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Probst, Johann Maximilian Alexander
Apotheker und Pharmazeut,
* 12.3.1812 Sickingen,
† 15.2.1842 Heidelberg. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Jacob,
Kaufm.;
M Elisabetha Rittmann; ledig.
Leben ↑
Nachdem
P. in Karlsruhe die Lateinschule besucht hatte, erlernte er seit 1828 die Pharmazie in Lauffen/Neckar, bestand 1830 das Gehilfenexamen und war in verschiedenen Apotheken beschäftigt. Seit 1832 studierte er an der
Univ. Heidelberg Pharmazie, legte bereits nach einem Semester sein pharmazeutisches Examen ab und ging an die
Univ. München. 1833 unternahm
P. eine Studienreise, die ihn durch Österreich, Ungarn, Schlesien und Sachsen nach Berlin und weiter nach Hannover, Göttingen, Marburg und Gießen führte. Seinem Interesse für technische Chemie folgend, besuchte er dabei zahlreiche Hüttenwerke und Fabriken. 1836 wurde er an der
Univ. Heidelberg zum
Dr. phil. promoviert, habilitierte sich hier im selben Jahr für das Fach Pharmazie und übernahm vertretungsweise den Lehrstuhl für Pharmazie und Chemie von Philipp Lorenz Geiger (1785–1836). 1840 errichtete er ein privates pharmazeutisches Institut und führte die große pharmazeutische Sammlung Geigers weiter. 1841 wurde
P. zum
ao. Professor für Pharmazie (ohne Besoldung) ernannt.
P.s Spezialgebiet war die Phytochemie. Er entdeckte
u. a. das Alkaloid Chelidonin, das
|er 1839 in reiner Form isolierte.
P. beschäftigte sich auch mit der Untersuchung des Hornmohns (Glaucium flavum), aus dem er das Glaucin, das Chelerythrin, die Furmar-säure und andere Wirkstoffe isolierte. Seine Arbeiten publizierte er in Liebigs „Annalen der Chemie und Pharmazie“ und in Buchners „Repertorium für die Pharmazie“. Außerdem stammen von ihm eine geschichtliche, geognostische und chemische Untersuchung der Zaisenhauser Schwefelquellen (1836) sowie verschiedene Aufsätze über standesrechtliche Fragen (Beleuchtung d. Verhältnisse d. Teutschen Apotheken
z. Staat,
z. Gesetzgebung u.
z. Arzt, 1841). 1838 zum General-Apotheken-Visitator des
bad. Unterrheinkreises ernannt, begründete
P. erneut den
bad. Apothekerverein, dem er vorstand und dessen Vereinsblatt er redaktionell betreute. Große Verdienste erwarb er sich als Mitarbeiter an der „Pharmacopoea Badensis“, die 1841 für das
Ghzgt. Baden in Kraft gesetzt wurde.
Literatur ↑
G. F. Walz, in:
Jb. f. pract. Pharmacie u. verwandte Fächer 5, 1842, S. 190-95;
Beil. z. Corr.bl. d. pharmaceut.
Ver. im
Ghzgt. Baden 11, 1842, S. 17-22;
Dt. Apotheker-Biogr. II;
Pogg. II;
Drüll, Heidelberger Gel.lex. I.
Portraits ↑
Univ.archiv Heidelberg (
Bilderslg. u. graph. Slg);
Kurpfälz. Mus. Heidelberg.
Autor ↑
Holm-Dietmar SchwarzEmpfohlene Zitierweise ↑
Schwarz, Holm-Dietmar, „Probst, Johann Maximilian Alexander“,
in: Neue Deutsche Biographie
20
(2001), S.
734 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd115682066.html
Probst, Johann
Name: Probst, Johann
Namensvariante: Probst, Johann Maximilian Alexander
Lebensdaten: 1812 bis 1842
Geburtsort: Sickingen
Sterbeort: Heidelberg
Beruf/Lebensstellung: Apotheker; Pharmazeut
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Schwarz, Holm-DietmarPND: 115682066