<< Prey, Hermann
Preysing, Johann Christoph Freiherr >>
Preysing
Freiherren (seit 1607) und Grafen (seit 1645) von (katholisch)
Leben ↑
Um 1120/40 erscheinen die
P. im Raum Erding und Landshut als Ministerialen der Wittelsbacher. Begründer des Geschlechts könnte der Freie
Adalhart v. Vatersdorf (später
v. Preising,
erw. 1113/21-35/40) sein. In diesem Zeitraum übersiedelte die Familie von Langenpreising bei Erding auf die Burg Kronwinkl bei Landshut, die sich bis heute in ihrem Besitz befindet.
Seit der 2. Hälfte des 13.
Jh. treten die
P. in den
bayer. Teilherzogtümern regelmäßig als Inhaber einflußreicher Hofämter sowie als Schiedsmänner und Räte auf; so war
Heinrich (s.
L) 1257-84 Kämmerer und Rat in Oberbayern, die Brüder
Grimold und
Konrad (beide s.
L) fungierten 1255-81
bzw. 1265-1305 als niederbayer. Räte. Wohl in der 1. Hälfte des 14.
Jh. erhielt die Familie das Erbschenkenamt in Ober- und Niederbayern. In der
hzgl. Außenverwaltung besetzten die
P. neben einer Fülle von Pflegämtern Spitzenpositionen.
Conrad zu Wolnzach (s.
L) war etwa 1389-97 Viztum zuerst in Niederbayern, seit 1393 im Oberland. Die vermögende Wolnzacher Linie wurde 1465 vom Kaiser in den Freiherrenstand erhoben (1497 ausgestorben). Seit dem ausgehenden 15.
Jh. absolvierten viele Familienmitglieder ein juristisches Studium, meist an der
Univ. Ingolstadt.
1313
bzw. 1390 erhielten die
P. die Landstandschaft in Nieder-
bzw. Oberbayern; in der frühneuzeitlichen Ständevertretung verfügten sie über maßgeblichen Einfluß. Unter den adeligen Opponenten gegen den frühabsolutistischen Fürstenstaat ist
Hans Wolf zu P-Kronwinkl (
† 1576) zu finden;
Hans Sigmund (
† 1585) mußte 1580 ins
Hzgt. Sulzbach auswandern und begründete die
ev. Linie
P.-Lichtenegg (seit etwa 1679 wieder
kath.).
Bevorzugte Grablege der
P. war bis ins 17.
Jh. die Zisterzienserinnenabtei Seligenthal in Landshut (Kapelle gestiftet 1233), wo sie mit
Anna (amt. 1382-1416) und
Maria Anna (amt. 1643-65, s.
L) zwei Äbtissinnen stellten.
Die Linie
P.-Hohenaschau (1853 ausgestorben; durch d. Erwerb d. Herrschaft Ramsberg 1732 zeitweilig Reichsstand) wurde durch die Ehe des
Geh. Rats, Hofratspräsidenten und Obersthofmarschalls
Johann Christoph (1576–1632, s. 1) mit
Benigna v. Freyberg (1594–1620) begründet (Reichsfreiherren 1607). Unter deren Sohn
Johann Maximilian (1609–68), Kämmerer und Hofrat, erfolgte
|1664 die Erhebung in den Reichsgrafenstand. Dessen Bruder
Johann Franz (1615–87, s.
L) wurde 1670 Fürstbischof von Chiemsee
, dessen jüngerer Bruder Johann Jakob (1618–45, s. W) legte nach humanistischen Studien im Benediktinerkloster Tegernsee 1637 die Profeß ab.
Johann Maximilian Emanuel (1687–1764), Oberststallmeister, Obersthofmeister und Oberstkämmerer sowie
Wirkl. Geh. Rat und
Geh. Konferenzminister, war zeitweilig der mächtigste Beamte Bayerns. Der Sohn des Generalfeldzeugmeisters Johann
Karl Joseph (1689–1770) Johann
Maximilian Xaver (1736–1827, s.
L) Kämmerer, Großkomtur des
St. Georg Ritterordens,
Wirkl. Geh. Rat, Vizepräsident des Hofrats (bis 1793) und
Wirkl. Staatsrat, war
bayer. Gesandter auf dem Rastatter Friedenskongreß bis 1798. 1818 erfolgte seine Ernennung zum erblichen Reichsrat.
Durch die Ehe
Johann Alberts (1533–87) mit
Anna Trainer wurde die Linie
P.-Moos begründet. Unter
Johann Warmund (1573–1648, s.
L) Kämmerer, Hofrat, Obersthofmeister
Hzg. Albrechts (VI.), erfolgte 1607 die Erhebung in den Reichsfreiherrenstand und 1645 in den Reichsgrafenstand.
|1642 wurde er zum Professor für Poesie und Rhetorik an der
Univ. Salzburg ernannt. Mit dem
bayer. Generalleutnant der Kavallerie und späteren Generalkapitän der Leibgarde Johann
Maximilian Nikolaus (1760–1836, s.
L) erlosch die Linie.
Von der Linie
P.-Lichtenegg (1766 Grafendiplom für die gesamte Linie; seit 1818 erbliche Reichsratswürde für die Haupterben) führte der Sohn Johann
Conrad Adams (1628–76) Johann
Philipp Jakob (
* 1664) den älteren Ast der Familie, der 1850 ausstarb, fort. Dessen Bruder Johann
Sigmund Paul (1668–1750) begründete die jüngere Linie. Unter den Söhnen des Amberger Regierungsrats
Ignaz Ludwig Georg (1766–1836),
Maximilian Joseph Franz (1810–81) und Johann
Anton (1811–89), entstanden die heute noch blühenden Linien
P.-Lichtenegg-Moos und
P.-Lichtenegg. Maximilian, Besitzer des Fideikommißgutes Moos, Kämmerer, erblicher Reichsrat, Rittmeister, Major à la suite, Großkomtur und Schatzmeister des
St. Georg Ritterordens führte seit 1837 den Namen „Moos“. Sowohl der Reichstagsabgeordnete
Konrad (1843–1903, s. 2) als auch Kardinal
Konrad (1880–1950, s. 3) entstammten dieser Linie.
Die
P., die um 1800 zu den größten adeligen Grundbesitzern in Bayern gehörten, hatten über Jahrhunderte wichtige Funktionen im Hof-, Staats- und Militärdienst inne, waren eine der bedeutendsten
altbayer. Adelsfamilien.
Preysing, Johann Christoph Freiherr
Preysing-Lichtenegg-Moos, Johann Konrad Friedrich Graf
Preysing, Johann Konrad Maria Augustin Felix Graf