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Andresen, Momme >>
Andresen, Karl Gustav
Germanist,
* 1.6.1813 Ütersen (Holstein),
† 25.5.1891 Bonn. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Andreas Andresen (1781–1849), Rektor in Ütersen;
M Sophie Wilhelmine Stuhr (1785–1834);
⚭ Flottbeck 12.3.1842 Maria Theresia (1815–72),
T des Kaufmanns Lorenz Joachim de la Camp aus Wien und der Maria Cornelia Pechmölker; 4
K,
u. a. Hugo Andresen (1844–1918), Romanist in Münster, gab die „Gestes des Normans“ (2 Bände, 1877–79) des anglonormannischen Legendendichters und Reimchronisten Wace heraus.
Leben ↑
Andresen war nach dem Studium in Kiel bis 1865 als Gymnasiallehrer in Altona und Mülheim/Ruhr tätig, habilitierte sich 1870 in Bonn und wirkte daselbst seit 1874 als außerordentlicher Professor. Er hat wesentlichen Anteil an Forschung und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis auf den Gebieten der Namenforschung, der bis dahin noch wenig beachteten Volksetymologie und des Sprachgebrauchs. Er widmete den Personen- und Familiennamen seit 1862 mehrere Arbeiten (so
z. B. Konkurrenzen in der Erklärung der deutschen Geschlechtsnamen, 1883), unter denen sich der Begriff der Konkurrenz als ganz besonders wirksam erwies (siehe auch Grenzboten, 1882,
Nr. 42 und 43). Auch den zusammengesetzten Familiennamen auf -wald, -holz, -gold, -mann galt sein Augenmerk. – Sein Buch „Sprachgebrauch und Sprachrichtigkeit“ (1880, 11. Auflage, herausgegeben von F. Söhns, 1923) ist Universitätsvorlesungen entwachsen, will der Gegenwartssprache, der es
z. T. seine Beispiele entnimmt, dienen und hat hierin gleiches Ziel mit dem Deutschen Sprachverein, mit D. Sanders, G. Wustmann, A. Matthias, E. Engel
u. a. – Die deutsche Volksetymologie, auf die er durch die Namensforschungen aufmerksam gemacht wurde, die bis dahin lediglich durch E. G. Förstemann behandelt worden war, hat Andresen mit glücklichem Griff 1876 (Über deutsche Volksetymologie) dargestellt mit reichen Belegen aus älteren Sprachstufen, aus den Mundarten und vor allem aus der Gegenwartssprache; überall weist er auf Vergleichbares aus den germanischen und romanischen Sprachen hin. Das grundlegende Buch ist – immer erweitert und ausgebaut – zuletzt in 7. Auflage durch Hugo Andresen 1919 herausgegeben worden. – Kleinere Untersuchungen von Andresen galten der Rechtschreibung, deren Stand und Berechtigung gerade im 6. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts vielfach erörtert wurde, der Sprache und Rechtschreibung Jakob Grimms. – Vor allem ist noch zu nennen das unentbehrliche Register zu Jacob Grimms “Deutscher Grammatik“ (1865).
Werke ↑
Weitere W Üb.
dt. Orthogr., 1855; Wortreg. f.
dt. Orthogr., 1856; Die
dt. Familiennamen, 1862; Üb. J. Grimms Orthogr., 1867; Üb. die Sprache J. Grimms, 1869; Die altdt. Personennamen in ihrer Entwicklung u. Erscheinung als heutige Geschlechtsnamen, 1873.
Literatur ↑
K.
v. Bahder, Die
dt. Philol. im Grundriß, 1883.
Portraits ↑
Holzschnitt in:
LIZ 96, 1891, S. 646.
Autor ↑
Otto BaslerEmpfohlene Zitierweise ↑
Basler, Otto, „Andresen, Karl Gustav“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
286
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116309962.html