Lebensdaten
1895 bis 1945
Geburtsort
Barzdorf (Kreis Striegau, Schlesien)
Sterbeort
Bad Ischl (Österreich)
Beruf/Funktion
Generalfeldmarschall
Konfession
keine Angabe,evangelisch?
Normdaten
GND: 129413232 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Richthofen, Ulf Karl Ludwig Moritz Hermann Freiherr von
  • Richthofen, Wolfram Freiherr von
  • Richthofen, Ulf Karl Ludwig Moritz Hermann Freiherr von

Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Richthofen, Wolfram Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129413232.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Haus Damsdorf;
    V Wolfram (1856–1922), auf Barzdorf u. Järischau (Kr. Striegau), preuß. Kammerherr, Rittmeister, Mitgl. d. preuß. Herrenhauses, S d. Ulrich (1814–78), auf Barzdorf, preuß. Kreisrichter, u. d. Sophie v. Grolman (1821–1901);
    M Therese (1862–1948), T d. Bernhard Götz v. Olenhusen (1806–68), auf Bodenfelde, hann. Oberforstmeister (s. Allg. Hann. Biogr.), u. d. Therese v. Plato;
    Ur-Gvv Karl (1787–1841), auf Brechelshof, preuß. Landrat (s. Gen. 1), Karl v. Grolman (1777–1843), preuß. Gen. d. Inf. (s. NDB VII);
    Gr-Ov Karl (s. 1);
    Breslau 1920 Jutta (1896–1991), T d. Udo v. Selchow (* 1859), Gen.lt., u. d. Elisabeth (Else) v. Kranold (* 1870);
    2 S Wolfram (* 1922, vermißt 1944 b. Jassy, Bessarabien), Flieger, Götz (* 1925), Kaufm., 1 T Ellen (* 1928, Victor Fritsche, 1912–2002, Vorstandsmitgl. d. Münchner Rückvers.).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Realgymnasiums absolvierte R. 1911-13 die Hauptkadettenanstalt in Lichterfelde bei Berlin. 1914-17 im Husaren-Rgt. Nr. 4, trat er nach einer Fliegerausbildung 1918 in das von seinem Vetter Manfred v. Richthofen geführte Jagdgeschwader 1 über (1918 Oberlt.). Bis Kriegsende errang er acht Luftsiege. Nach dem Erwerb des Reifezeugnisses 1919 studierte R. 1920-23 an der TH Hannover Maschinenbau und trat unter Rückstufung zum Leutnant 1923 in die Reichswehr ein. Formell einem Reiter-Rgt. zugeteilt, arbeitete er überwiegend beim Heereswaffenamt und im Reichswehrministerium mit an der geheimen Luftrüstung (1925 Oberlt., 1929 Hptm.). In diesem Zusammenhang stehen auch seine 1929 von der TH Berlin angenommene Dissertation (Der Einfluß d. Flugzeugbauarten auf d. Beschaffung unter bes. Berücks. mil. Gesichtspunkte) und die anschließende Kommandierung an die Dt. Botschaft in Rom, wo er die ital. Luftstreitkräfte beobachten sollte. Im Zuge der forcierten NS-Luftrüstung trat R. 1933 in die bis 1935 noch getarnte Luftwaffe über und war als Referent bzw. Abteilungsleiter (1934 Major, 1936 Oberstlt.) im Technischen Amt des Reichsluftfahrtministeriums mit zuständig für die Flugzeugentwicklung. Am Span. Bürgerkrieg nahm er 1936/37 als Chef des Generalstabs, 1938/39 als Befehlshaber der zur Unterstützung der nationalspan. Verbände Francos aus dt. Truppen gebildeten „Legion Condor“ teil; zwischenzeitlich war er u. a. Kommodore des Kampfgeschwaders 257 in Deutschland. R. hatte maßgeblichen Anteil an der Erprobung neuer Flugzeuge im Einsatz. Aufgrund der in rücksichtlosen Angriffen (u. a. Guernika) gewonnenen Erfahrungen wurde R. beauftragt, ein spezielles Fliegerkorps zur unmittelbaren Heeresunterstützung aufzustellen (1938 Oberst, dann Gen.-major). Das im Zentrum der dt. Angriffsfeldzüge unter seiner Führung seit 1939 eingesetzte VIII. Fliegerkorps schuf v. a. mit seinen Sturzkampfflugzeugen wichtige Voraussetzungen für die Siege gegen Polen, Frankreich und auf dem Balkan. 1940 unter Überspringung des Ranges eines Generalleutnants zum General der Flieger und 1942 zum Generaloberst befördert, stand R. wegen seiner Professionalität und seiner erfolgsorientierten, nicht selten rücksichtslosen Führung bei Hitler in hohem Ansehen. Auch bei militärfachlicher Kritik an dessen Entscheidungen – etwa während der Krise um Stalingrad – blieb der von Hitlers politischen Ideen und Zielen überzeugte R. ein loyaler Vollstrecker. Obwohl es der von ihm seit Sommer 1942 geführten Luftflotte 4 nicht gelang, die in Stalingrad eingekesselte 6. Armee zu versorgen, wurde R. am 16.2.1943 zum Generalfeldmarschall befördert. Dank seines Rufs als Krisenmanager erhielt R. im Sommer 1943 den Oberbefehl über die Luftflotte 2 in Italien, konnte jedoch nicht verhindern, daß die Alliierten die Luftherrschaft eroberten. An einem Gehirntumor erkrankt, wurde er im Okt. 1944 von seinem Kommando entbunden; er starb als amerik. Kriegsgefangener in einer Klinik in Bad Ischl. Mit seiner militärtechnischen wie -fachlichen Qualifikation, seiner Durchsetzungsfähigkeit in Krisenlagen und seiner mit den Zielen Hitlers in Einklang stehenden Überzeugung verkörperte R. prototypisch einen Offizier der nationalsozialistischen Militärelite. – Rr.kreuz (1940), hierzu Eichenlaub (1941).

  • Literatur

    O. E. Moll, Die dt. Generalfeldmarschälle 1939-1945, 1991, S. 181-88 (P);
    K. F. Hildebrand, Die Generale d. dt. Luftwaffe 1935-1945, III, 1992 (P);
    K. Borchert, Die Generalfeldmarschälle u. Großadmiräle d. Wehrmacht, 1994, S. 125-29 (P);
    E. L. Homze, in: R. Smelser u. E. Syring (Hg.), Die Mil.elite d. Dritten Reiches, 1995, S. 446-59 (P);
    G. Hümmelchen u. P. Stockert, Die Eichenlaubträger 1940-1945, 1996, S. 32 f. (P);
    G. R. Ueberschär (Hg.), Hitlers mil. Elite, II, 1998, S. 169-74;
    GHdA 31, 1963 (P);
    Breslau-Lex.;
    H. Weiß (Hg.), Biogr. Lex. z. Dritten Reich, 21998;
    zur Fam.:.
    GHdA Freiherrl. Häuser B VII, 1978, bes. S. 325 f. |

  • Quellen

    Qu: Freiburg, BA-Mil.archiv (Tagebücher u. Personalakte).

  • Portraits

    Foto, Abb. in: GHdA Freiherrl. Häuser B II, 1963, nach S. 376.

  • Autor/in

    Wolfgang Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wolfgang, "Richthofen, Wolfram Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 545-546 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129413232.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA