<< Diehl, Ernst Johann Ludwig
Diehl, Karl >>
Diehl, Georg Wilhelm
evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker,
* 10.1.1871 Groß-Gerau,
† 11./12.9.1944 Darmstadt (durch Fliegerangriff).
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Balth. (1837–1924), Gutsbesitzer in Groß-Gerau,
S des Johannes (1804–45), Zimmermann in Groß-Gerau,
u. der Landwirts-
T Anna Christina Lämmermann aus Groß-Gerau.;
M Marg.
Elis. (1838–1920),
T des Maurermeisters
Joh. Heinr. Knoche (1806–41) in Groß-Gerau
u. der Barbara
Elis. Diehl (1811–43);
⚭ 1899 Elise (1859–1944),
Wwe des Postrats Winkelmann,
T des Brauereibesitzers
Herm. Tesch in Kreuznach
u. der Maria Bechtold; kinderlos.
Leben ↑
Diehl studierte Theologie in Tübingen und Gießen, promovierte hier zum Licentiat theol. und 1895 zum Dr. phil. Anschließend wirkte er in Hessen-Darmstadt als Seelsorger, wie auch als Lehrer an Schulen. Seit 1913 war er Professor am Predigerseminar Friedberg (Hessen) und seit 1932 ordentlicher Honorarprofessor für Kirchengeschichte an der Universität Gießen. Daneben war Diehl 1920-23 Präsident des Landeskirchentages in Hessen. 1923-33 bekleidete er als Prälat das höchste Amt der Evangelischen Landeskirche in Hessen. 1919-27 war er außerdem Abgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei im hessischen Landtag. Kirchenpolitisch gehörte Diehl zur „Friedberger Konferenz hessischer Geistlicher“, der theologischen Mitte. Die Verfassung der Evangelischen Landeskirche in Hessen von 1922 ist entscheidend von ihm mitgestaltet worden.
Die Geschichtsforschung über die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts ist an seinen Namen gebunden. Breitenwirkung erzielte Diehl vor allem durch die Herausgabe der „Hessischen Volksbücher“ (100 Bände, 1908-38) und der „Hessischen Chronik“ (29 Jahrgänge, 1912-42). Sein Hauptwerk, die „Hassia sacra“, umfaßt 12 Bände, von denen der letzte, nach Diehls Tod, von O. Praetorius gestaltet wurde. Ein Einleitungsband (II, 1925) bringt „Beiträge zur Geschichte der Kirchenleitung, des geistlichen Standes und der Schulmeisterschaft in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt“. Die 1. Reihe (I, 1921, III, 1928, IV, 1930, VII, 1933) enthält die „Pfarrer- und Schulmeisterbücher“, die II. Reihe (V,
|1931, VI, 1932, VIII, 1935) die „Baubücher“ und die III. Reihe (IX, 1939, X, 1940, XI, 1941, XII, 1951) die „Lehrerbücher“. - D. theol. und Dr. iur. honoris causa (Gießen).
Werke ↑
Weitere W u. a. Zur
Gesch. d. Konfirmation, 1897; Zur
Gesch. d. Gottesdienstes
u. d. gottesdienstl. Handlungen, 1899; Der gefangene Pfarrer, 1910,
31926
(einziger Roman); W-Verz. K. Esselborn, W.
D.,
Verz. s. Bücher
u. sonstigen
Veröff., 1931;
s. a. Schottenloher VI.
Literatur ↑
K. Esselborn, W.
D.s Leben
u. Wirken, = Hess. Hausbücherei VIII, 1931;
ders., Hundert J.
hist. Ver. f. Hessen, 1934, S. 77
ff.;
Festgabe
z. 60.
Geb. v. W.
D., Ich dien, 1931;
Festgabe
z. 70.
Geb. v. W.
D., =
Btrr. z. hess.
KG XII, 1941;
H. Bräuning-Oktavio, in: Hess. Chronik 2, 1931, S. 111
ff.;
H.
v. d. Au, Dem
Hrsg. zum 10.1.1941,
ebd. 28, 1941, S. 1
ff.;
ders., in: Hess. Volksbücher, NR I, 1950,
21951;
H. Steitz, Ein halbes
Jh. kirchengesch. F in Hessen, in:
Jb. d. kirchengesch. Vereinigung in Hessen
u. Nassau 1, 1949, S. 8
ff.;
Nachrufe: H. Bräuning-Oktavio, in: Heimatbl. f. Stadt
u. Kreis Lauterbach, 16.
Jg., 1951, S. 68
ff.;
L. Clemm, in: Hess.
Jb. f. Landesgesch. 1, 1950, S. 246 f.;
Bell, in: Pfarramtskal., 4.
Jg., 1954, S. 8
ff.;
F. Knöpp, W.
D. 1871-1944, Ein
Btr. z. Gesch. d. hess.
Gesch.-F, in: Arch. f. hess.
Gesch. 24, 1951, S. 72
ff.;
Rhdb. (P);
Zur Genealogie:
W. Diehl, Aus unserer
Fam.-Chronik, 1911;
R. Schäfer, Die Ahnentafel d. … W.
D., in: Genealogie
u. Heraldik, 3.
Jg., 1951, S. 133
ff. -
Qu.:
Nachlaß im Hess. Staatsarchiv Darmstadt.
Autor ↑
Heinrich SteitzEmpfohlene Zitierweise ↑
Steitz, Heinrich, „Diehl, Georg Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
643 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118671855.html