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Dibelius, Martin Franz >>
Dibelius, Franz Wilhelm
evangelischer Theologe,
† 6.1.1847 Prenzlau (Uckermark),
† 20.1.1924 Dresden.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Wilhelm (
† 1887), Dr. phil., Oberlehrer in Prenzlau,
S des Schneidermeisters
Frdr. Wilh. (
† 1857) in Landsberg/Warthe
u. der Carol. Wilhelmine Schieritz (
† 1852);
M Franziska (
† 1885),
T des
Kaufm. Otto H. Wiese (
† 1822) in Berlin;
⚭ 1) Dresden 1876 Martha (
† 1887),
T des Ewald Hoffmann (1808–75), Oberkonsistorialrat in Dresden,
Präs. des Centralvorstandes des Gustav-Adolf-Vereins, 2) Dresden 1888 Elsbeth (
† 1901),
T des Bruno
Jul. Otto Köhler,
Gen.major,
u. der Julie Hedwig Roder, 3) Dresden 1905 Helene (
† 1952),
T des Gustav Eduard Theodor Papen, preußischer Oberstleutnant; 1
S aus 1) Martin
s. (2);
N Wilhelm
s. (3), Otto
s. Genealogie (3).
Leben ↑
Nach dem Studium der Theologie und Geschichte in Halle (Dr. phil.) und Berlin (Licentiat theol.) war Dibelius Domprediger und Inspektor des Domkandidatenstiftes in Berlin und habilitierte sich dort 1873 für Kirchengeschichte. 1874 als Pfarrer an die Annenkirche in Dresden berufen, wirkte er hier 50 Jahre lang, ab 1884 als Stadtsuperintendent und 1. Pfarrer an der Kreuzkirche, ab 1910 als Oberhofprediger und Vizepräsident des Landeskonsistoriums. Als Seelsorger und Prediger, der ein „fröhliches Christentum" verkündigen wollte, sowie als Organisator des kirchlichen Lebens entfaltete er eine außerordentliche Wirksamkeit. In Dresden führte er, bahnbrechend für die Landeskirche, den Kindergottesdienst ein und gab, selbst Lieder dazu beisteuernd, „Die Dresdner Kinderharfe" heraus. Als Ephorus der Dresdener Kirchgemeinden setzte er energisch die Aufteilung der übergroßen Kirchspiele in der anwachsenden Großstadt fort, was den Bau zahlreicher neuer Kirchen zur Folge hatte. Auf allen Gebieten des kirchlichen Lebens maßgebend tätig, rief er daneben auch die „Gesellschaft für sächsische Kirchengeschichte“ mit ins Leben und arbeitete an den von ihr herausgegebenen „Beiträgen zur sächsischen Kirchengeschichte“ selbst mit. Seine besondere Liebe gehörte dem Gustav-Adolf-Verein, dessen Vorsitz im Dresdner Hauptverein er 1893 übernahm und dessen Zentralvorstand er seit 1895 angehörte. Die evangelische Diaspora in Böhmen wie die evangelische Bewegung in Österreich verdankten ihm wesentliche Förderung. Als Vizepräsident des sächsischen Landeskonsistoriums war er in dieser im deutschen Luthertum einst als erstes Amt angesehenen Stellung einer der führenden Männer des evangelischen Deutschland vor dem 1. Weltkrieg.
Werke ↑
G. Arnold. 1873; Der Kindergottesdienst, 1881; Die Einführung d.
Ref. in Dresden, 1889; 10 J.
ev. Bewegung in
Österr., 1909; Vom
hl. Kreuz, 1910; Dein Reich komme, Festpredigten, 1912; Fröhliches Christentum, ein Führer durch d. Ev. Gesangb., 1921; Meine Last ist abgelegt, Gedichte
u. Gedanken, 1917.
Literatur ↑
C. W. f. Göttsching, Gedächtnisrede f. F. W.
D., 1924;
ders., Zum Heimgang d. letzten sächs. Oberhofpredigers, in: Sächs. Kirchenbl. 33, 1924;
P. Flade,
D. als Prediger,
ebd.;
F. Blanckmeister, Zum Gedächtnis
v. D., in: Die
ev. Diaspora, 1924;
ders., F.
D., 1925
(P);
ders., in:
Sächs. Lb. I, 1930, S. 33-38
(W, L, P);
RGG.
Autor ↑
Paul Wilhelm GennrichEmpfohlene Zitierweise ↑
Gennrich, Paul Wilhelm, „Dibelius, Franz Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
631 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116095997.html
Dibelius, Franz
Name: Dibelius, Franz
Namensvariante: Dibelius, Franz Wilhelm
Lebensdaten: 1847 bis 1924
Sterbeort: Dresden
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Theologe
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Gennrich, Paul WilhelmPND: 116095997