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Anckelmann, Eberhard
Leben
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Leben ↑
Anckelmann: Eberhard
A.
, geb. zu Hamburg
7. Mai 1641, † 1. Nov. 1703. Er gehörte einer jetzt
erloschenen angesehenen Familie Hamburgs an, abstammend von dem
aus Schwäbisch-Hall eingewanderten
Joachim,
dessen im J. 1469 hier geborener Sohn
Tolen
A.
, ein aus Hamburgs Reformationsgeschichte
wohlbekannter Bürger, Kirchgeschworner und Oberalter war († 1540), dessen Name übrigens irrig auch Tale
Nanckelmann, sowie Stanckelmann oder Anckermann geschrieben wurde.
— Unter seinen zahlreichen Descendenten befanden sich namhafte
Gelehrte, z. B. außer unserm Eberhard
A.
, sein Bruder Theodor, Lt. d.
R., Verfasser der "Hamb. Inscriptionen", † 1716; sowie 7 Senatsmitglieder und manche um
Hamburgs Gemeinwesen sonst verdiente Männer, meist kaufmännischen
Standes. Der alte Adel dieser Familie war im J. 1623 vom Kaiser
Ferdinand ausdrücklich anerkannt und erneuert, jedoch ohne daß die
in Hamburg (wo das Bürgerrecht mit dem
Adelsvorrecht unvereinbar ist) seßhaften Mitglieder sich desselben
bedienten, mit Ausnahme des aus holländischen Kriegsdiensten
heimgekehrten Hauptmanns von Anckelmann, der 1748 ohne männliche
Nachkommen starb, — vielleicht auch mit Ausnahme der nach Sachsen
übergesiedelten 3 Söhne des 1680 verstorbenen Senators Joachim. —
Mit des Senators Georg's Sohne, Georg Friedrich, geb.
1790, welcher einige Monate
nach dem Ableben seines talentvollen einzigen Sohnes des Dr. jur. Georg, am 7. Aug. 1853 verstarb, ist
die Familie im Mannesstamme erloschen. — Eberhard
A.
besuchte seit 1659 das Hamb. Gymnasium, in den
orientalischen Sprachen aber wurde er privatim unterrichtet von
Esdras Edzardus, der einen für sein Leben entscheidenden Eindruck
auf ihn machte. Seit 1662 studirte er Theologie zu Wittenberg,
verließ dieses 1664 und begab sich über Leipzig, Jena, Altorf,
Tübingen nach Straßburg, um dort seine Studien fortzusetzen. Von
Straßburg ging er nach Basel, hielt sich daselbst aber nur kurze
Zeit auf, weil gerade der Professor Buxdorf, um dessen willen er
gegangen war, starb. Von hier begab er sich nach Gießen, gewann
dort die Freundschaft von Peter Haberkorn und kehrte nach Hamburg
zurück. Im J. 1671 erhielt er in Rostock die Würde eines
Licentiaten der Theologie. Da er den großen Erfolg sah, den
Edzardus in Bekehrung der Juden hatte, für sich selbst auch eine
solche Wirksamkeit wünschte, aber zu erkennen glaubte, daß mit den
portugiesischen Juden Hamburgs ein viel leichteres Verständniß zu
erzielen sein würde, wenn er der portugiesischen Sprache
vollkommen mächtig, zumal öffentliche Disputationen mit den Juden
vom Senat versprochen waren: ging er nach Portugal, um sich dort
die Landessprache erst
|vollkommen anzueignen. Sehr
enttäuscht in Bezug auf die Wissenschaftlichkeit der Katholiken
Portugals kehrte er nach 2jährigem Aufenthalt in Portugal zurück.
Am 11. Jan. 1675 ward er als Nachfolger Aegid. Gutbier's zum
Professor der orientalischen Sprachen am Hamb. Gymnasium ernannt;
er trat dieses Amt an mit einer Rede über die Nothwendigkeit des
Studiums der hebräischen Sprache, auf Grund der Erfahrungen, die
er in Portugal gemacht hatte. Er verwaltete sein Amt 28 Jahre
hindurch mit vielem Fleiß und großer Gewissenhaftigkeit. Auch
seine Verdienste um Bekehrung der Juden werden gerühmt, doch
werden eben keine Einzelheiten mitgetheilt. Seine nicht
zahlreichen Schriften gelten meistens dem Studium des
Hebräischen.
Literatur ↑
Buck, Die Hamburger Oberalten, S. 17. 112. 163. 384. — Schröder
Hamb. Schriftst.-Lex. 1, 63 ff.
Autor ↑
Beneke u. Klose.
Empfohlene Zitierweise ↑
Beneke, Otto; Klose, „Anckelmann, Eberhard“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
427-428
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd138793581.html?anchor=adb