<< Dessoir, Ludwig
Destouches, Franz Seraph >>
Dessoir, Max
Philosoph, Psychologe und Ästhetiker,
* 8.2.1867 Berlin,
† 19.7.1947 Königstein (Taunus). (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ludwig
s. (1);
M Auguste Grünemeyer (
† um 1924);
Halbbruder Ferdinand
s. Genealogie (1);
⚭ 1899 Susanne (1869–1953), Konzertsängerin,
T des Kunsthändlers Karl Triepel
u. der Elise Wassermann; kinderlos.
Leben ↑
Ausbildung, Studium und Wirken Dessoirs vollzogen sich in seiner Vaterstadt Berlin. Er studierte ab 1885, promovierte 1889 zum Dr. phil. und 1892 (in Würzburg) zum Dr. med., habilitierte sich 1892 für Philosophie, wurde 1897 außerordentlicher, 1920 ordentlicher Professor, 1934 emeritiert. Dessoir begründete 1909 die „Gesellschaft für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft“ und veranstaltete ihre internationalen Kongresse 1913-31. Schon auf der Schule zeigte sich bei Dessoir neben künstlerischer Anlage (Geigenspiel) philosophisches und naturwissenschaftliches Interesse, besonders an den Grenzgebieten zwischen Psychologie und Physiologie. Dazu kam (nach 1885) ein Hang zur Erforschung okkulter Erscheinungen durch Beobachtung von Medien. Diese führte Dessoir zur Begründung der von ihm so genannten „Parapsychologie“. Ihren wissenschaftlichen Ertrag umschließt sein Buch „Vom Jenseits der Seele“ (1917,
61931). Dessoir förderte die wissenschaftliche Ästhetik durch ihre methodische Abgrenzung von einer „allgemeinen Kunstwissenschaft“ zuerst in seinem Hauptwerk „Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft“ (1906,
21923). Der Bereich des Ästhetischen ist weiter als der des Künstlerischen; er umfaßt auch Natur und tägliches Leben. Die Funktion der Kunst geht über bloßen künstlerischen Genuß hinaus, sie gestaltet
|auch religiöse und ethische, soziale und politische Inhalte. Das ästhetische Erleben ist an das Objekt gebunden. - Dessoirs pädagogische Fähigkeiten, verbunden mit formvollendeter Redekunst, sicherten ihm eine ausgedehnte Lehrwirkung. Er hielt die Übermittlung der wissenschaftlichen Forschungsergebnisse auch an nichtgelehrte Gebildete durch Vorträge, Artikel, Rundfunkreden sowie die Pflege von Beziehungen zur wissenschaftlichen Welt des Auslands auf Vortragsreisen für die Pflicht des verantwortungsbewußten Dozenten.
Werke ↑
Weitere W Bibliogr. d. modernen Hypnotismus, 1888; K. Ph. Moritz als Ästhetiker, 1889; Das Doppel-Ich, 1890,
21896;
Gesch. d. neueren
dt. Psychol., 1894,
31910; Abriß e.
Gesch. d. Psychol., 1911 (russ. 1912, engl. New York 1912); Vom Diesseits d. Seele, 1923;
Btrr. z. allg. Kunstwiss., 1929;
Einl. in d.
Philos., 1936; Die Rede als Kunst, 1940; Buch d. Erinnerung, 1946,
21947
(Autobiogr.); - Hrsg.: Zs. f. Ästhetik
u. allg. Kunstwiss., seit 1906;
Lehrb. d.
Philos., 2
Bde., 1925; Der Okkultismus in
Urkk., 2
Bde., 1925;
Philos. Leseb. (mit P. Menzer), 1903,
5/61920;
W-Verz. in:
Zs. f. Ästhetik, 1927.
Literatur ↑
Ch. Herrmann, M.
D., 1929
(P);
A. Werner, in: Philosophia 2, Belgrad 1937, S. 299-307;
Ziegenfuß I
(W);
G. Jung,
D. auf d. Katheder, in: Kantstud., 1950
(P).Portraits ↑
Bronzebüste
v. H. Lederer; Zeichnung
u. Hschn. v. R. Stumpf; Silhouette
v. Lüling;
Gem. v. F. Burger, C. Herrmann, M. Slevogt.
Autor ↑
Gertrud JungEmpfohlene Zitierweise ↑
Jung, Gertrud, „Dessoir, Max“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
617 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118524933.html
Dessoir, Max
Name: Dessoir, Max
Lebensdaten: 1867 bis 1947
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Königstein (Taunus)
Beruf/Lebensstellung: Philosoph; Psychologe; Ästhetiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Jung, GertrudPND: 118524933