Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Pringsheim, Ernst Georg     Prinz, Gerhard >>

Pringsheim, Fritz R.

Rechtshistoriker, * 7.10.1882 Hünern (Kreis Trebnitz, Schlesien), 24.4.1967 Freiburg (Breisgau). (evangelisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Hugo (1845–1915), Rittergutsbes. b. Breslau (s. Gen. 6); M Hedwig Heymann; B Ernst G. (s. 6); – 1911 Käthe Rosenheim; 6 S.

Leben  
P. wuchs auf dem Rittergut seines Vaters in der Umgebung Breslaus auf, studierte nach dem 1902 in Breslau abgelegten Abitur Rechtswissenschaft in München, Heidelberg und Breslau und wurde hier 1905/06 bei Otto Fischer zum Dr. iur. promoviert. Nach dem Vorbereitungsdienst in Falkenberg (Oberschlesien), dem Militärdienst 1906/07 und dem 2. Staatsexamen 1911 entschloß sich P. für eine wissenschaftliche Laufbahn als Schüler von Ludwig Mitteis (1859–1921) in Leipzig. In den Blick der Romanisten war mit der Einführung des BGB zunehmend das historische röm. Recht der Antike gerückt. P. habilitierte sich 1915 mit der Arbeit „Kauf mit fremdem Geld“ (1916), worin er die nie widerlegte These aufstellte, daß röm. Recht, im Gegensatz zum griech., sich von dem naheliegenden Rechtsgedanken befreit hatte, wonach der Käufer erst mit der Zahlung des Kaufpreises Eigentum erwerben konnte. Den Probevortrag hielt P., der als Reserveoffizier am 1. Weltkrieg teilnahm, 1915 während eines Fronturlaubs. Auf die Freiburger Dozentenjahre (seit 1920) folgte 1923 ein Ruf auf den Göttinger romanistischen Lehrstuhl, von dem P. 1929 als Nachfolger Otto Lenels (1849–1935) nach Freiburg zurückkehrte. Seine Schüler waren hier u. a. Wilhelm Felgentraeger (1899–1980) und Franz Wieacker (1908–94). 1935 wegen seiner jüd. Herkunft seines Amtes enthoben, ging er nach Berlin, wo er bei der Preuß. Akademie der Wissenschaften eine Anstellung fand, seine Forschungen fortsetzen und im Ausland publizieren konnte. Erst 1939 floh er unter dem|Eindruck seiner Verhaftung und Einlieferung in das KZ Oranienburg, aus welchem er durch Vermittlung eines Assistenten freikam, nach England. Dort lehrte P. in Oxford, wo er in seinem bis heute als Standardwerk geltenden „Greek Law of Sale“ (1950) den Einflüssen nachging, die das griech. Recht in nachklassischer Zeit auf das röm. genommen hat. Vor dem Hintergrund des heilenist. Rechts wußte P. die unverwechselbar eigentümlichen Züge des röm. Rechts umso deutlicher zu zeichnen. Seit 1946 kehrte er jeweils im Sommersemester nach Freiburg zurück, um beim Wiederaufbau des Universitätsunterrichts zu helfen und die akademische Jugend zu einer politisch bewußten, freiheitlichen Haltung hinzuleiten. 1958 übersiedelte er ganz nach Freiburg. In seiner zweiten Freiburger Periode hat P., seinem ursprünglichen Arbeitsplan treu, sich der Erforschung des röm. wie des griech. Rechts gewidmet|

Auszeichnungen  
E. K. I. u. II. Kl.; Dr. iur. h. c. (Athen, Glasgow, Sorbonne), Dr. phil. h. c. (Frankfurt/M.); Mitgl. d. Ak. d. Wiss. in Heidelberg u. Göttingen sowie d. Ac. dei Lincei Rom; Gr. BVK (1957) mit Stern (1962).

Werke  
Weitere W Zur Lehre v. d. Abtretung u. Pfändung d. Erbteils, Diss. Breslau 1906; Beryt u. Bologna. FS Lenel, 1921, S. 204-85; Die archaist. Tendenz Justinians, in: Studi Bonfante 1, 1930, S. 549-87; Bonum et aequum, in: ZSRGR 52, 1932, S. 78-155; Die Entstehungszeit d. Digestenplans u. d. Rechtsschulen, in: Atti del Congresso internazionale di diritto romano Roma 1, 1934, S. 449-94; Symbol u. Fiktion in antiken Rechten, in: Studi de Francisci 4, 1956, S. 209-36; Ges. Abhh., 2 Bde., 1961.

Literatur  
H. E. Troje, in: ZSRGR 79.1962, S. 538-47 (vollst. W-Verz. bis 1961); F. Wieacker, ebd. 85, 1968, S. 602-12; G. G. Archi, in: Studia et Documenta Historiae et Iuris 33, 1967, S. 593-600; H. Thieme, in: FAZ v. 1.12.1967; E. Bund, in: Bad. Biogrr. NF 1, 1982; ders., in: Dt. Juristen jüd. Herkunft, hg. v. H. Heinrichs u. a., 1993, S. 733-44 (P); BHdE II.

Portraits  
Büste v. Freiin v. Thüna (Inst. f. Rechtsgesch. u. geschichtl. Rechtsvergleichung d. Univ. Freiburg, Br.); Foto in: ZSRGR 70, 1953.

Autor  
Elmar Bund
Empfohlene Zitierweise  

Bund, Elmar, „Pringsheim, Fritz R.“, in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 728 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11629065X.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 20 (2001), S.  728 f.
Erwähnungen: 
NDB 20 (2001), S. 79 in Artikel Partsch, Josef
NDB 20 (2001), S.  727*

PND: 11629065X
Artikel drucken

Index

Pringsheim, Fritz

Name: Pringsheim, Fritz
Lebensdaten: 1882 bis 1967
Geburtsort: Hünern (Kreis Trebnitz, Schlesien)
Sterbeort: Freiburg (Breisgau)
Beruf/Lebensstellung: Rechtshistoriker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Bund, Elmar
PND: 11629065X

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Pringsheim, Fritz

PND
11629065X

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope