Lebensdaten
1830 bis 1910
Geburtsort
Karlsbad
Sterbeort
Karlsbad
Beruf/Funktion
Mineralwasserfabrikant
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119156350 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mattoni, Heinrich (bis 1889)
  • Mattoni, Heinrich Edler von
  • Mattoni, Heinrich (bis 1889)
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Zitierweise

Mattoni, Heinrich Edler von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119156350.html [20.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. stammt aus d. Gegend d. Comer Sees. Der Zitronenhändler Ottavio (1663–1724) wanderte 1693 nach Karlsbad zu. – V Karl M. (1801-60), Zinngießermeister, dann Leinwandwarenhändler, Stadtrat in K., S d. Zinngießermeisters u. Magistratsrats Kaspar (1768–1839) in K. u. d. Barbara Maria Theresia Deiml;
    M Maria Theresia (1809–66), T d. Messerschmiedemeisters Leopold Voigt in K. u. d. Sabina Anna Josepha Urban; Verwandter Andreas Vinzenz Peter (1779–1864). Glasmaler (s. Biogr. Lex. z. Gesch. d. böhm. Länder II, 1979);
    Karlsbad 1858 Wilhelmine (1838–1919), T d. Joh. Peter Knoll (1797–1874), Bgm. v. K., u. d. Maria Katharina Roscher; Vt d. Ehefrau Fritz Knoll, Mitpächter d. Karlsbader Mineralwasser-Versendung;
    2 S, 5 T, u. a. Leo (1862–1940), Präs. d. Mattoni AG, Heinrich (1874–1939), Vizepräs. d. Mattoni AG;
    E Heinrich (1895–1981), seit 1919 Inh. d. Mattoni AG, André (* 1901), Schauspieler, Mitgl. d. Burgtheaters.

  • Leben

    M. erlernte den Kaufmannsberuf. Nach mehrjähriger Tätigkeit für Handelsfirmen in Prag, Wien und Hamburg, die mit ausgedehnten Geschäftsreisen verbunden war, kehrte er 1856 nach Karlsbad zurück, um sich selbständig zu machen. Gemeinsam mit Fritz Knoll, einem Vetter seiner künftigen Ehefrau, übernahm er im Januar 1857 die seit 1844 bestehende, aber bisher wenig erfolgreiche Karlsbader Mineralwasser-Versendung auf 10 fahre in Pacht. Auf großen Reisen in zahlreiche Länder Europas knüpfte M. neue Geschäftsverbindungen und steigerte durch intensive Werbung und den Aufbau eines Systems von Niederlassungen (u. a. in Wien und Budapest) den Absatz des Karlsbader Mineralwassers beträchtlich. Am Ende der Pachtzeit war der Umsatz auf das Dreifache gestiegen. M. setzte die Pacht, nun ohne Gesellschafter, für weitere 10 Jahre fort. 1875 erreichte der Versand eine Million Flaschen. Nach Ablauf der Pachtzeit 1876 wandte sich M. gänzlich eigenen Unternehmungen zu. Schon 1867 hatte er auch die Mineralquellen von Gießhübel-Puchstein im mittleren Egertal pachtweise übernommen und sie 1873 käuflich erworben. Mit großem finanziellen Aufwand ließ er die Otto-Quelle neu fassen und die technischen Einrichtungen modernisieren. Innerhalb weniger Jahre nahm nun der Versand von „Mattonis Gießhübler Sauerbrunn“ einen enormen Aufschwung. Von 250 000 Flaschen 1867 stieg er auf 8 Millionen 1897 und 12 Millionen in M.s Todesjahr 1910.

    M., der seit 1870 „Mineralwasser-Hoflieferant“ war, betrieb auch die Bitterquellen und das Elisabethbad in Ofen und schuf nach dem Erwerb der Mineralmoorlager bei Franzensbad eine florierende Industrie zur Verwertung von Quellennebenprodukten wie Moorsalz und Moorlauge. Er war seit 1862 Stadtverordneter in Karlsbad und seit 1874 Präsident der Handels- und Gewerbekammer Eger. Die Gründung der Karlsbader Sparkasse geht auf seine Initiative zurück. Seit 1878 lebte er in Wien|

  • Auszeichnungen

    Kaiserl. Rat; Ehrenbürger v. Karlsbad; Mitgl. d. Staatseisenbahnrates.

  • Literatur

    K. Ludwig, in: HJb 1940;
    V. Karell, Karlsbad v. A bis Z, 1971;
    ÖBL (L);
    Biogr. Lex. z. Gesch. d. böhm. Länder II, 1979;
    Egerländer Biogr. Lex. I, 1985 (P).

  • Autor/in

    Viktor Karell
  • Empfohlene Zitierweise

    Karell, Viktor, "Mattoni, Heinrich Edler von" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 418 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119156350.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA