Lebensdaten
1898 bis 1976
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Germanist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118743201 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Quint, Joseph

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Zitierweise

Quint, Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118743201.html [30.03.2017].

CC0

Quint, Josef

Germanist, Eckhart-Forscher, * 28.3.1898 Bonn, 14.12.1976 Köln. (katholisch)

  • Genealogie

    V Adam ( 1940), Schneidermeister in B.; M Christine Sürtenich ( 1957); 1950 Anneliese (* 1921), T d. Prokuristen Friedrich Gustav Krumm ( 1950) u. d. Ottilie Enke ( 1966); 2 T.

  • Leben

    Nach Abitur und Kriegsdienst nahm Q. das 1917/18 „in absentia“ begonnene Studium der dt., engl. und franz. Philologie an der Univ. Bonn auf. 1922 legte er das Staatsexamen ab und wurde 1924 mit der Dissertation „Der mitteldt. Karl und Elegast nach der Zeitzer Handschrift herausgegeben“ (gedr. 1927) bei Theodor Frings promoviert. 1927 habilitierte er sich in Bonn mit „Textkritische Studien zu den dt. Predigten des Meisters Eckehart, Eine Kritik der Ausgabe von Franz Pfeiffer auf Grund des rekonstruierten Variantenapparates“ (gedr. 1932 u. d. T. „Die Überlieferung d. dt. Predigten Meister Eckeharts, Textkrit. unters.“). 1927 als Privatdozent, seit 1935 als apl. ao. Professor in Bonn, war er seit 1934 im Auftrag der Notgemeinschaft dt. Wissenschaft/Dt. Forschungsgemeinschaft betraut mit der Ausgabe der dt.sprachigen Werke Meister Eckharts im Rahmen der Gesamtausgabe und Mitarbeiter des neugegründeten Eckhart-Instituts. 1939 folgte er Friedrich Ranke als Professor in Breslau.

    Q. trat 1937 in die NSDAP ein und war Mitglied mehrerer Parteiverbände (Nat.soz. Volkswohlfahrt, Nat.soz. Lehrerbund, NS-Dozentenbund, bis 1938 Förderndes Mitgl. d. SS). Im Sept. 1944 zum Kriegsdienst eingezogen, kehrte er im Aug. 1945 aus russ. Gefangenschaft nach Bonn zurück. Dort äußerte ein akademischer Prüfungsausschuß Bedenken gegen die Wiederaufnahme seiner Lehrtätigkeit, doch wurde Q. 1947 als „entlastet“ eingestuft, übernahm 1948 ein Ordinariat an der Univ. Saarbrücken und setzte seine Arbeit im dorthin transferierten Eckhart-Institut fort. 1954 folgte er einem Ruf nach Köln (emeritiert 1963) und widmete sich ganz der Eckhart-Ausgabe.

    In Q.s auf die dt. mystische Literatur konzentrierter Lehr- und Forschungstätigkeit hatte die Ausgabe und neue Übersetzung der Werke Meister Eckharts eine besondere Stellung. Die ungewöhnlich komplizierte, für die Einzeltexte relativ schmale, aber in ihren disiecta membra (v. a. der dt. Predigten) weit zerstreute Überlieferung sichtete und verarbeitete Q. als erster in dieser Breite. Leitend war dabei seine eingelöste Absicht, aus der Überlieferung die „echten“, nach Möglichkeit von Eckhart als eigene Predigten anerkannten, auch im Wortlaut autorisierten Werke herzustellen. Eine ungemein erfolgreiche Eckhart-Übersetzung erschien 1955 (101993). Konsequenz von Q.s literarhistorisch begründeter Edition und Übersetzung ist die Renaissance eines ideologisch nicht instrumentalisierten, weit verbreiteten Interesses an Eckharts Werk.|

  • Auszeichnungen

    Gr. BVK (1975); Mitgl. d. Germanistenverbands (1951), d. Soc. Internat. Arthurienne (1951), d. Komm. f. Saarl. Landesgesch. u. Volksforsch. (1952), d. Dt.-Isländ. Ges. (1956), d. Ges. f. Rhein. Gesch.kunde (1957), d. Görresges. (1960); Präs. d. Dt.-Indones. Ges. (1965).

  • Werke

    Textbuch z. Mystik d. dt. MA, Meister Eckhart – Johannes Tauler – Heinrich Seuse, 1952, 31978; Meister Eckehart, in: Von dt. Art in Sprache u. Dichtung, hg. v. G. Fricke u. a., 1941, S. 3-44; Mystik u. Sprache, Ihr Verhältnis zueinander insbes. in d. spekulativen Mystik Meister Eckeharts, in: DVjS 27, 1953, S. 48-76 (Neudr. in: Altdt. u. altniederl. Mystik, hg. v. K. Ruh, 1964, S. 113-51); Mystik, in: Reallex. d. dt. Lit.gesch., 2. Aufl. hg. v. W. Kohlschmidt u. W. Mohr, II, 1965, S. 544-68; Textverständnis u. Textkritik in d. Meister-Eckhart-Forsch., in: FS f. Fritz Tschirch, 1972, S. 170-86. – Edd.: Dt. Mystikertexted. MA, I, 1929; Meister Eckhart, Die dt. u. lat. Werke, Abt. I: Die dt. Werke, Bd. 1: Meister Eckharts Predigten, 1. u. 2. Abt., 1958 (Nachdr. 1986), Bd. 2: Meister Eckharts Predigten, 3. Abt., 1971 (Nachdr. 1988), Bd. 3: Meister Eckharts Predigten, 4. Abt., 1976 (Nachdr. 1995), Bd. 5: Meister Eckharts Traktate, 1963 (Nachdr. 1987).

  • Literatur

    J. Q. anläßl. s. 65. Geb.tages überreicht, hg. v. H. Moser, R. Schützeichel u. K. Stackmann, 1964 (Bibliogr.; P) ; R. Schützeichel, in: Mitt. d. dt. Germanisten-Verbandes 10, 1963, Nr. 2, S. 4; A. M. Haas, in: Rhein. Vjbll. 42, 1978, S. X-XII; W. Haug, Zur Grundlegung e. Theorie d. myst. Sprechens, in: Abendländ. Mystik im MA, hg. v. K. Ruh, 1986, S. 494-508 (Neudr. in: W. H., Brechungen auf d. Weg z. Individualität, 1995, S. 531-44); G. Steer, Meister Eckhart-Predigten in Hss. d. 14. Jh., in: Dt. Hss. 1100-1400, hg. v. V. Honemann u. N. F. Palmer, 1988, S. 399-407; Kosch, Lit.-Lex.3; H. Meyer, in: Internat. Germanistenlex. 1800-1950, hg. v. C. König (in Vorbereitung, Bibliogr.).

  • Autor

    Hans-Joachim Ziegeler
  • Empfohlene Zitierweise

    Ziegeler, Hans-Joachim, "Quint, Josef" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 49-50 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118743201.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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