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Diels, Otto Paul Hermann >>
Diels, Hermann Alexander
klassischer Philologe,
* 18.5.1848 Biebrich bei Wiesbaden,
† 4.6.1922 Berlin-Dahlem. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ludw. (1820–72), Bahnhofsverwalter in Wiesbaden,
S des
Joh. Heinr. (1768–1835), Gürtlermeister in Wiesbaden,
u. der Sophie Charlotte Zollmann (1779–1864);
M Emma (1817–85),
T des Daniel Rossel (1788–1849), Revisionsrat der Militärkasse in Wiesbaden,
u. der Margarethe Gietzin (1793–1868),
Schw des Schulmanns
u. Historikers Karl Rossel (
† 1872,
s. ADB XXIX);
⚭ Wiesbaden 1873 Bertha (1847–1919),
T des Kreisgerichtsrats
Ludw. Dübell (1808–88) in Wiesbaden
u. der Mathilde Gieße; 3
S, Ludwig
s. (1), Otto
s. (3), Paul (
1882-1963),
Prof. der slavischen Philologie in München.
Leben ↑
Diels studierte in Berlin und Bonn, um 1870 bei H. Usener mit einer Arbeit über Galen zu promovieren. Mit diesem seinem Lehrer blieb er zeitlebens ebenso eng verbunden wie mit seinen Studienkollegen C. Robert, G. Kaibel, A. Fritze und U. von Wilamowitz-Moellendorff. Aus wirtschaftlichen Gründen war Diels zunächst gezwungen, die Gymnasiallehrer-Laufbahn einzuschlagen, und unterrichtete zuletzt am Johanneum in Hamburg. Erst 1881 wurde er in die Preußische Akademie berufen. 1882 zum außerordentlichen und 1886 zum ordentlichen Professor ernannt, wirkte er bis 1922 an der Berliner Universität. Seine zahlreichen, stets sorgfältig fundierten Arbeiten waren auf vielen Gebieten grundlegend, besonders aber seine Untersuchungen zur antiken Medizin und antiken Philosophie. Neben der Herausgabe des Corpus medicorum Graecorum und anderer antiker Texte hatte er maßgeblichen Anteil an der Veröffentlichung der 26 Bände umfassenden Commentaria in Aristotelem Graeca, nachdem er bereits 1879 durch seine von der Preußischen Akademie preisgekrönte Griechische Doxographie bekannt geworden war. Seine „Fragmente der Vorsokratiker“ (
81956 von W. Kranz) und die „Vorträge über antike Technik“ (
31924) haben seinen Namen in weiteste Kreise getragen. Aufgeschlossen für alle Fragen des geistigen und politischen Lebens, hat Diels, der seinen Studenten ein vorbildlicher Lehrer war, trotz seines zurückhaltenden Wesens weit über seinen eigenen großen Freundeskreis hinausgewirkt und zahlreiche Ehrungen durch in- und ausländische Akademien erfahren.
Literatur ↑
U.
v. Wilamowitz-Moellendorff, in:
SB d. Preuß.
Ak. d.
Wiss. 1922;
H.
v. Arnim, in:
Alm. d. Wiener
Ak. d.
Wiss. 73, 1923, S. 206-11;
O. Kern, H.
D. u. C. Robert, Ein
biogr. Versuch, 1927
(W-Verz., L, P), =
Bursian-Jberr.,
Suppl.-
Bd. 215;
E. Bickel,
|in: Nassau.
Lb. V, 1955, S. 253-59;
P. Franke, in: Rhein.
Mus., 1955, S. 287 f.;
H. Hommel,
ebd., 1956, S. 94 f.;
O. Regenbogen, in:
DBJ IV, S. 35-44 (
Tl. 1922,
W,
L).
Autor ↑
Peter Robert FrankeEmpfohlene Zitierweise ↑
Franke, Peter Robert, „Diels, Hermann Alexander“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
646 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119061457.html
Diels, Hermann
Name: Diels, Hermann
Namensvariante: Diels, Hermann Alexander
Lebensdaten: 1848 bis 1922
Geburtsort: Biebrich bei Wiesbaden
Sterbeort: Berlin-Dahlem
Beruf/Lebensstellung: klassischer Philologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Franke, Peter RobertPND: 119061457