<< Diederichs, Eugen
Diederichsen, Carl Heinrich Wilhelm Theodor >>
Diederichs, Johann Gottlieb
Kaufmann und Reeder,
* 11.3.1771 Remscheid,
† 18.12.1825 Remscheid. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Arnold (1746–1815), Kaufmann,
S des Peter
Joh. (1712–96), Kaufmann, stammt aus Nüdelshalbach
b. Lüttringhausen, gründete 1744 das Exporthaus
D. in Remscheid,
u. der Maria
Kath. v. den Steinen;
M Anna
Kath. (1742–96),
T des
Joh. Hilger (1720–88), Kaufmann
u. Kirchenmeister in Remscheid,
u. der Maria Gertrud Hütz (
† 1788);
Tante väterlicherseits Helene Franziska (
⚭ Exportkaufmann
Joh. Gottlieb Böker in Remscheid,
s. NDB II, S. 398
*);
B Joh. Peter (1769–1836), Kaufmann, eigentlicher Leiter der
Fa.;
⚭ Remscheid 1794 Maria Theresia (1770–1805),
T des Peter Busch (1728–89),
Kaufm.,
u. der Maria
Kath. Moll (1731–1801); 5
S, 1
T,
u. a. Arnold (
* 1795), Hammerwerksbesitzer
u. Kaufm., 1.
Bgm. v. Remscheid.
Leben ↑
Die Familie betrieb mit dem Handelshaus in der Schüttendelle als erstes Remscheider Unternehmen selbständigen Handel mit Bergischen Kleineisen- und Stahlwaren nach den englischen Kolonien in Nordamerika. Das Exportgeschäft nahm einen großen Aufschwung während und nach dem Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Staaten. 1790 besaß die Firma 15 eigene Schiffe. 1804 unterhielt sie Niederlassungen in New York und Charleston und Lager in Philadelphia und Baltimore.
|1807 vertrat Diederichs die Belange der Remscheider Kaufherrnschaft in Zollverhandlungen mit der französischen Bezirksregierung in Düsseldorf. 1808 wurde er zum Maire (Bürgermeister) des zur Munizipalität erhobenen Kirchspiels Remscheid ernannt, dessen Industrie durch Kontinentalsperre und hohe französische Zölle darniederlag. Von ihm stammt das 1810 entworfene „Mémoire“, eine statistische Darstellung der Fabriken und Manufakturen des Großherzogtums Berg. Diederichs stellt darin die - damals tatsächlich vorhandene - Einmaligkeit der Kleineisen- und Stahlindustrie des Bergischen Landes heraus und entwickelte daraus den Plan eines „gemeinsamen Marktes“ des Großherzogtums mit Frankreich. Trotz befürwortender Aufnahme des „Mémoire“ durch die Düsseldorfer Regierung Murats kam der Plan wegen der Vordringlichkeit militärischer Absichten Napoleons nicht zur Durchführung. Während seiner Amtstätigkeit als Bürgermeister (bis 1811) verlor Diederichs fast sein ganzes Vermögen. Zwischen 1804 und 1813 wurden sämtliche 15 Schiffe der Firma J. P. Diederichs & Söhne aufgebracht und beschlagnahmt. Der Verlust belief sich auf 291.750 preußische Taler. 1811 mußte das Amerika-Geschäft aufgegeben werden. Nach einem vergeblichen Versuch, die verlorenen Gelder wiederzuerlangen, ging die Firma 1818 in Konkurs. Der Sohn Arnold Diederichs führte den beträchtlich verringerten Geschäftsbetrieb bis etwa 1840 fort.
Literatur ↑
Ch. Schmidt, Die Industrie d.
Ghzgt. Berg,
Ber. d. M. le Coutre-Beugnot, Voyages de M. le Coutre-Beugnot, Commissaire Impérial dans le Grand Duché de Berg aux Fabriques d'Elberfeld, Barmen, Solingen, Remscheid, Paris 1810; W. Engels, Ma. Verkehrswege
u. neuzeitl. Straßenbau im Remscheider Gebiet
u. seiner weiteren Umgebung, 1939;
ders., Der erste Remscheider
Bgm. J. G.
D. als Schulfreund, in: Berg. Fam.bl.,
Jg. 39, 1927, =
Nr. 34 d. Remscheider
Gen.-
Anz.;
Aufs. in Remscheider
Gen.-
Anz. Nr. 47
v. 24.2.51
u. Rhein. Post
v. 26.6.53,
Nr. 145
(P).
Portraits ↑
Stadtarchiv Remscheid.
Autor ↑
Wilhelm PhilippsEmpfohlene Zitierweise ↑
Philipps, Wilhelm, „Diederichs, Johann Gottlieb“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
638 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd137256035.html
Diederichs, Johann Gottlieb
Name: Diederichs, Johann Gottlieb
Lebensdaten: 1771 bis 1825
Geburtsort: Remscheid
Sterbeort: Remscheid
Beruf/Lebensstellung: Kaufmann; Reeder
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Philipps, WilhelmPND: 137256035