Lebensdaten
1787 bis 1837
Geburtsort
München
Sterbeort
Hohenschwangau
Beruf/Funktion
Maler ; Architekt ; Lithograph
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118597256 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Quaglio, Domenicus
  • Quaglio, Dominic
  • Quaglio, Dominicus

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Zitierweise

Quaglio, Domenico, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118597256.html [24.08.2017].

CC0

Quaglio, Domenico II (Johann Dominikus)

Architektur- und Theatermaler, Radierer, Lithograph, * 1.1.1787 München, 9.4.1837 Hohenschwangau.

  • Genealogie

    V Giuseppe (s. 1); M Agnes Grünwald; B Angelo I (1778–1815), Hoftheatermaler, Lithograph in M. (s. Einl.), Lorenzo II (s. 3), Simon (1795–1878), Hofarchitekt, Maler, Lithograph (s. Einl.); – München 1819 Josepha (um 1794–1869), T d. Philipp Sedlmayr u. d. Eva Wollinger; mind. 2 S, beide Ärzte.

  • Leben

    Als Gehilfe seines Vaters, der am kfl. Hof- und Residenztheater seit 1801 das Dekorationswesen leitete, wurde Q. in Perspektive, Baukunst und Theatermalerei unterrichtet und erlernte gleichzeitig bei Johann Michael Mettenleiter und Carl Heß die druckgraphischen Techniken Radierung, Kupferstich und Lithographie. Im Alter von 16 Jahren wurde Q. als Dekorationsmaler angestellt und 1808 zum Hoftheatermaler für architektonische Szenerien ernannt. Diese Stellung gab er 1819 auf, um sich ganz der Architekturmalerei zu widmen. Bereits 1811/12 war bei J. G. Zeller in München eine Folge von Radierungen mit „Ansichten merkwürdiger Gebäude der Kgl. Baierischen Residenzstadt München“ erschienen. In der Folge unternahm Q. zahlreiche Reisen durch Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Italien und die Niederlande, bei denen er gotische Kirchen, Schlösser und Burgen aufnahm, aber auch mittelalterliche Städte mit ihren Straßen, Plätzen und Märkten. Diese verwendete Q. für Architekturgemälde und Graphikserien, die bis in die Mitte der 20er Jahre herauskamen. 1829 trat Q. im Auftrag des engl. Architekturforschers Henry Gally Knight eine fünfmonatige Reise nach Italien an, die ihn auch nach Rom und Florenz führte. Während dieser Zeit fertigte er von vielen bedeutenden mittelalterlichen Bauten Italiens Zeichnungen an, die von hohem dokumentarischen Wert sind. Als Q. im Auftrag Kronprinz Maximilians von Bayern 1833 zusammen mit dem Architekten Georg Friedrich Ziebland die Leitung für den Wiederaufbau der mittelalterlichen Burg Hohenschwangau übernahm, fand er kaum mehr Zeit zum Malen; er begann auch die Rekonstruktion der Innenausstattung, die nach seinem Tode Moritz v. Schwind vollendete.

    Q. ist der bedeutendste der aus der Familie hervorgegangenen Künstler. Er steht in der Tradition der Vedutenmalerei des 18. Jh., etwa eines Canaletto oder Bellottos, die Q. mit den malerischen Errungenschaften der Münchener Landschaftsspezialisten Georg v. Dillis oder Max Joseph Wagenbauer verband. Er war nicht nur Wegbereiter der Landschaftskunst, die er als Gründungsmitglied des 1824 entstandenen Kunstvereins auch in bürgerlichen Kreisen zu verbreiten half, sondern auch maßgeblich an der Wiederentdeckung der Gotik beteiligt. Seine Architekturansichten bedeutender gotischer Bauwerke und Städte in Europa zählen zu den zuverlässigsten Bauaufnahmen seiner Zeit.

  • Literatur

    ADB 27; B. Trost, D. Q. 1787-1837, 1973 (W-Verz.); C. Heilmann, in: Neue Pinakothek München, 1982, S. 259 ff.; G. Baumgartner, Schloß Hohenschwangau, Eine Unters. z. Schloßbau d. Romantik, 1987, S. 61 ff.; A. Miller, Die Slg. malerischer Burgen d. bayer. Vorzeit v. D. Q. u. Karl August Lebschée, 1987, S. 9 ff.; ThB; Dict. of Art.

  • Portraits

    Kreidezeichnung v. C. Vogel v. Vogelstein, 1830, Stich v. R. Rehm, um 1837 (beide Dresden, Staatl. Kunstslgg., Kupf.-Kab.).

  • Autor

    Peter Prange
  • Empfohlene Zitierweise

    Prange, Peter, "Quaglio, Domenico" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 31-32 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118597256.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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