Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Diehl, Karl     Diel, August Friedrich Adrian >>

Diekamp, Franz

(römisch)-katholischer Patrologe, Dogmatiker und Dogmenhistoriker, * 8.11.1864 Geldern, 10.10.1943 Münster (Westfalen).


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Franz, Oberpostkassenbuchhalter; M Cath. Feldhaus; B Wilh. (1854–85), Prof. der Gesch. in Münster (s. ADB XLVII, LThK).

Leben  
Diekamp wurde, nachdem er seine theologischen und philosophischen Studien abgeschlossen hatte und als Kaplan in der Seelsorge tätig gewesen war, 1898 Privatdozent, 1902 außerordentlicher, 1904 ordentlicher Professor für Patrologie, Dogmen- und Kirchengeschichte, 1906 für Dogmatik an der Universität Münster. 1923 wurde er päpstlicher Hausprälat, 1924 Domkapitular, behielt aber die Professur bei.
Diekamp hat in gleicher Weise die systematische wie die historische Theologie gefördert, die letztere sowohl durch Beiträge zur Textgestaltung der Werke der Kirchenväter, als auch durch Interpretationen. Sein besonderes Interesse galt den origenistischen Streitigkeiten. Seine Untersuchungen sind durch außerordentliche philologische Akribie und durch Vorsicht in der Ausdeutung charakterisiert. In seinem dreibändigen dogmatischen Lehrbuch treten die charakteristischen Eigenschaften seiner Persönlichkeit und seiner Arbeitsweise hervor: Gründlichkeit und Zurückhaltung, Entschiedenheit, Klarheit und Bescheidenheit. Durch sie waren auch seine Vorlesungen bestimmt, die ohne jeden Affekt in ruhigem, von der Sache allein beherrschtem Gleichmaß verliefen. Seine Dogmatik ist die einzige große Repräsentation des Thomismus in Deutschland, jener auf den spanischen Theologen Dominikus Bañez zurückgehenden Lehrrichtung, welche im Verhältnis des Menschen zu Gott die göttliche Allwirksamkeit betonte, dabei die menschliche Freiheit keineswegs leugnete, aber nur schwer verständlich machen konnte.
Auf die wissenschaftliche Theologie übte Diekamp durch die 1902 von ihm begründete und herausgegebene „Theologische Revue“, die einzige bibliographische Zeitschrift der katholischen Theologie in Deutschland, bleibenden Einfluß aus.

Werke  
u. a. Die Gotteslehre d. hl. Gregor v. Nyssa, 1896; Hyppolitos v. Theben, 1898; Die origenist. Streitigkeiten im 6. Jh. u. d. 5. Allg. Konzil, 1899; Doctrina patrum de incarnatione verbi, 1907; Kath. Dogmatik, 3 Bde., 1912-14, 10/111949 ff., lat. Übers. u. d. T.: Theologiae dogmaticae manuale, 4 Bde., 1932-33; Analecta patristica, = Orientalia Christiana Analecta 117, 1938.

Literatur  
B. Altaner, in: HJb. 62-69, 1942/49, S. 916-19 (W).

Autor  
Michael Schmaus
Empfohlene Zitierweise  

Schmaus, Michael, „Diekamp, Franz“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 645 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116101032.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 645

PND: 116101032
Artikel drucken

Index

Diekamp, Franz

Name: Diekamp, Franz
Lebensdaten: 1864 bis 1943
Geburtsort: Geldern
Sterbeort: Münster (Westfalen)
Beruf/Lebensstellung: katholischer Theologe; Patrologe; Dogmatiker; Dogmenhistoriker
Konfession: katholisch
Autor NDB: Schmaus, Michael
PND: 116101032

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Diekamp, Franz

PND
116101032

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München
Rektoratsreden im 19. und 20. Jahrhundert

Nachlässe
Kalliope