberst (1871). Während des Krieges von 1859 im Rahmen der Mobilisierungsarbeiten beim Armeeoberkommando eingesetzt, leistete er im österreichisch-preußischen Krieg 1866 hervorragende Kundschafterdienste. 1867 wurde H. – mittlerweile zum Vorstand der Abteilung 5 im Reichskriegsministerium ernannt – nach Süd- und Mitteldeutschland entsendet, um dort die allgemeine Stimmung zu sondieren. Die von ihm verfaßte „Denkschrift über politische Wahrnehmungen in Mittel- und Süddeutschland …“ schloß mit den Worten: „Beim ersten am Rhein fallenden Kanonenschuß ist die Einigung Deutschlands eine fertige Tatsache.“ Der verlorene Krieg 1866 hatte den dualistischen Umbau der Monarchie zur Folge; dieser wieder machte eine Neugestaltung des Heerwesens notwendig. H., obgleich ein überzeugter Anhänger des zentralistischen Staatsgedankens, widmete sich der Schaffung eines die neuen Gegebenheiten berücksichtigenden Wehrgesetzes mit dem Ziel, der allgemeinen Wehrpflicht ohne Einschränkungen und Ausnahmen zum Durchbruch zu verhelfen. Wenn auch seine diesbezüglichen Entwürfe in gewisser Hinsicht verwässert wurden, blieb doch die Idee seiner Reformbestrebungen fortan in der Armee wirksam. Größte Verdienste aber erwarb er sich um die Errichtung der österreichischen Landwehr. Als Leiter des Ministeriums für Landesverteidigung (seit 25.11.1871), als Ressortminister (seit 23.3.1872) in den Kabinetten Auersperg, Stremayr und Taaffe gelang es dem wissensreichen, mit einem kritisch-analytischen Geist, mit Organisations- und Rednertalenten begabten H., den Ausbau der Landwehr binnen weniger Jahre durchzuführen, mit dem Ergebnis, daß sich deren Kriegstüchtigkeit anläßlich der bosnischen Okkupation auf das glänzendste erwies. 1878 zum Generalmajor ernannt, schied H. am 26.6.1880 aus seinem Amt, da er die föderalistische Politik Taaffes mit seinen deutschliberalen Anschauungen nicht länger für vereinbar hielt. Zugleich mußte er auf Wunsch des Kaisers sein Mandat als Reichsratsabgeordneter niederlegen. In der Folge war H. auf militärpublizistischem Gebiet tätig und machte sich auch um das Rote Kreuz verdient. – Orden d. Eisernen Krone I. Klasse (1877), Mitglied d. Herrenhauses (1903).

  • Werke

    u. a. Gedanken üb. d. Reform d. k.k. Armee, 1868;
    Die Aufgaben d. Bevölkerung in Beziehung auf d. Sanitätswesen im Kriege u. d. Krankenzerstreuungssystem, 1891;
    Das Schlachtfeld d. Zukunft, 1892.

  • Literatur

    Neue Freie Presse v. 6.2.1904;
    Wiener Ztg. v. 6. u. 9.2.1904;
    Danzers Armeeztg. v. 25.2.1904;
    O. Friedjung, J. Frhr. v. H., 1906;
    M. Mayerl, J. Frhr. v. H., Diss. Wien 1937;
    BJ X (Tl.);
    ÖBL.

  • Portraits

    Lith. v. A. Dauthage;
    v. G. Rehbock;
    Phot. (alle Wien, Nat.bibl.).

  • Autor/in

    Walter G. Wieser
  • Empfohlene Zitierweise

    Wieser, Walter G., "Horst, Julius Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 643 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137636423.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA